C-Man

 

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Wenn es Nach wird in Paris


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Bewertung
***
Originaltitel
"C"-Man
Kategorie
Film Noir
Land
USA
Erscheinungsjahr
1949
Darsteller

Dean Jagger, John Carradine, Harry Landers, Lottie Elwen, Rene Paul

Regie
Joseph Lerner
Farbe
s/w
Laufzeit
77 min
Bildformat
Vollbild

 


 

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New York: Der 35jährige Clive Holden (Dean Jagger) arbeitet als Agent für die US-Zollbehörde und kommt an einem Wintertag von einem Urlaub in Kanada zurück nach New York. Er genießt seine Heimatstadt und ist selbst überrascht, wie sehr er sie in der Zeit seiner Abwesenheit doch vermisste. Die wirkliche Überraschung erwartet ihn aber bei Rückkehr ins Büro. Sein langjähriger Freund und Vorgesetzter Steve Reegan wurde bei Verfolgung von Juwelenschmugglern in Frankreich ermordet. Holden ist schockiert, als ihn Inspector Brandon (Walter Vaughan) davon in Kenntnis setzt, der ihn zugleich damit beauftragt, sich des Falls anzunehmen. Steve Reegan war auf das Verschwinden einer kostbaren Halskette aufmerksam geworden, die im September von Linda Brundage (Edith Atwater) in Paris hoch versichert und zwei Monate später in Cannes von ihr als gestohlen gemeldet worden war. Der US-Agent war den Dieben auf der Spur, aber bevor er einen Bericht hätte abfassen können, war er tot. Allerdings stellte man in Paris fest, dass er auf der Spur eines Mannes namens Matthew Royal (Rene Paul) war, der in nur zwei Tagen mit der holländischen Airline KLM von Paris aus nach New York fliegen wird. So wird aus Clive Holden der Privatdetektiv William Harrah mit einem Büro in New York und mit einer Sekretärin. Zwei Tage später steht Harrah alias Holden auf der Aussichtsterrase des Flughafens Orly. Hier trifft er den vor Ort arbeitenden US-Agenten McQueen (Dennis Patrick), der ihn über Royal ins Bild setzt…

 

Ein semidokumentarischer Film Noir in der Tradion von Anthony Manns Geheimagent T (USA 1947) und William Keighleys Straße ohne Namen (USA 1948). Solche Filme dienten in der heraufdämmernden McCarthy-Ära vor allem dem Zweck, den Patriotismus anzufaschen und der vom Weltkrieg traumatisierten USA erneut mit den altgedienten Schubladen von Gut und Böse ein simples und effektives Werteschema zu bieten. Der Autor Berne Giler (Affäre in Trinidad, USA 1952) nutzt viele hinlänglich bekannte Klischees der Agentenfilme und Kriminalschwarten seiner Zeit und die ersten 30 Minuten sind zäh wie Kaugummi. Positiv fallen vor allem Dean Jagger und der Schweizer Rene Paul als dessen Gegenspieler auf. Auch der lebenslang einzige Filmauftritt der Deutschen Lottie Elwen als Holländerin Kathe van Bourne, die ihren Verlobten Joe (Walter Brooke) in seinem New Yorker Apartment ermordet auffindet, ist alles andere als schlecht. Sobald sie und Harrah alias Holden in der Metropole am Hudson River von Gangstern gehetzt und bedroht werden, gewinnt der Film endlich an Dynamik. Die Erzählung ist im Ganzen aber zu abgedroschen und künstlich verkompliziert. Einige Sequenzen wirken forciert und der Aufwand, mit dem die Bösewichte ihr Geschäft betreiben, um dann die kostbare Ware prompt zu verlieren, erscheint nachgerade lächerlich. Als ein Krankenwagen mit hohem Tempo und ohne ersichtlichen Grund in einen Gemüseladen fährt, schaffen es die unverletzten Schurken nicht, einer auf der Bahre liegenden, halb bewusstlosen Frau ein Schmuckstück abzunehmen und damit zu fliehen. Ich kann mir keinen Zuschauer vorstellen, der das jemals hat glaubwürdiig finden können.

 

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“This slick, moody and modestly effective film noir is (…) boosted above its lowly status by involving turns from Jagger and John Carradine”, schreibt Derek Winnert und damit kann ich mich allemal arrangieren. Wenn auch der Plot an seiner Bedeutungslosigkeit krankt, so ist der Film atmosphärisch zu Teilen gar beeindruckend. Der Kameramann Gerald Hirschfeld (Wenn es Nacht wird in Manhattan, USA 1970) beweist neben Regisseur Joseph Lerner ein gutes Auge für Drehorte inmitten des urbanen Dschungels, und auch der Komponist Gail Kublik (An einem Tag wie jeder andere, USA 1955) versteht es, mit seiner Musik mehrfach zu verblüffen, indem er die so zeittypischen Arrangements völlig ignoriert und ungewöhnliche Akzente setzt. Der Erzähler aus dem Off ist Dean Jaggerselbst und er holt uns in der zweiten Hälfte immer wieder in die Geschichte zurück. Fazit: C-Man ist sicher kein verlorener Klassiker des Film Noirs oder eine in ihrer Zeit zu Unrecht ignorierte Poverty-Row-Produktion, der man 70 Jahre später endlich den Tribut zollen müsste. Eine solches Niveau hat das Werk nicht. Dennoch wäre das einzige, was einen erfahrenen Connaisseur des Film Noirs ggf. vom Genuss abhalten könnte, die bis dato nur in schlechter Bild- und Tonqualität vorliegende Fassung des Werks.

 

Weltweit gibt es bis heute lediglich eine DVD-Edition (2006) der Alpha Video Distributors, Inc. mit dem Film ungekürzt im Originalformat und mit lediglich der englischen Originaltonspur ohne Untertitel und auch ohne jegliche Extras.

 


Film Noir | 1949 | USA | Joseph Lerner | Dean Jagger | John Carradine

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