„Es gab, wie gesagt, in dieser Geschichte einen Haufen verrückter Menschen, recht durchgedrehtes Volk, sie wurden fast alle in üble undurchsichtige Dinge verwickelt, selbst die, die sich sträubten.“ (Anna Seghers, in: Transit, 1944)
© Warner Bros. © Paramount Pictures Corporation
Der Terminus "Film Noir" bezeichnet jenen besonderen Stil amerikanischen Filmschaffens, der mit der größten sozialen Erschütterung des 20.Jahrhunderts, mit dem Beginn des Zweiten Weltkriegs einherging. Die Vorbilder des Film Noirs waren der deutsche Expressionismus der Stummfilmzeit, Hollywoods Gangsterfilm aus den 30er Jahren und der Poetische Realismus Frankreichs.
Als Begriff wurde "Film Noir" im Jahr 1946 vom französischen Filmkritiker Nino Frank erdacht. Es ging ihm ums Erfassen einer signifikant neuen, stilistisch relevanten Note im
Wartime Cinema der USA. Der Journalist hatte in dem nicht länger von den Nationalsozialisten besetzten Frankreich mehrere aktuelle amerikanische Filme gesehen, darunter
John Hustons
Die Spur des Falken / Der Malteser Falke (1941), Edward Dmytryks
Mord, mein Liebling (1944) und Billy Wilders
Frau ohne Gewissen (1944).
Mit Blick auf deren literarische Vorlagen verdankte sich Nino Franks
Film Noir damit den zeitgenössischen Romanen und Erzählungen von Autoren wie Raymond Chandler, Dashiell Hammett, Graham Greene oder James M. Cain. Bereits ab 1945 erschienen in Frankreich deren Bücher in der von Marcel Duhamel editierten
Série Noire. So kam es zum Namen für die Filme nach eben solchen Buchvorlagen. Der vielerorts geläufige deutsche Titel für den Film Noir, die
Schwarze Serie, erklärt sich damit ebenfalls. Manche Neuauflage der Werke dieser Schwarzen Serie erschien international bald mit Fotomotiven aus den Verfilmungen – mit den damals neusten Ikonen Hollywoods. Unter ihnen fand sich mancher später weltweit bekannte Filmstar, der in den Vierzigern seine Karriere im Film Noir begann - etwa
Alan Ladd,
Burt Lancaster oder
Robert Mitchum.
© Universum Film © Studiocanal GmbH © Koch Media GmbH
Das Webportal
der Film Noir de ist allen
Filmen gewidmet, die mit dem Film Noir oder auch mit dem Neo Noir in Verbindung gebracht werden können. Es bietet Erörterungen zu Stilen, Themen, Personen und in erster Linie zu den Werken des Film Noirs. Das
Was? findet sich im Menü
Film Noir Welt, das
Wie? unter
Film Noir Stil und das
Wer? zeigen die
Film Noir Ikonen. Wer mehr wissen möchte, findet das
Wo? in der
Film Noir Stadt und das
Wann? in der
Film Noir Zeit. Zugleich bietet der
Shop via Amazon.de einen Zugriff auf viele Produkte rund um den Film Noir, die hierzulande als deutsche Lizenzausgaben oder als Importe erhältlich sind.
„Ähnlich wie der “Jazz“, der, aus den USA kommend, erst in Europa als Kunst anerkannt wurde“, reflektiert in seinem Buch Hollywoods moderner film noir (2001) der deutsche Autor Michael Sellmann „ist der film noir mittlerweile zu einem globalen Kulturerbe geworden“.