Bewertung:

Originaltitel:
The Asphalt Jungle
Darsteller:
Sterling Hayden, Sam Jaffe, Jean Hagen, Louis Calhern, Marilyn Monroe
San Francisco: Der hoch begabte Berufsverbrecher „Doc“ Erwin Riedenschneider (Sam Jaffe) wird nach Jahren aus dem Gefängnis entlassen. Er hat in der Zeit seiner Inhaftierung den Plan für einen Juwelenraub ausgearbeitet, den er jetzt mit Unterstützung des dubiosen aber reichen und mächtigen Rechtsanwalts Alonzo Emmerich (Louis Calhern) in die Tat umsetzen will. In seinem Team für den Raub ist unter anderem der herunter gekommene Kleinkriminelle Dix Handley (Sterling Hayden). Mit seinem Anteil hofft dieser, die Farm seiner Eltern zurück zu kaufen, die jene in der Zeit der großen Depression verloren. Doch bei dem Einbruch läuft nicht alles, wie es geplant war…
Asphalt-Dschungel / Raubmord ist nicht nur der beste der drei Film Noirs John Hustons,
Die Spur des Falken / Der Malteser Falke (1941) mitgezählt, sondern einer seiner gelungensten Filme des Noir-Zyklus’ überhaupt. Schauspiel, Dramaturgie, Dialoge, Psychologie, Drehorte, Spannungsbogen – hier stimmt alles. Zudem distanziert sich der Film deutlich vom moralischen Impetus des klassischen Kriminalfilms und stellt seine „Verbrecher“ in psychologisch hoch differenzierter Weise dar.
Asphalt-Dschungel / Raubmord ist ein Paradebeispiel des Film Noirs: die völlige Entfremdung von gesellschaftlichen Normen und ein schicksalhaftes Ausgeliefertsein an die jeweils eigenen Stärken machen „Doc“ Riedenschneider und Dix Handley zu Prototypen des Film-Noir-Kinos - die sich, wollen sie nicht zugrunde gehen, keine Schwäche leisten können. Demgegenüber spiegelt Louis Calhern als angesehener, korrupter Anwalt Alonzo Emmerich die Wirklichkeit der bürgerlichen Gesellschaft im kontrastreichen Schwarzweiß des Film Noirs als verkehrte Welt. John Hustons Meisterstück wurde von der Kritik und vom Publikum seinerzeit positiv aufgenommen und inspirierte u.a. Jules Dassin zu seinem eigenen
Rififi (1955).
Sehr gute DVD von Warner Brothers, die inzwischen die Mängel der Erstauflage von 2006 weit hinter sich ließ: Originalformat und Originallänge, englischer und deutscher Ton, leider ohne Untertitel, dafür bildtechnisch hervorragend restauriert. Der Film ist für den Film-Noir-Fan und andere Freunde von Hollywoods "Golden" Age und natürlich des Kinos von John Huston ein Muss!
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