Haus der Lady Alquist, Das

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Bewertung
****
Originaltitel
Gaslight
Kategorie
Film Noir
Land
USA
Erscheinungsjahr
1944
Darsteller

Charles Boyer, Ingrid Bergman, Joseph Cotten, Dame May Whitty, Angela Lansbury

Regie
George Cukor
Farbe
s/w
Laufzeit
109 min
Bildformat
Vollbild

 


 

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© Metro-Goldwyn-Mayer Studios Inc.

London im Oktober 1875: Am Thornton Square entzündet der Laternenanzünder (Frank Eldredge) an diesem nebligen Abend die Gaslaternen, indessen im Hauseingang Nr. 9 Schaulustige warten. Hier wird die 14jährige Paula Alquist (Terry Moore) über die Treppe hinabgeführt und zu einer Droschke begleitet. Kurz zuvor war ihre Tante, die berühmte Opernsängerin Alice Alquist, bei der Paula heranwuchs, hier am Thornton Square im eigenen Haus ermordet worden. Jetzt ist Paula auf dem Weg nach Italien, um bei Maestro Guardi (Emil Rameau) selbst die Ausbildung zur Opernsängerin zu beginnen… Zehn Jahre später: Unter Anleitung des Maestros probt die herangewachsene Paula (Ingrid Bergman) zum Spiel des Pianisten Gregory Anton (Charles Boyer). Doch Guardi ist unzufrieden mit ihrer Darbierung, schickt Anton aus dem Haus und bittet Paula zu einer Unterredung. Paula ist verzweifelt, weil sie ans Talent und an die Stimme ihrer Tante Alice nicht heranreicht, doch Guardi stellt fest, dass vor allem ihr Herz nicht der Musik gehört. Kaum ist sie dem Alten entronnen, trifft sie auf der Straße den Pianisten Gregory Anton, den sie erst seit zwei Wochen kennt, doch der ihr jetzt einen Heiratsantrag macht. Die verliebte Paula bittet sich eine Bedenkzeit aus; für eine Woche will sie allein an den Comer See fahren. Im Zug trifft sie eine alte Dame namens Miss Bessie Thwaites (Dame May Whitty), die in einem Buch liest, darin der frisch verheiratete Ehemann die Leichen seiner sechs vorherigen Frauen im Keller verwahrt…

 

Einst trat die schwedische Schauspielerin Ingrid Bergman in der Hauptrolle des Kriminalfilms En kvinnas ansikte (SWE 1938) auf, der als A Woman’s Face 1939 sogar in England und in den USA ins Kino kam. Kurz darauf inszenierte George Cukor unterm gleichen US-Titel - in Deutschland später als Erpressung bzw. Die Frau mit der Narbe (USA 1941) - mit Joan Crawford das US-amerikanische Remake für die Metro-Goldwyn-Mayer Studios. Drei Jahre später trat Ingrid Bergman selbst unter George Cukor im US-Remake eines dem Film Noir vorausgegangenen, europäischen Thrillers auf, nämlich in der als Das Haus der Lady Alquist ab 1947 auch in Deutschland im Kino laufender Neuverfilmung von Thorold Dickinsons Gaslight (UK 1940). Beide Filme beruhten ihrerseits auf dem Theaterstück Angel Street (EA 1938) des britischen Dramatikers Patrick Hamilton. Thorold Dickinsons Erstfassung lief seinerzeit nur in England und in Spanien. Mit dem Erwerb der Rechte zur Verfilmung des Stücks versuchte MGM, vor der Premiere von Das Haus der Lady Alquist alle Kopien von Dickinsons Film vernichten zu lassen, um so das US-Remake mit seiner Starbesetzung als erste und einzige Filmversion vermarkten zu können. Das misslang jedoch. Thorold Dickinsons Gaslight lief ab den 50er Jahren wieder im Kino und im Fernsehen und erlebte 2013 eine adäquat restaurierte Neuauflage als BD und als DVD durch die British Film Foundation, bis dato allerdings einzig und allein in England.

Das Haus der Lady Alquist-still-web1.jpg Das Haus der Lady Alquist-still-web3.jpg Das Haus der Lady Alquist-still-web2.jpg

© Warner Bros.

“Gaslight is a period films noir (…) like (…) Suspicion (1941), (…) Notorious and The Spiral Staircase (both 1946), The Two Mrs. Carrolls (1947), and Sorry, Wrong Number and Sleep, My Love (both 1948). All of these films use the noir visual vocabulary and share the same premise and narrative structure: The life of a rich, sheltered woman is threatened by an older, deranged man, often her husband”, anylysiert der zeitgenössische Filmkritiker Emanuel Levy scharfsinnig. Neben der Vorliebe Hollywoods für das viktorianische Zeitalter und/oder den Schauplatz London in Filmen wie Unter Verdacht (USA 1944) , Scotland Yard greift ein (USA 1944) oder die Sherlock-Holmes-Filme mit Basil Rathbone und Nigel Bruce (von 1938 bis 1946) ist es dieser Aspekt, der den Film-Noir-Charakter auch des vorliegenden Thrillers ausmacht. Das Haus der Lady Alquist gilt längst als Klassiker seiner Zeit, ein Meisterwerk ist es demgegenüber nicht. Dafür ist es viel zu sehr einem Kinopublikum verpflichtet, dass sich in der Schauerromantik der Erzählung behaglich wähnen und den Thrill bitte nicht über einen gewissen Punkt hinaus gesteigert sehen will. Dickinsons Erstfassung ist an der Stelle härter und damit mehr Noir. Sie ist ein Film ohne Hollywoodstars und bewusst ohne die reservierte Eleganz, die Ingrid Bergman noch in den ärgsten Momenten drohenden Irrsinns zur Schau stellt. Mit Charles Boyer sollte sie vier Jahre später in Triumphbogen (USA 1948) erneut zusammenarbeiten, in einem Film, der ebenso wie Das Haus der Lady Alquist ihre gute Chemie zum Ausdruck bringt und der bis heute schmerzlich unterschätzt wird.

 

Exzellente DVD-Edition (2004) der Warner Bros. Entertainment GmbH, bild- und tontechnisch topp restauriert, ungekürzt im Originalformat mit Tonspuren auf Deutsch, Englisch und Spanisch, Untertitel auf Deutsch, Englisch, Spanisch, Finnisch, Französisch, Italienisch, Portugiesisch, Schwedisch, Kroatisch, Polnisch, Griechisch, Tschechisch, Ungarisch, Türkisch, Slowenisch, mit der Dokumentation „Erinnerungen an Das Haus der Lady Alquist“ und dem Kinotrailer als Extras.

 


Film Noir | 1944 | USA | George Cukor | Charles Boyer | Joseph Cotten | Angela Lansbury | Ingrid Bergman

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