Gefährliche Begegnung / Der Erpresser

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Film Noir und Neo Noir von 1922 bis heute


Bewertung
****
Originaltitel
The Woman In The Window
Kategorie
Film Noir
Land
USA
Erscheinungsjahr
1944
Darsteller

Edward G. Robinson, Joan Bennett, Raymond Massey, Edmond Breon, Dan Duryea

Regie
Fritz Lang
Farbe
s/w
Laufzeit
96 min
Bildformat
Vollbild

 


 

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New York City: Nachdem er seine Familie am Bahnhof verabschiedet hat, trifft Richard Wanley (Edward G. Robinson) - Professor für Psychologie am Gotham College - seine Freunde Dr. Michael Barkstane (Edmund Breon) und Staatsanwalt Frank Lalor (Raymond Massey) in ihrem Club. Noch auf der Treppe hatten die beiden erspäht, wie der Strohwitwer Wanley vor dem Schaufenster einer benachbarten Galerie in das Portrait einer jungen Schönheit versunken war. Im Club diskutieren sie den Reiz und die Gefahr der stets in ihnen schlummernden Abenteuerlust für Männer in mittleren Jahren. Als der Professor an diesem Abend den Club als letzter verlässt, geht er zurück zu dem Fenster und betrachtet das Portrait der Frau. Plötzlich sieht er deren Ebenbild sich im Fenster spiegeln und lernt so Alice Reed (Joan Bennett) kennen, die für das Gemälde Modell stand. In einer Bar trinken sie noch etwas, bevor Wanley trotz der vorgerückten Stunde die Schöne in ihr Apartment begleitet, um sich einige Skizzen des Künstlers anzusehen. Da kommt deren Liebhaber Frank Howard (Arthur Loft) zur Tür herein, verkennt die Situation und attackiert Richard Wanley, der sich zur Wehr setzt…
 
Der Regisseur Fritz Lang, ob in Deutschland oder nach 1933 im Exil in Frankreich und dann in den USA, war ein Meister des Schwarzweißkinos. Bereits 1944 blickte er auf 25 Jahre aktive Schaffenszeit in der Filmindustrie zurück und hatte bei Gefährliche Begegnung / Der Erpresser, seinem (ersten) Meisterstück des klassischen Film Noirs obendrein den grandiosen Kameramann Milton R. Krasner mit an Bord. Für Fritz Lang ist eine geradlinige Geschichte oft eine gute Option, um als Studiofilmer deren Sets als Bühnen herzurichten. Genau das tut er in Gefährliche Begegnung / Der Erpresser, der großteils nachts spielt, mit Meisterhand. Was er im Verbund mit Krasner für Licht-und-Schattenarchitekturen entwirft, um für jede Szene den gewünschten Effekt zu erzielen, ist ein Genuss. Passgenau zugeschnitten erscheint auch die Dramaturgie, die den Film in ruhigem Fluss in seine Spannungskurve treibt.
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© EuroVideo Bildprogramm GmbH
 
Der zweite Ausweis von Qualität ist das Schauspiel des in Rumänien gebürtigen Hollywoodstars Edward G. Robinson (Der kleine Cäsar, USA 1931). Mit Gefährliche Begegnung / Der Erpresser, der im gleichen Jahr wie Billy Wilders Frau ohne Gewissen erschien, darin er ebenfalls mitspielte, glückte Robinson mühelos der Sprung in die Welten des Film Noirs, denen er bis 1957 treu blieb. Er füllt die Figur Professor Wanleys mit soviel Leben und Charakter, das er den Film nahezu allein voran zu bringen scheint. Tatsächlich aber sind Joan Bennett (Schweigegeld für Liebesbriefe, USA 1949) und Raymond Massey (Hemmungslose Liebe, USA 1947) für ihre Rollen perfekt gewählt und an keiner Stelle prätentiös oder klischeehaft. Zu guter Letzt zeigt Dan Duryea (Schwarzer Engel / Vergessene Stunde, USA 1946) - einer der interessantesten ambivalenten Darsteller des Film Noirs - in seiner 1944 zweiten Rolle unter Fritz Lang (zuvor in Ministerium der Angst, 1944), was von ihm noch zu erwarten sei. Gefährliche Begegnung / Der Erpresser ist ein Klassiker der ersten Phase US-amerikanischen Film Noirs, zumal Fritz Lang auch nicht - wie sonst leider oft - am Ende scheitert, sondern einen triftigen Schlusspunkt setzt. Ein Jahr später drehte Fritz Lang mit dem gleichen Trio von Hauptdarstellern - Bennett, Robinson, Duryea - den artverwandten und noch besseren Film Noir Straße der Versuchung, ein Meisterwerk, das bis dato nicht als deutsche DVD vorliegt.
 
Die aktuelle DVD von EuroVideo präsentiert den Film in ansprechender Verpackung und bildtechnisch topp restauriert. Die Fassung entspricht der US-Edition von MGM, die seit 2007 auf dem Markt ist. Leider wurde auf die dort enthaltenen Tonspuren in Französisch und Spanisch sowie auf die englischen bzw. spanischen Untertitel verzichtet. Die deutsche Altsynchronisation (aus dem Jahr 1950) ist im Vergleich mit der englischen Fassung technisch und stimmlich eine Zumutung. Man muss diesen Film folglich auf Englisch sehen, und dazu wären englische Untertitel für manchen eine Hilfe. Der englische Ton ist technisch exzellent bearbeitet und akustisch einwandfrei verstehbar.
 

Film Noir | 1944 | USA | Fritz Lang | Nunnally Johnson | Milton R. Krasner | Dan Duryea | Edward G. Robinson | Raymond Massey | Joan Bennett

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