Nur noch 72 Stunden

banner_noir_film_festival-2018.jpg


Psychologische Verteidigung


Concorde Home Entertainment


Eddie Muller


Wenn es Nach wird in Paris


Film Noir Collection Koch Media GmbH


Brighton Rock


Hier klicken zur Blu-ray


banner_der_film_noir_3.jpg


Bewertung
*****
Originaltitel
Madigan
Kategorie
Neo Noir
Land
USA
Erscheinungsjahr
1968
Darsteller

Richard Widmark, Henry Fonda, Inger Stevens, Harry Guardino, James Whitmore

Regie
Don Siegel
Farbe
Farbe
Laufzeit
97 min
Bildformat
Widescreen
 
 

 

BildBildBild
© Universal Pictures
 
Die New Yorker Polizisten Dan Madigan (Richard Widmark) und Rocco Bennaro (Harry Guardino) wollen den Ex-Häftling Barney Benesch (Steve Ihnat) zu einem Verhör vorladen. Eine Routinesache, scheint es. Doch Benesch entwaffnet die beiden und entkommt mit ihren Dienstwaffen ins Dickicht der Großstadt. Police Commissioner Anthony Russell (Henry Fonda) gibt seinen Detectives 72 Stunden Zeit, den inzwischen als rückfälligen Schwerverbrecher gesuchten Benesch aufzuspüren. Zugleich muss Russell sich mit dem Korruptionsverdacht gegen seinen Chief Inspector Charles Kane (James Whitmore) herum schlagen und sieht sich in Anbetracht seiner Affäre mit der verheirateten Tricia Bentley (Susan Clark) der eigenen Doppelmoral gegenüber. Dem „lousy cop“ Madigan gibt auch seine Frau (Inger Stevens) einen Schuss vor den Bug, weil sie sich vernachlässigt und sozial ausgegrenzt sieht. Da schlägt Benesch zu und zwar mit Dan Madigans Dienstpistole…
 
Das Drehbuch Abraham Polonskys - Regisseur von Force Of Evil (USA 1948) und Opfer der Kommunistenjagd Senator McCarthys - und die Regie Don Siegels (Der Henker ist unterwegs, USA 1958) bringen mit Nur noch 72 Stunden einen Neo Noir vom Feinsten. Mit dem damals 53jährigen Richard Widmark (Der Todeskuss, 1947) findet sich ein Schauspieler, der seine Karriere dem Film Noir verdankte und mit Henry Fonda (Die lange Nacht, 1947) und James Whitmore (Asphalt-Dschungel / Raubmord, 1950) zwei weitere, die den Film Noir zumindest mehrfach streiften. In Nur noch 72 Stunden interessieren Polonsky-Siegel sich vor allem für ihre Charaktere, deren bedeutendster die Großstadt selbst ist. Alles beginnt mit im Morgengrauen gefilmten Impressionen New Yorks. Es ist das New York der Sechziger--- und das von Polonskys eigenem Klassiker Force Of Evil.
 
Don Siegel, der im Film Noir begann (The Verdict mit Peter Lorre und Sydney Greenstreet war 1946 seine erste Regiearbeit) liefert schlicht wunderbare Reminiszenzen an den klassischen Film Noir. In einem Nachtclub trifft Dan Madigan seine alte Flamme Jonesy (Sheree North), die als Jazzsängerin auftritt – ganz in der Manier von Lizabeth Scott als „Dusty“ Chandler in Späte Sühne / Ein Mensch verschwindet (1947). Darüber hinaus brauchte es einen so schnörkellos trockenen Regisseur wie Siegel, um diesem nicht auf Action fokussierten Film sein Tempo und die gehörige Dramatik angedeihen zu lassen. Beides gelingt meisterhaft. Ein Drehbuch der Sonderklasse, vorzügliche Schauspieler, Don Siegels Regie und die Stadt New York bieten mit Nur noch 72 Stunden einen Film, der Bullitt (1968) und Point Blank – Keiner darf überleben (1967) in nichts nachsteht.
 
An der DVD von Universal Studios (2005) gibt es, außer dass sie keine Extras enthält, nichts auszusetzen: ein sehr gutes Bild, dazu sechs verschiedene Tonspuren, u.a. Deutsch und Englisch, optional 14 verschiedene Untertitel sowie das original Breitwandformat 2.35:1 - der gigantischen Automobile zuliebe. Für den Film-Noir-Freund im Grunde ein Muss!
 

Neo Noir | 1968 | USA | Abraham Polonsky | Don Siegel | Russell Metty | Harry Bellaver | Henry Fonda | James Whitmore | Richard Widmark | Inger Stevens | Sheree North | Susan Clark | Virginia Gregg

Neuen Kommentar schreiben

Durch Absenden dieses Formulars akzeptieren Sie die Mollom Privatsphärenrichtlinie.