Two Mrs. Carrolls, The

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Bewertung
***
Originaltitel
The Two Mrs. Carrolls
Kategorie
Film Noir
Land
USA
Erscheinungsjahr
1947
Darsteller

Humphrey Bogart, Barbara Stanwyck, Alexis Smith, Nigel Bruce, Isobel Elsom

Regie
Peter Godfrey
Farbe
s/w
Laufzeit
99 min
Bildformat
Vollbild
 

 

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 The Two Mrs Carrolls-Poster-web5.jpg

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© Warner Bros.
 
In Schottland lernt der Maler Geoffrey Carroll (Humphrey Bogart), ein in England lebender US-Amerikaner, die attraktive Sally Morton (Barbara Stanwyck) kennen und die beiden verlieben sich ineinander. Als sie an einem Bach weilen, beginnt es zu regnen, und der Angler MacGregor (Colin Campbell) zeigt ihnen einen nahegelegenen Unterschlupf. Während Geoffrey dem Alten beim Holen ihrer Sachen helfen will, entdeckt Sally im Jackett ihres Liebhabers einen Brief an dessen Frau in London, von deren Existenz sie nicht einmal etwas ahnte. Geoffrey erklärt ihr, dass seine Frau seit der Geburt ihrer Tochter Beatrice (Ann Carter) invalide sei und dass er sie in dem Brief um die Scheidung bäte. Doch Sally ist aufgebracht, da sie seine Liebe auf Kosten des Glücks einer Familie nicht wolle. In London lässt sich Geoffrey als Mister Fleming vom Apotheker Horace Blagdon (Barry Bernard) ein Paket aushändigen, bevor er zu seiner Familie geht. Hier trifft er Beatrice, mit der er über die schlechte Gesundheit ihrer Mutter spricht und der er ihren Besuch einer Schule ankündigt. Im Anschluss bringt er der Kranken die Milch aufs Zimmer… Im ländlichen Ashton, Kent, besucht Charles Pennington (Patrick O’Moore) die Familie Carroll. Zwei Jahre sind vergangen. und nachdem ihm die Haushälterin Christine (Anita Sharp-Bolster) die Tür öffnete, trifft er als erstes auf Beatrice, mit der er über ein besonderes Gemälde ihres Vaters spricht, betitelt “Angel of Death“. Dann kommt auch Sally herein. Der noch immer in sie verliebte Pennington musste einst zusehen, wie sie den Maler Geoffrey Carroll heiratete, nachdem dessen erste Frau verstorben war…
 
“The Two Mrs. Carrolls is the kind of picture that smells like a turkey five minutes in and gets a whole lot worse before finally building to a somewhat redeeming climax”, schreibt Stuart Galbraith IV für DVD Talk und liegt mit dieser Feststellung absolut richtig. Humphrey Bogart und Barbara Stanwyck waren exzellente Darsteller ihrer Zeit und beide hatten sie jeweils mit Die Spur des Falken / Der Malteser Falke (USA 1941) und mit Frau ohne Gewissen (USA 1944) auch im Film Noir ihr Format bewiesen, bevor sie 1945 für The Two Mrs. Carrolls gemeinsam vor der Kamera standen. Doch obwohl der Film bereits im Juni 1945 fertig gestellt war, kam er nicht vor März 1947 in die Kinos, und wer ihn heute sieht, versteht warum. Ungeachtet der Tatsache, dass Stanwyck und Bogart eine erstklassige Chemie miteinander haben, überzeugt Thomas Jobs (The Strange Affair Of Uncle Harry, USA 1944) Drehbuch nach dem gleichnamigen Theaterstück von Martin Vale (Pseudonym von Marguerite Vale) leider nicht. Die altkluge Beatrice Carroll ist die Karikatur einer 10/11jährigen, ihre Dialoge mit dem eigenen Vater sind nahezu grotesk - das Talent der Kinderdarstellerin Ann Carter geht komplett über Bord. Der Plot und die Inszenierung sind obendrein eine krude Mischung aus Alfred Hitchcocks Verdacht (USA 1941), - ebenfalls mit Nigel Bruce und zwar in einer ähnlichen Rolle - und George Cukors Das Haus der Lady Alquist (USA 1944).Und man zitiert noch andere Hitchcock-Filme der Zeit, so etwa Rebecca (USA 1940). Im Nu beschleicht einen das Gefühl, man habe all das schon gesehen, nur besser, insofern man hier über Hintergründe und damit ansatzweise die Motive der handelnden Personen kein Bild gewinnt.
 

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© Warner Bros.
 
Immerhin gewinnt die Handlung nach 30 Minuten etwas an Fahrt und die stets mehr als nur solide Dramaturgie, die Kameraarbeit und die Ausstattung aller Filme aus dem Hause Warner Bros. in jener Ära macht sich bezahlt. The Two Mrs. Carrolls ist unterhaltsam und besticht im letzten Drittel sogar durch einiges an Film-Noir-Stil, obgleich alles davorliegende eher ein mit etwas Krimi aufgepepptes Melodram ist. Dass dieser US- Film auf dem Land und in England seinen Schauplatz hat, gedreht wurde alles im Studio, lässt ihn zusätzlich altbacken wirken, demgegenüber waren derlei Bezüge zum gotischen England mit viktorianischem Setting Mitte der Vierziger sehr in Mode. So war auch Das Haus der Lady Alquist letztlich nur ein Remake des englischen Gaslight (UK 1940). “The Two Mrs. Carrolls ranks right up there with Conflict or, rather, down there, as one of the worst films Humphrey Bogart ever made”, screibt Greg Orypeck für Classic Film Freak über den Film, aber das geht einen Schritt zu weit. Weder für den Film-Noir-Fan noch für jeden anderen Cineasten ist das hier ein Muss. Wer zufällig darüber stolpert, mag sich dennoch passabel unterhalten finden. In Deutschland hatte er als Die zwei Mrs. Carrolls trotz der beiden Stars in den Hauptrollen erst 1968 seine Premiere im Fernsehen.
 
Die US-amerikanische DVD-R (2011) der Warner Archive Collection bringt den Film in einer qualitativ hochwertig Restaurierten Fassung mit englischem Originalton ohne Untertitel, ungekürzt im Originalformat und außer dem US-Kinotrailer ohne gibt es keine Extras.
 

Film Noir | 1947 | USA | Peter Godfrey | Humphrey Bogart | Alexis Smith | Barbara Stanwyck

Submitted by Gast (nicht überprüft) on 29. August 2014 - 14:28

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Dass Stanwyck & Bogart hier "eine erstklassige Chemie miteinander haben", bezweifle ich.

Und dies liegt in diesem Film nicht an der solide aufspielenden Barbara, sondern in erster Linie an Mr. Bogart.

"Bogart scheint sich (in seiner Rolle) unwohl zu fühlen", urteilte damals bereits die Londoner Times: "....seine Charaktere fühlen sich wohler dabei, Mädchen herumzuboxen als sie zu vergiften und dazwischen über Kunst zu reden....".

Insofern könnte man hier glatt von einer Fehlbesetzung der männlichen Hauptrolle sprechen. Nicht von ungefähr hält der Kritiker Hans C. Blumenberg 'The Two Mrs. Carrolls' für einen der schlechtesten Filme in Bogarts Karriere.

Siehe dazu auch die deutsche Ausgabe von Clifford McCartys Standardwerk 'Humphrey Bogart und seine Filme', Seite 144; ISBN 3-442-10210-3

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