Mörder Syndikat San Francisco

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Bewertung
**
Originaltitel
Hoodlum Empire
Kategorie
Film Noir
Land
USA
Erscheinungsjahr
1952
Darsteller

Brian Donlevy, Claire Trevor, Forrest Tucker, Vera Ralston, Luther Adler

Regie
Joseph Kane
Farbe
s/w
Laufzeit
98 min
Bildformat
Vollbild

 


 

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New York bei Nacht: Zu später Stunde empfangen die Senatoren William J. Stevens (Brian Donlevy), Blake (Don Beddoe) und Tower (Gene Lockhart) den Besuch von Police Commissioner Garrison (Charles Trowbridge) und Police Inspector Willard (John Halloran). Kaum haben sie einander vorgestellt, reicht Ralph Foster (Damian O’Flynn), Chief Counselor ihres Kommitees, an Senator Stevens eine Liste mit 23 namentlich aufgeführten Zeugen. Immerhin 19 davon konnten ausfindig gemacht werden, darunter Joe Gray (John Russell) und der aktuell nicht in den USA befindliche Nicholas Mancini (Luther Adler). Letzterer ist es, an dem Stevens ein besonderes Interesse hat… Am nächsten Morgen fährt eine Limousine am Seiteneingang eines Bürohochhauses vor, aus der Nicholas Mancini und Ms. Connie Williams (Claire Trevor) aussteigen. Sie werden erwartet und fahren mit dem Aufzug zur Etage der National Finance & Realty Company. In deren Büro haben sich mehrere Männer um einen Schreibtisch versammelt, unter ihnen der Anwalt Benjamin Lawton (Taylor Holmes) und Mancinis rechte Hand für die schmutzigen Seiten des Geschäfts, Charley Pignatalli (Forrest Tucker). Mancini beauftragt Connie, ihm ein Frühstück zu organisieren. Sie fährt mit dem Aufzug in ein luxuriöses Apartment und schaltet dort in einem Arbeitszimmer eine Gegensprechanlage an, mit der sie das Gespräch der Herren unter ihr mithören kann…

 

“With (…) an overly convoluted structure which keeps pausing every few minutes to give us yet another flashback, Hoodlum Empire is never really able to work up much momentum”, schlussfolgert Jeffrey Kauffman und zeigt richtungsweise, warum dieser Film ein perfektes Beispiel für den Niedergang des Film Noirs inmitten der McCarthy-Ära jener frühen 50er Jahren darstellt. Mit Brian Donlevy (Der gläserne Schlüssel, USA 1942), Claire Trevor (Murder, My Sweet, USA 1944), Luther Adler (Cornered, USA 1945) und Taylor Holmes (Der Todeskuss, USA 1947) treten viele exquisite Darsteller des Film Noirs der 40er Jahre auf, alle bereits zwischen 42 und 74 Jahre alt. Aber im Gegensatz zu ihren Produktionen jener vorhergegangenen Ära ist Mörder Syndikat San Francisco - der deutsche Titel ist absurd, denn der Film spielt komplett in New York - ein weiterer semi-dokumentarischer, mit propagandistischen Botschaften geladener Pseudo-Noir, - beruhend auf Tatsachen - wie er für die McCarthy-Ära schon ab 1948 zum Markenzeichen wurde. Klipp und klar werden Gut und Böse voneinander geschieden, eine Grenzlinie, die Joe Gray dank seines in Kriegszeiten neuen Vorbilds, nämlich Major William J. Stevens, zu überschreiten gelingt, obwohl er bei seinem Onkel, dem Mobster Nicholas Mancini heranwuchs. Zugleich lernt Joe bei Kämpfen in Frankreich, wo er während eines heldenhaften Einsatzes verwundet wird, seine neue Liebe kennen, die gleichermaßen zur lebensrettenden Heldin stilisierte Marte Dufour (Vera Ralston). All das wird in extensiven Rückblenden als Rührstück der Kriegshistorie dargeboten und lässt, wie Kauffman zu Recht ausführt, die Dramaturgie der Gegenwartshandlung nicht zum Zug kommen. Oder anders ausgedrückt: Die Absicht des Films, exemplarisch eine Heldenfigur vorzuführen, die John Russell mit der Finesse und mit dem Charme eines Holzstücks verkörpert, ist so durchsichtig, dass man schon bald nurmehr gähnen muss.

 

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Trotz der guten darstellerischen Leistungen Claire Trevors und Luther Adlers ist hier von Anbeginn nicht viel zu retten. Claire Trevor ist 11 Jahre älter als John Russell und kann als seine Verlobte, die der Kriegsheld in der Heimat zurückließ, von vornherein kaum überzeugen. Das Schauspiel Brian Donlevys und John Russells ist ein lustloser und routinierter TV-Standard, der ihre Figuren stereotyp und fade erscheinen lässt. Dasjenige Vera Ralstons, einst war sie als Vera Hruba eine tschechische Eiskunstläuferin, zeigt grundsätzlich wenig Talent für diesen Beruf. Da sie jedoch die Ehefrau von Herbert J. Yates war, Gründer und Präsident des Filmstudios Republic Pictures, trat sie bis 1957 in vielen Produktionen von Republic in Hauptrollen auf. Der Regisseur Joseph Kane drehte zu jener Zeit drei Filme pro Jahr, großteils B-Western, und er zeigt auch im Fall von Hoodlum Empire (Originaltitel) keinerlei eigene Hansdschrift. Der Film Noir sollte sich während seiner wenigen Jahre, die der Entmachtung des Senators Joseph MacCarthy Ende 1954 noch folgten, nie mehr richtig erholen. Trotz vereinzelt herausragender Film Noirs von Orson Welles, Staley Kubrick oder Robert Wise, die bis 1959 folgten, war durch die McCarthy-Ära, den Aufschwung des Fernsehens und einen veränderten Zeitgeschmack dessen Zeit vorüber.

 

Sehr gute italienische DVD-Ausgabe (2013) als L’Imperio die Gangster von Golem Video, die bild- und tontechnisch den exzellenten BD- und DVD-Editionen (2013) von Olive Films (USA) entspricht, ungekürzt und im Originalformat, dazu die englische Tonspur und eine italienische Synchronisation, optional italienische Untertitel, das Ganze ohne Extras.

 


Film Noir | 1952 | USA | Joseph Kane | Brian Donlevy | Luther Adler | Richard Jaeckel | Roy Roberts | Taylor Holmes | Whit Bissell | Claire Trevor

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