Tödliche Entscheidung

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Bewertung
*****
Originaltitel
Before The Devil Knows You're Dead
Kategorie
Neo Noir
Land
USA/UK
Erscheinungsjahr
2007
Darsteller

Philip Seymour Hoffman, Ethan Hawke, Marisa Tomei, Albert Finney, Michael Shannon

Regie
Sidney Lumet
Farbe
Farbe
Laufzeit
112 min
Bildformat
Widescreen
 

 

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© Koch Media GmbH
 
Die ungleichen Brüder Andy Hanson (Philip Seymour Hoffman) und Hank Hanson (Ethan Hawke) stecken jeweils in Schwierigkeiten. Die hängen sowohl mit Andys Frau Gina (Marisa Tomei) als auch mit Hanks ex-Frau Martha (Amy Ryan) zusammen - vor allem aber mit einem konstanten Mangel an Geld. Während Andy als Personalleiter einer Bank über die seines Bruders im Bilde ist, hat Letzterer von denen Andys keine Ahnung. Er glaubt an die Fassade des Erfolgs, die der Andere aufrecht erhält, während er selbst als Loser und schwarzes Schaf verschrien ist. Dabei ist Hank sehr um seine Tochter Danielle (Sarah Livingston) bemüht, deren Liebe und Zuneigung ihm alles bedeutet. Dass er ausgerechnet mit Gina eine Affäre hat, ist für ihn so typisch wie für den Bruder sein kostspieliger Drogenkonsum. Als für Andy, der systematisch Geld veuntreut, in der Bank eine Prüfung der Buchhaltung ansteht, geht er aufs Ganze. Er versucht, Hank zu einem Einbruch in den Juwelierladen einer Vorstadt zu überreden. Der mit Blick auf seine Finanzen verzweifelte Hank willigt ein. Da erfährt er, dass es sich um das Geschäft ihrer Eltern, Charles (Albert Finney) und Nanette Hanson (Rosemary Harris), handeln wird…
 
Ein Meisterwerk! Solch Prädikat sollte verliehen werden, wenn es zutrifft und nicht das Geringste zu bemängeln und zu bekritteln ist. Genau das ist bei Tödliche Entscheidung der Fall. Sidney Lumets Alterswerk, der hier mit 83 Jahren der Welt zeigt, wozu er noch fähig ist, schafft es mühelos in die Liste der 10 besten Neo Noirs ab 1967, also ab Point Blank - keiner darf überleben von John Boorman. Die Kriminalhandlung wird zum Schlüssel im Schloss einer Familiengeschichte, die so lebenssatt und tragisch augefaltet wird, dass es einem den Atem verschlägt. Die eigentliche Spannung liegt in der geschickten Montage der Narration und in der Verkettung von äußerer Aktion und Charakterentwicklung im Detail. Dabei kommen dem Film neben dem fulminanten Skript seine bis in Nebenrollen grandiosen Schauspieler zugute. Hier ist alles und jeder bis zum Wimpernschlag glaubwürdig.
 
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© Koch Media GmbH
 
Philip Seymour Hoffman durchläuft als von allen guten Geistern verlassener Andy Hanson, dem sein Dickicht „todsicherer“ Pläne aus dem Ruder läuft, eine einzigartige Tour de force. Ethan Hawke steht ihm als der ewige Verlierer, dessen immer falsche Entscheidungen aus den richtigen Gründen einem das Herz bluten lassen, in nichts nach. Albert Finney als Vater Charles Hanson, dem in Tagen ein ganzes Leben zwischen den Fingern zerrinnt, ist in seiner Vielschichtigkeit überwältigend. Gut und Böse sind passé. Richtig oder Falsch sind es auch. Mit dem entscheidenden Schritt aus der Konstruktion bürgerlicher Moral beschreitet Lumet das schwarze Niemandsland des Neo Noirs. Dabei ist er nie modisch und zeitgeisttauglich wie Andere, sondern zeigt den tödlichen Ernst des Lebens in der Hand von Amateuren. Der hieraus entspringende Humor ist pechschwarz.
 
Die DVD von Koch Media bietet den Film in einer erstklassigen Fassung, deutscher und englischer Ton, deutsche Untertitel, dazu zwei Trailer und zwei Dokumentationen als Extras. Ein Muss!
 

Neo Noir | 2007 | USA | Sidney Lumet | Albert Finney | Ethan Hawke | Michael Shannon | Philip Seymour Hoffman | Amy Ryan | Marisa Tomei

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