Affenmaske, Die

Psychologische Verteidigung


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Film Noir und Neo Noir von 1922 bis heute


Bewertung
***
Originaltitel
The Monkey’s Mask
Kategorie
Neo Noir
Land
AUS/CAN/FRA/ITA/JPN
Erscheinungsjahr
2000
Darsteller

Susie Porter, Kelly McGillis, Marton Csokas, Abbie Cornish, William Zappa

Regie
Samantha Lang
Farbe
Farbe
Laufzeit
89 min
Bildformat
Widescreen
 

 

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Bild

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Sydney: Die 19jährige Literaturstudentin Mickey Norris (Abbie Cornish) fühlt sich wie so viele ihrer Kommilitoninnen selbst zur Dichterin berufen und tritt in einem Café bei einer Lesung auf. Danach verabschiedet sie sich von ihren Freunden, steigt in ihr Auto und ward nicht mehr gesehen. Die ehemalige Polizistin und jetzige Privatdetektivin Jill Fitzpatrick (Susie Porter) wohnt aus eigenem Entschluss nicht mehr in der Stadt. Doch in ihrem abgelegenen Haus vermisst sie inzwischen die Reize urbanen Lebens mehr denn je, nicht zuletzt ein erfülltes Sexualleben. So übernimmt sie den Fall, als Mickeys Eltern (John Noble, Linden Wilkinson) sich nach zwei Wochen ohne Kontakt zu ihrer Tochter bei ihr melden und Jill um Unterstützung bitten. Ihre Nachforschungen führen sie zuerst an die Universität, wo sie Mickeys Professorin Diana Maitland (Kelly McGillis) aufsucht und um eine Unterredung bittet. Sofort wird Jill klar, dass die attraktive Frau jenseits der Vierzig sie nicht nur auf Anhieb als Lesbe erkennt, sondern auch weiß, dass sie ihrerseits eine enorme Wirkung auf sie hat. Kaum vermag die Detektivin dem starken Unterstrom sexueller Spannung zwischen ihnen standzuhalten. Ein Besuch bei Mickeys bester Freundin Tianna (Bojana Novakovic) bringt Jill Fitzpatrick in die Wohngemeinschaft der Vermissten. Erstmals schwant ihr etwas von einem Doppelleben Mickeys, das dem von ihrer Eltern vermittelten Bild der mustergültigen Tochter einige dunkle Facetten hinzufügte…  
 
Eine Privatdetektivin trifft auf der Suche nach einem vermissten Teenager auf eine Femme fatale und auf eine Riege in Amt und Würden stehender Erfolgsmenschen – Dichter und Juristen. Und weil die Detektivin mit der eigenen Vergangenheit keinen Frieden geschlossen hat, wird sie bald selbst in einen Strudel widerstreitender Empfindungen hinab gezogen und verliert die Kontrolle über sich und den Fall, den sie so dankbar übernahm. Auf solchem Terrain einer Film-Noir-Erzählung nach dem gleichnamigen Roman von Dorothy Porter liefert uns die Regisseurin Samantha Lang weit mehr als nur eine von erotischen Szenen lesbischer Liebe gewürzte Zweisamkeit oder ein Verbrechen in akademischen Zirkeln. Stilistisch überzeugt Die Affenmaske mit exquisiten Schauplätzen, wunderbaren Darstellern, einer schlüssigen Dramaturgie und der stimmungsvollen Inszenierung ihrer Hauptdarstellerin Susie Porter. Warum letzterer nach ihrer Jill Fitzpatrick weiterhin in Nebenrollen zu versauern bestimmt war, wird eins der vielen Rätsel der Filmgeschichte bleiben. Eine Antwort mag sein, dass die Summe der Qualitäten auch hier keinen guten Film ausmacht und das sicher nicht wegen der Darstellung von (lesbischer) Sexualität, an der sich einmal wieder so viele selbsternannte Sittenwächter stießen und die wohl alles, nur eben keine Pornografie ist. Nein, der Haken an der Geschichte ist, dass sie kaum originell und nicht wirklich spannend ist.
 

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© Koch Media GmbH
 
Dass die vermisste Studentin als Dichterin auf dem Holzweg ist, ihre Poesie spätpubertär pathetisch, daran lässt die Geschichte anhand der Kommentare aller Bezugspersonen höheren Alters keinen Zweifel. Auch den Zuschauer dürften die Elaborate, die durchs Vorlesen ihrer Professorin oder in der Off-Erzählung der Detektivin zum Tragen kommen, nicht überzeugen. Eine in Form einer Videoaufzeichnung wiederholt eingeflochtene Dichterlesung Mickeys in einem Literatencafé gibt dem Rollencharakter den Rest. Als treibende Kraft - die große Unbekannte mit Doppelleben, der die Detektivin auf die Spur zu kommen hofft, indem sie in ihren Texten nach einer solchen sucht - ist Mickey Norris nicht bloß inkompetent, sondern sie nervt. Solche Schwachstelle am neuralgischen Punkt können die inhaltlich und formal sorgsam umgesetzten Details nicht retten. Wenn der Abspann über die Leinwand flimmert, hängt jenes unbefriedigende „Wie? Das soll es gewesen sein?“ in der Luft, nachdem die Geschichte ihr Potential sukzessive verschoss. Das meiste davon geht aufs Konto von Mickey, einer allzu klischeehaften und öden Figur. Dennoch erinnert manches im Film, vor allem die Lösung des Falls, an Ray Lawrence’s Meisterwerk Lantana (AUS/GER 2001) hin, der sich hier u.U. inspirieren ließ. Die Affenmaske ist als Neo Noir aus Australien sicher kein Muss.
 
Exzellente DVD-Edition (2006) der Koch Media GmbH mit sowohl dem englischen Originalton als auch einer bicht überzeugenden deutschen Synchronisation, optional deutsche Untertitel, ungekürzt im Originalformat, bildtechnisch topp und den Kinotrailer als Extra. Auch die erste deutsche DVD (2001) der e-m-s new media AG ist qualitativ einwandfrei und bietet den gleichen Standard.
 

Neo Noir | 2000 | International | Samantha Lang | Chris Haywood | John Batchelor | Kelly McGillis

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