Peitsche, Die

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Film Noir und Neo Noir von 1922 bis heute


Bewertung
***
Originaltitel
The Frightened City
Kategorie
Post Noir
Land
UK
Erscheinungsjahr
1961
Darsteller

Herbert Lom, John Gregson, Sean Connery, Alfred Marks, Yvonne Romain

Regie
John Lemont
Farbe
s/w
Laufzeit
94 min
Bildformat
Widescreen
 

 

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London: Ein junger Mann (Kenneth J. Warren) wird des Nachts von einem Auto verfolgt und überfahren. Zur gleichen Zeit dringen drei andere in den Riviera Club ein, wo Gangster Frankie Farmer (Patrick Jordan) dessen Inhaber Moffat (Arnold Diamond) zusammen schlagen und die Einrichtung zerstören lässt, nachdem jener das Schutzgeld nicht gezahlt hat. Doch Detective Inspector Sayers (John Gregson) bekommt erneut keine Hinweise auf die Täter. Alle haben Angst und wissen zu gut, dass Scotland Yard sie vor den brutalen Handlangern der Ganglords nicht würde schützen können. Indessen versucht der Bauunternehmer Wingrove (Robert Percival) den stadtbekannten Investor Waldo Zhernikov (Herbert Lom) davon zu überzeugen, ihn bei einem Großprojekt finanziell zu stützen, das ihn vertraglich akut unter Druck setzt. Doch nachdem Zhernikov in die Papiere Einsicht genommen hat, lehnt er den Vorschlag ab. Er verabschiedet Wingrove und wendet sich seiner Muse, der Sängerin Anya Bergodin (Yvonne Romain) zu, für die er jedoch trotz bester Kontakte in die Spitzen der Politik keine Arbeitserlaubnis bekommen konnte. Da hat der Geschäftsmann eine Idee, obgleich sie womöglich nicht den Ansprüchen Anyas gerecht werden wird. Und wie es der Zufall will, ruft Harry Foulcher (Alfred Marks) Inhaber des Londoner Taboo Clubs, bei dessen Sekretärin Miss Rush (Joan Haythorne) an und bittet Zhernikov um ein Treffen. Abends im Club wohnt Zhernikov dem Auftritt Sadies (Olive McFarland) bei, bevor er mit Foulcher ein Vorsingen Anyas vereinbart. Der Clubbetreiber zeigt daraufhin Zhernikov einen Koffer voller Bargeld, die Einnahmen seiner eigenen Schutzgeldbande, die er gern gewaschen hätte…
 
Meine Güte! Wer denkt sich solche Titel aus? Im Original The Frightened City benannt, hat die deutsche Benennung Die Peitsche mit dem Inhalt nicht das Geringste zu tun. Wie sich das dem deutschen Publikum des Jahres 1962 erschlossen hat und welcher Werbestratege davon ausging, mit solchem Titel Leute zum Kinobesuch zu bewegen, bleibt ein Rätsel. “The Frightened City is a prime example of 1960s British film noir.” heißt es bei cd Universe heute wörtlich. Auch der Klappentext der englischen DVD-Ausgabe teilt mit: “A cool British noir set in 1960s gangland London”. Das trifft besonders auf die ersten 5 bis 10 Minuten zu, wo Kameramann Desmond Dickinson (Gefährlicher Urlaub, UK 1953) ein kontraststark schwarz-weißes London bei Nacht präsentiert. Der Einstieg ist dynamisch, ist dunkel und vielversprechend - ein Großstadtthriller par excellence. Doch die weitere Exposition jener ums Eintreiben von Schutzgeldern rivalisierenden Gangs und die schwierige Lage von Scotland Yard, obgleich Detective Inspector Sayers die Drahtzieher bekannt sind, verliert sich in Nebencharakteren und an Nebenschauplätzen, bis man sich nach einer halben Stunde fragt, wann die Geschichte in Fahrt kommt. Wäre gegen einen auf Personen, ihre Historie und Beziehungen angelegten Fokus nichts einzuwenden, so sind jedoch die Rollencharaktere dafür nicht interessant genug. Obwohl die Hauptdarsteller gute Leistungen bieten, bleiben die porträtierten Figuren durchweg den Klischeegangstern aus Filmen der Vierziger und Fünfziger nachempfunden. Skript und Regie erweisen sich - trotz guter Kameraarbeit mit Film-Noir-Stil - als über die Maßen konventionell. So schlussfolgert dfordoom im Portal noirfilms: “The Frightened City is a pretty decent 1961 British crime movie.”
 
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Dabei könnte man es bewenden lassen. Und wäre in Die Peitsche nicht der ein Jahr später mit der ersten James-Bond-Verfilmung nach den Romanen Ian Flemings zu Weltruhm gelangte Sean Connery in einer tragenden Rolle zu sehen, wäre der Film längst nicht mehr als eine obskure Randnotiz mit Blick auf die Karriere Herbert Loms, der hier im Mittelpunkt steht. Im Ganzen ist dieser Thriller ein passabler “time waster“, wie es im Englischen treffend heißt, handwerklich solide und vollends ohne eigene Besonderheiten. Allemal positiv fallen die Gesangs- und Tanzeinlagen von Yvonne Romain und Olive McFarland auf, ein Jahr bevor neben James-Bond-Filmen auch The Beatles die Welt der Populärkultur erobern sollten. Tatsächlich ist Die Peitsche noch in den Siebzigern, wo der Name Sean Connery es an der Kinokasse klingeln ließ, wieder aus der Versenkung geholt worden. Und auch die englische DVD (2007) präsentiert den Thriller derart, wie man es sich von manch echtem und hochwertigem Klassiker des Film Noirs stets wünscht.
 
Sehr gute, wenn auch spartanische DVD-Ausgabe von Optimum Releasing Ltd., die den Film bildtechnisch topp im Originalformat und ungekürzt mit gut verständlichem Originalton, ohne Untertitel und ohne Extras bietet.
 

Post Noir | 1961 | UK | John Lemont | Herbert Lom | Kenneth Griffith | Sean Connery

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