Bewertung:

Originaltitel:
The Killers
Darsteller:
Burt Lancaster, Ava Gardner, Edmond O'Brien, Albert Dekker, Sam Levene
Brentwood in New Jersey erhält eines frühen Morgens unerwartet Besuch. Zwei Gangster (Charles McGraw, William Conrad) warten in Henry´s Diner, wo sie die Belegschaft gefangen setzen, auf die Ankunft des örtlichen Tankwarts Ole Anderson (Burt Lancaster) – auch der „Schwede“ genannt. Durch seinen Kollegen Nick Adams (Phil Brown) von der Ankunft der Fremden unterrichtet, unternimmt Ole dennoch keinen Versuch zu entfliehen. Als er schließlich nicht wie sonst zum Frühstück in dem Lokal erscheint, suchen diese ihn in seiner Pension auf und erschießen ihn. Weil jedoch das Opfer zu Gunsten einer Hotelangestellten in Atlantic City eine Lebensversicherung in Höhe von 2500 Dollar abgeschlossen hat, ermittelt in dem Mordfall auch der Versicherungsdetektiv Jim Reardon (Edmond O’Brien). Nick Adams berichtet, der Schwede habe sich nach dem Service für einen Kunden vor einer Woche plötzlich krank gemeldet. Die vor 10 Jahren jäh beendete Karriere des Schweden als Boxprofi bringt Reardon bald zu Lieutenant Sam Lubinsky (Sam Levene), Polizist und zugleich ein Jugendfreund Ole Andersons. Und Lubinskys heutige Frau Lilly (Virginia Christine) war wiederum Ole Andersons Freundin, bevor jener sich unsterblich in Kitty Collins (Ava Gardner) verliebte, in ausgerechnet die Frau des skrupellosen Gangsters Big Jim Colfax (Albert Dekker)…
Neben Billy Wilders
Frau ohne Gewissen (1944) ist
Rächer der Unterwelt / Die Killer die Quintessenz des Film Noirs der Vierziger! Hier ist alles drin – nichts fehlt. Die Femme fatale als ein Zierstück skrupelloser Weltbeherrscher, das diese nicht mit gleicher Sicherheit wie ihre Welt zu behandeln wissen. Der willenschwache, von Liebe zerrissene junge Mann, dessen Ehre und Ehrlichkeit von den Mühlsteinen der Wirklichkeit zerrieben werden. Dazu die Schicksalsfragen an jeder Biegung des Lebensweges, die immer und stets ins Eigene zurück verweisen – und immer auch eine falsche richtige Antwort parat haben. Bis sein Schicksal Ole Andersen keine Fragen mehr stellt sondern selbst die Antwort gibt.
© Universum Film GmbH
Der Exilregisseur Robert Siodmak kreierte in konsequenter Fortsetzung seiner in den zwei Jahren seit 1944 vorangegangenen sechs Filme (ab
Zeuge gesucht, 1944) ein zugespitzt kontraststarkes, expressionistisches Schwarzweiß. Es wirkt hier in einigen Szenen derart frei von Grauwerten, dass sie so surreal wie aus einem zeitgenössischen Animationsfilm aussehen. Innovative Kamerawinkel und -fahrten ergänzen eine Atmosphäre der Beklemmung und Entfremdung, die die Alltagswelt von Stadt und Land in ein Reich des Bizarren verwandelt. Im Übrigen lässt die Erzählung ihren Protagonisten nach 10 Minuten im Kugelhagel enden - der Rest ist ein Puzzle in Rückblenden. Zuletzt das Casting: Neben Ava Gardner und Burt Lancaster sind vor allem Charles McGraw und William Conrad als die Auftragskiller Al und Max ein Duo Infernale. In solcher Art findet man sie bis in die Sechziger kaum einmal – von Phil Karlsons
Der vierte Mann (1952) und Joseph L. Lewis’
Geheimring 99 (1955) vielleicht abgesehen. Don Siegels Remake bzw. Neuverfilmung der Ernest-Hemingway-Vorlage als
Der Tod eines Killers (1964) mit Lee Marvin, Angie Dickinson und John Cassavetes ist keinesfalls schlecht und doch bereits eine deutlich andere Baustelle.
Die deutsche DVD von Universum Film bringt den Film in exzellenter Bildqualität, im Originalformat und ungekürzt, dazu deutsche und englische Tonspuren inklusive Untertitel und original US-Kinotrailer. Ein Muss!
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