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Bewertung
****
Originaltitel
The Killer Inside Me
Kategorie
Neo Noir
Land
USA
Erscheinungsjahr
1975
Darsteller

Stacy Keach, Susan Tyrrell, Tisha Sterling, Keenan Wynn, Charles McGraw

Regie
Burt Kennedy
Farbe
Farbe
Laufzeit
98 min
Bildformat
Widescreen
 

 

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Central City, Montana: Lou Ford (Stacy Keach) ist der Deputy Sheriff einer Minenstadt, in der er als Sohn eines Mathematikprofessors (Royal Dano) und einer Dozentin für Psychologie (Julie Adams) auch geboren wurde und aufwuchs. Seine Eltern sind verstorben, doch Deputy Ford ist wohl gelitten, denn er hat die Gabe, als ausgeglichener und besonnener Charakter manchen Konflikt zu schlichten. Auch ist er mit der hübschen Lehrerin Amy Stanton (Tisha Sterling) verlobt, die ihn seit vielen Jahren liebt. Im Vorfeld der Bürgermeisterwahlen kommt es zwischen dem Minenbesitzer Chester Conway (Keenan Wynn) und dem Reformkandidaten Howard Hendricks (Charles McGraw) zu Spannungen. Auch zwischen den Arbeitern und dem Conway-Sprössling Elmer (Don Strout) ist das Verhältnis schlecht. Zu viel Stress ist für den äußerlich starken Lou Ford, der an Halluzinationen leidet, aber kaum verträglich. Als er von Sheriff Bob Maples (John Dehner) zu einer Prostituierten außerhalb der Stadt geschickt wird, bringt die Begegnung mit Joyce Lakeland (Susan Tyrell) die dunkle Seite seiner selbst zum unerwarteten Ausbruch…
 
Der vom zeitgenössischen Publikum viel geschmähte Film ist ein Neo Noir, der einen Grundstein fürs Kino John Dahls und der Coen Brothers legte. Ist es auch richtig, dass sich die Autoren Edward Mann und Robert Chamblee von der Romanvorlage Jim Thompsons entfernten, liefert der Film mit dem von Stacy Keach kongenial umgesetzten Portrait Lou Fords eine Charakterstudie erster Güte. Hier geht es nicht um explizite Gewalt, Action oder Special Effects! Burt Kennedys Rhythmus, der Lou Ford als ganz besonderen Charakter des Städtchens Central City einführt, ist meisterhaft konterkariert von den Einbrüchen dunkler Erinnerungen ins Alltagsleben.
 
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Es  finden sich hier haufenweise Elemente eines durchdachten Film-Noir-Stils, etwa die Erzählerstimme aus dem Off, die Rückblendenstruktur, eine exquisite Femme fatale und eine nur schrittweise sich enthüllende, nachtdunkle Vergangenheit. Kameramann William Fraker zitiert mit kontrastreichen, innovativen Licht-Schatten-Szenarien den klassischen Film Noir. Tim McIntire and John Rubinstein liefern einen von Jazz, Überblendungen und Dissonanzen gekennzeichneten Soundtrack, der nie aufdringlich daher kommt. Überhaupt ist der Ton als Stilelement allgegenwärtig – als die Stimmen im Rundfunk und als jene inmitten Lou Fords traumatisch geprägter Erinnerung. Mit John Carradine (Mord in der Hochzeitsnacht, USA 1945), Charles McGraw (Rächer der Unterwelt / Die Killer, USA 1946) und Royal Dano (Die Mündung vor Augen, USA 1951) lieh sich Burt Kennedy drei Darsteller, die den klassischen Film Noir nicht nur streiften. Von hier aus kam Royal Dano immerhin noch bis in David Lynchs an Film-Noir-Zitaten reiche TV-Serie Twin Peaks (USA 1990/91).
 
Die einzige, vergriffene DVD con Simitar Entertainment, Inc. stammt von 1998 und ist weltweit abspielbar. Sie bringt ein solides Bild im leider falschen Format, - nur 4:3 statt Widescreen 2.35:1 - den gut verständlichen englischen Originalton, Untertitel oder Extras gibt es keine. Dafür ist sie im Vergleich zur deutschen VHS-Kassette (90 Minuten) mit 98 Minuten Spielzeit definitiv ungekürzt.
 

Neo Noir | 1975 | USA | Burt Kennedy | Jim Thompson | Charles McGraw | John Carradine | Keenan Wynn | Royal Dano | Stacy Keach | Susan Tyrrell

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