Drive A Crooked Road

 

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Bewertung
****
Originaltitel
Drive A Crooked Road
Kategorie
Film Noir
Land
USA
Erscheinungsjahr
1954
Darsteller

Mickey Rooney, Dianne Foster, Kevin McCarthy, Jack Kelly, Harry Landers

Regie
Richard Quine
Farbe
s/w
Laufzeit
83 min
Bildformat
Widescreen

 


 

Drive A Crooked Road-Poster-web3.jpg Drive A Crooked Road-Poster-web2.jpg Drive A Crooked Road-Poster-web1.jpg

© Columbia Pictures Corporation

Los Angeles, Kalifornien: Automechaniker Eddie Shannon (Mickey Rooney) fährt in seiner Freizeit Rennen und hat bereits eine Sammlung von Pokalen in seinem Zimmer angehäuft. Zumeist ist er allerdings nicht Sieger, dazu fehlt ihm vor allem das Kleingeld, um den eigenen Wagen aufrüsten zu können. Auch beim heutigen Rennen von Reno, wo Shannon von seinen Kollegen Don (Dick Crockett) und Ralph (Harry Landers) unterstützt wird, gelangt Shannon als Zweiter ins Ziel, woran die Besucher Steve Norris (Kevin McCarthy) und Harold Baker (Jack Kelly) dennoch regen Anteil nehmen. Baker weiß zu berichten, dass der kleine Shannon ein Einzelgänger ist, keine Frau und kaum Freunde habe, und dass er bei International Motors in Los Angeles als Mechaniker arbeite. Er sei, so Baker zu Norris, genau der Richtige... In ihrer im Basement gelegenen Werkstatthalle setzen sich Ralph und Eddie zu ihren Kollegen Don, Carl (Paul Picerni) und Phil (Jerry Paris) auf die Bank, unter der sie ihre Lunchpakete verstaut haben. Indessen sie ihre Sandwiches verzehren, geht auf dem oberhalb gelegenen Trottoir eine hübsche Frau (Irene Bolton) vorüber. Bis auf Eddie springen alle auf, um trotz des schalldichten Fensters die Aufmerksamkeit der Schönen zu erregen, die allerdings sofort in ihr Auto einsteigt. Als sie zur Bank zurückkehren, macht sich Carl über Eddie, den er ”Shorty” nennt, wiederholt lustig, indem er ihn fragt, ob er überhaupt je mit einer Frau allein gewesen sei. Ralph ist davon genervt und fordert Carl auf, es zu unterlassen…

 

“A bleak scenario that has a hard and cynical edge, is rendered competently by a Columbia Pictures team“, bringt es Tony D’ambra für filmsnoir.net auf den Punkt. Drive A Crooked Road ist keiner der Klassiker seiner Zeit und gehört auch nicht in den Kanon der 100 besten Film-Noir-Titel aller Zeiten, doch sehenswert ist er für Freunde des Filmstils allemal und das nicht zuletzt wegen seines Hauptdarstellers. Im Alter von 6 Jahren stand Kinderstar Mickey Rooney für seinen Mickey McGuire in Orchids and Ermine (USA 1927) vor der Kamera - eine Rolle, die er bis 1934 in Dutzenden von Kurzfilmen erneut innehatte. Ab 1937 transformierte er zu Andy Hardy und spielte für weitere 9 Jahre den ewigen Teenager in 16 Spielfilmen für Metro-Goldwyn-Mayer Studios, bevor er mit 27 Jahren für den ewigen Jugendlichen endgültig zu alt geworden war und für MGM im Remake von Schnelle Fäuste (USA 1938) unter dem Titel Killer McCoy (USA 1947) die Titelrolle eines Profiboxers einnahm. Jenseits der 30 und jenseits von Komödien und Romantik bot sich für Rooney der Film Noir als Spielwiese an, und so sah man ihn in Quicksand (USA 1950) und in Tödliches Pflaster Sunset Strip (USA 1951) erstmals in den Schattenzonen jener Wohlstandsjahre agieren. Mickey Rooney gehörte nicht wie Burt Lancaster, Robert Mitchum, John Garfield, oder Dick Powell zu den duchtrainierten, schlanken Antihelden des Film Noirs, die desperat und abgründig und immer gut aussehend waren. Rooney ist eher rundlich und kleinwüchsig und trägt auch in Drive A Crooked Road Bürstenschnitt und einen Overall mit seinem Vornamen auf der Brusttasche. Er ist gewissermaßen noch immer nicht erwachsen, lebt in einem Pensionszimmer mit Bildern von Automobilen und Rennfahrern an Wänden, so als sei er eben erst aus dem Elternhaus ausgezogen und habe aus Mangel an Alternativen halt seine Jugenderinnerungen mitgenommen.

 

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© Columbia Pictures Corporation

“You want something, and so do I, but there’s a difference between us.“ Das Drehbuch ist von Blake Edwards (Der letzte Zug, USA 1962), der hier zum fünften und vorletzten Mal mit dem Regisseur Richard Quine zusammen arbeitete. Quine drehte im gleichen Jahr mit Schachmatt (USA 1954) noch einen Film Noir für Columbia Pictures, doch waren beide Männer sowohl vorher als auch später eher im Fach der Komödie und leichtfüßiger romantischer Dramen ansässig. 1954 war zugleich das Jahr, in dem Blake Edwards beim Fernsehen erste Erfahrungen auch als Regisseur sammelte. Dass Mickey Rooney in Drive A Crooked Road den Betrogenen spielt, den grundehrlichen kleinen Mann, den keiner ernst nimmt und mit dem alle ihr Spiel treiben, ist bemerkenswert. Seine Darstellung ist wunderbar nuanciert und ausgewogen. Bereits mit 33 Jahren zeigt er die Anlage zum Charakterdarsteller. Dianne Foster, Kevin McCarthy und Jack Kelly können als gut situiertes mittelständisches Gangster-Trio ebenfalls überzeugen. Auch in Quicksand (USA 1950) spielte Rooney einen Automechaniker, dem eine Femme fatale zum Verhängnis zu werden droht, indessen Don Siegel sich für seine nach Robert Siodmaks Rächer der Unterwelt / Die Killer (USA 1946) erneute Adaption von Ernest Hemingways Kurzgeschichte Der Tod eines Killers (USA 1964) ganz offensichtlich von Richard Quines Film Noir inspirieren ließ, indem er darin den Beruf des Protagonisten vom Profiboxer zum Rennfahrer wandelte.

 

In den USA erschien Drive A Crooked Road, der in Deutschland als Auf gefährlicher Straße nur im Fernsehen lief, erstmals als Teil der 5-DVD-Box (2012) Columbia Pictures Film Noir Classics III, später auch als DVD-R (2014) in der Choice Collection (codefree) von Sony Pictures Home Entertainment, bild und tontechnisch exzellent restauriert, ungekürzt und im Originalformat mit lediglich dem original englischen Ton ohne Untertitel und ohne jegliche Extras. In Europa findet sich eine spanische DVD (2012, codefree) via Llamentol S.L. mit dem Film in exakt gleicher Qualität, allerdings mit optional einer spanischen Synchronisation und auch spanischen Untertiteln, dazu den US-Kinotrailer als Extra.

 


Film Noir | 1954 | USA | Richard Quine | Charles Lawton jr. | Kevin McCarthy | Mickey Rooney | Dianne Foster

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