Nacht des Jägers, Die

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Bewertung
****
Originaltitel
The Night of the Hunter
Kategorie
Film Noir
Land
USA
Erscheinungsjahr
1955
Darsteller

Robert Mitchum, Shelley Winters, Billy Chapin, Lilian Gish, Sally Jane Bruce

Regie
Charles Laughton
Farbe
s/w
Laufzeit
88 min
Bildformat
Vollbild
 

 

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© United Artists Corporation
 
Die USA in den frühen 30er Jahren: Familienvater und Bankräuber Ben Harper (Peter Graves) erbeutete bei einem Überfall 10000 Dollar. Doch wegen Mordes an zwei Menschen sitzt er im Gefängnis und erwartet seine Hinrichtung. Niemand weiß, wo das Geld versteckt ist – außer seiner kleinen Tochter Pearl (Sally Jane Bruce) und ihrem Bruder John (Billy Chapin). Als Zellengenosse Harpers erhält der falsche Wanderprediger Harry Powell (Robert Mitchum) Kenntnis von dem Geld. Nach Hinrichtung Harpers und seiner eigenen Entlassung macht sich Powell auf den Weg zu Harpers Witwe Willa (Shelley Winters) aufs Land. Er gibt sich als Gefängnispriester aus, der ihrem Mann in letzter Stunde beistand, und die bedürftige Frau gerät in ihrer Not in Abhängigkeit von dem manisch frömmelnden Prediger. Schließlich heiratet sie ihn und Harry Powell hat freie Bahn, die beiden Kinder unter Druck zu setzen und ihnen das Geheimnis des Verstecks abzuluchsen. Das erweist sich als weniger leicht, als angenommen. Da Harry zunehmend die Nerven durchgehen, er ihre Kinder verängstigt und Willa schlägt, erkennt seine Frau das wahre Wesen ihres neuen Gatten. Doch der Psychopath, der hinter der gläubigen Fassade steckt, ist nicht mehr zu stoppen. Eines Nachts kommt es zur Katastrophe…
 
Keine Hollywoodproduktion war 1955 ihrer Zeit so eindeutig voraus wie diese und griff zugleich so tief in die Kiste längst abgelegter Requisiten, um jene Ära der Großen Depression auf dem Lande wieder auferstehen zu lassen - kein Film Alfred Hitchcocks und auch nicht Melvyn LeRoys Die böse Saat (USA 1956). Sein Regisseur Charles Laughton bezieht sich in seiner einzigen Regiearbeit dafür auch pointiert auf die Geschichte des Kinos, namentlich auf die Zeit des Stummfilms und auf den  deutschen Expressionismus. Laughton, ein begnadeter und seinerzeit auch in den USA längst etablierter Schauspieler englischer Herkunft mit Gastspielen auch im Film Noir wie etwa in Geheimaktion Carlotta (USA 1949) und ein Freund Bertolt Brechts schuf mit Die Nacht des Jägers fast ein kleines Meisterwerk. Nicht nur die von Robert Mitchum brillant inszenierte Psychopathologie des irrsinnigen Predigers und skrupellosen Mörders Harry Powell und nicht nur die unterschwellige Bedrohung in nahezu jeder Einstellung bis zum Finale sondern auch die alptraumartige Poesie der Bilderwelten kennzeichnet den Hybriden aus Thriller, Horrorstück und Film Noir in einzigartiger Weise.
 
Bild Bild Bild
© Koch Media GmbH
 
 Die Nacht des Jägers bleibt bis heute ein Ausnahmefilm, ein aberwitziger Thriller, der über weite Strecken so klasssisch wie ein Drama von William Shakespeare oder ein Stück griechischer Tragödie anmutet. Für das US-amerikanische Kinopublikum des Jahres 1955 war seine surreale, beizeiten märchenhaft skurile Art bei weitem zuviel des Guten. Es verließ johlend und pfeifend die Kinosäle und Die Nacht des Jägers geriet als kommerzieller Flop bald in Vergessenheit. Erst die Frühsechziger brachten mit Alfred Hictchcocks Psycho (USA 1960) und mit J. Lee Thompsons Ein Köder für die Bestie (USA 1962) die (erneute) Enttabuisierung des Kinofilms soweit voran, dass Charles Laughtons Noir in den Kreisen von Cineasten bald jenen Kultstatus erreichte, der ihm bis heute vorauseilt. Zum Ende hin fasert die Erzählung leider etwas aus. In der Figur Rachel Coopers, die von Lilian Gish allemal wunderpar porträtiert wird, erscheint die Gegenspielerin des teuflischen Priesters beizeiten als eine zu klischeehafte Lichtgestalt. Erstaunlicherweise hat die Veröffentlichung als BD und als DVD und damit die Rezeption des Werks durch ein breiteres Publikum in dessen Kommentaren erneut gezeigt, dass dieser Film nicht für jeden das Richtige ist.
 
Die deutsche Edition von MGM Home Entertainment LLC. (2004) bringt diesen Klassiker in einer guten Edition: Tonspuren auf Eglisch, Deutsch, Französisch, Italienisch und Spanisch, dazu ebenso viele Untertitel, ungekürzt und im Originalformat (4:3) inklusive Kinotrailer. Die von Koch Media GmbH veröffentlichte Neuausgabe (2013) auf DVD und auf BD ist in ihrer HD-Qualität - entspricht dem auch von der Criterion Collection (USA) verwendeten Master - jedoch der MGM-Erstauflage bildtechnisch eindeutig überlegen und lohnt den Kauf unbedingt.
 

 

 

Film Noir | 1955 | USA | Charles Laughton | Stanley Cortez | Robert Mitchum | Gloria Pall | Shelley Winters

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