Caught

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Bewertung
****
Originaltitel
Caught
Kategorie
Film Noir
Land
USA
Erscheinungsjahr
1949
Darsteller

James Mason, Barbara Bel Geddes, Robert Ryan, Curt Bois, Frank Ferguson

Regie
Max Ophüls
Farbe
s/w
Laufzeit
88 min
Bildformat
Vollbild
 

 

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© Metro-Goldwyn-Mayer Studios Inc.
 
New York: Leonora Eames (Barbara Bel Geddes) ist ebenso hübsch wie unerfahren. Sie hat nur ein Lebensziel: einen möglichst reichen Mann zu heiraten. Dafür besucht sie eine "Schule des Charmes" für junge Frauen und verdingt sich in einem Kaufhaus als Mannequin. Als Leonora von einem Kunden (Curt Bois) auf eine Party eingeladen wird, lernt sie den Multimillionär Smith Ohlrig (Robert Ryan) kennen. Die beiden verbringen einige Nächte zusammen - schon lässt sie der selbstherrliche Ohlrig links liegen. Als er kurz darauf dem überaus negativen Urteil seines Psychoanalytikers über ihn trotzen will, heiratet er das Mädchen. Zuerst genießt Leonora das Leben im Luxus. Doch Smith Ohlrig ist ein kalter, sadistischer Mensch, der seine Frau als Leibeigene sieht. Leonora verlässt Ohlrig, sucht sich eine eigene Wohnung in Manhattan und nimmt bei dem Kinderarzt Dr. Larry Quinada (James Mason) eine Stelle an. Quinada verliebt sich in seine ebenso engagierte wie attraktive Helferin. Da taucht Ohlrig auf, und als Leonora erkennt, dass sie ein Baby von ihm erwartet, ist sie bereit, zu ihrem Mann zurückzukehren…
 
Max Ophüls, deutschstämmiger Jude aus Saarbrücken, der ab 1932 im Exil lebte, ist ein klangvoller Name in der Geschichte des Kinos. Stanley Kubrick, Jean-Luc Godard und Martin Scorsese schätzten sein Werk, das ausgerechnet in Deutschland kaum vorliegt. Caught ist eine der wenigen Arbeiten Max Ophüls’ in Hollywood, das er schon 1950 zugunsten von Paris verließ. Caught ist ein Film Noir, der auf die sonst übliche Kriminalgeschichte als Matrix für eine subtilere Schwerpunktsetzung zu verzichten weiß. Dafür inszeniert er alle stilistischen Elemente des Film-Noir-Kinos und bringt eine Bildergalerie, die von Anbeginn eine spürbare Kälte des Szenarios heraufbeschwört. Weit weniger überzuckert als mancher "hardboiled" Kriminalfilm seiner Zeit ist Gefangen ein Drama, das dem sensiblen Zuschauer noch heute unter die Haut geht. Dafür sorgt schon Robert Ryan in der Rolle des Machtmenschen Ohlrig, der um wirklich jeden Preis zu herrschen gewohnt und zu herrschen gewillt ist.
 
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Mit dem Engländer James Mason und mit dem deutschen Exilanten Curt Bois sehen wir ein internationales Ensemble, das in diesem zeitkritischen Film Noir überaus stimmig wirkt. Auch Ophüls’ unruhige, in fließender Bewegung befindliche Kamera setzt Akzente, die es nicht zulassen, sich als Betrachter im Film gemütlich einzurichten. Max Ophüls brachte im gleichen Jahr den ebenfalls exquisiten Film Noir Schweigegeld für Liebesbriefe, erneut mit James Mason und dazu mit Joan Bennett in den Hauptrollen, bevor er sich aus Hollywood, das er wie Jean Renoir nicht sonderlich schätzte, ein für allemal verabschiedete. Seine Film Noirs und das 1947 entstandene Melodram Brief einer Unbekannten (mit Joan Fontaine) sind ein starkes Vermächtnis aus dieser Zeit und gehörten auch in Deutschland endlich wieder entdeckt. Allerdings lief Caught weder in Deutschland noch in Österreich jemals im Kino und hatte erst 1973 in beiden Ländern als Gefangen seine Premiere im Fernsehen.
 
Die englische DVD-Edition (2008) von Second Sight Film Ltd. lässt kaum Wünsche offen: Topp-Bildqualität, original englische Tonspur ohne Untertitel, dazu ein Audiokommentar von Max-Ophüls-Spezialist Lutz Bacher und die Dokumentation Uncaught des Filmhistorikers Tag Gallagher. Sehenswert!
 

 

 

Film Noir | 1949 | USA | Max Ophüls | Art Smith | James Mason | Robert Ryan | Barbara Bel Geddes | Pamela Mason

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