Jack Irish: Bad Debts

 

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Bewertung
****
Originaltitel
Jack Irish: Bad Debts
Kategorie
Neo Noir
Land
AUS
Erscheinungsjahr
2012
Darsteller

Guy Pearce, Marta Dusseldorp, Aaron Pedersen, Roy Billing, Damien Richardson

Regie
Jeffrey Walker
Farbe
Farbe
Laufzeit
99 min
Bildformat
Widescreen

 


 

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Melbourne, Australien; Im Stadtteil Kitzroy betreibt der Rechtsanwalt Jack Irish (Guy Pearce) zusammen mit seinem Kollegen Drew Greer (Damien Richardson) seit vielen Jahren eine eigene Praxis. Seit kurzem ist Irish mit der hübschen Isabel (Emma Booth) verheiratet und die beiden diskutieren am heutigen Morgen lebhaft Pläne zum Erwerb eines besonders kunstvollen Tisches, als Wayne Milovich (Fletcher Humphreys), ein Klient von Jack Irish, die traute Konversation stört. Er ist außer sich vor Wut über ein Urteil, das ihn von Frau und Kindern trennte, und er bezichtigt Jack Irish für seine Misere hauptverantwortlich zu sein, da jener sein Vertrauen missbrauchte. Jack weist Isabel an, sich schon mal ins Auto zu begeben, indessen er selbst nach der Akte des Falls sucht. Plötzlich hören er und Drew einen lauten Knall und im nächsten Augenblick stürzt Irish auch schon nach draußen auf den Parkplatz. Dort sieht er seine Ehefrau Isabel auf dem Fahrersitz ihres Wagens mit einem Kopfschuss getötet und Milovich, der erst die Waffe auf Jack Irish richtet und sich im nächsten Augenblick selbst damit erschießt… Einige Zeit später: Jack Irish hat seine Tätigkeit als Anwalt für Strafrecht an den Nagel gehängt und verdingt sich als Schuldeneintreiber und Privatdetektiv. Als er den flüchtigen Eddie Dollery (Michael Carman) in einem Strandhaus aufstöbert, richtet jener eine alte Armeepistole auf ihn, doch Irish kann den betagten Herrn überwätigen und findet das veruntreute Geld in der Spülmaschine und im Lüftungsschacht…

 

“The endearing gumshoe is a sort of bad-arse bizarro Tintin or long-lost Australian descendant of Humphrey Bogart, played with understated noirish charm by Guy Pearce”, schreibt Luke Buckmaster für The Guardian über die fürs Fernsehen adaptierten Kriminalromane um den dubiosen privaten Ermittler Jack Irish, eine Figur des australischen Autoren Peter Temple. Letzterer stammt ursprünglich aus Südafrika, emigrierte aber 1980 nach Australien und arbeitete in Melbourne als Journalist und als Dozent an der dortigen Universität. Bad Debts (EA 1996) war sein erster Roman um den Privatdetektiv Jack Irish, - auf Deutsch 2007 als Vergessene Schuld - ein Mann mit einer bewegten Vergangenheit und einer stets noch bewegteren Gegenwart, der Temple sogleich den Ned Kelly Award einbrachte, einen wichtigen australischen Literaturpreis. Bis 2003 sollten noch drei weitere Bücher um Jack Irish folgen, danach legte Temple, der im März 2018 mit 71 Jahren starb, seine Figur ad acta. Der Schauspieler Guy Pearce wiederum trat ab den späten 80er Jahren im australischen Fernsehen und im Kino mit Nebenrollen in Erscheinung, bevor ihn Curtis Hansons L.A. Confidential (USA 1997) einem internationalen Publikum nahebrachte. Trotz seines Erfolgs mit Memento (USA 2000) rutschte Pearce nach einigen Flops in US-Produktionen ab 2007 in den Besetzungslisten wieder auf den zweiten, dritten, vierten Rang. Das Jahr 2010 fand ihn in dem Neo Noir Königreich des Verbrechens (AUS 2010) und ab 2012 trat er als Privatdetektiv Jack Irish in Erscheinung, bis dato für drei Fernsehfilme und immerhin zwei Staffeln einer gleichnamigen TV-Serie.

 

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© Arrow Films

Jack Irish: Bad Debts ist die Adaption des Debüts der Quadrologie und folgt der Schicksalschronologie des Protagonisten. Der Kriminalfall ist weder neu noch einzigartig, aber die Vielzahl der bizarren Charaktere, das Engagement der Schauspieler und die Unerschrockenheit der Regie lassen die TV-Produktion dynamisch und frisch erscheinen. Der Film hält, was das Schockmoment des Auftakts an Dynamik vorgibt, über eine Strecke von über 1 ½ Stunden mühelos durch. Regisseur Jeffrey Walker gelingt es, die Handlungsebenen geschickt zu verknüpfen und sie dem Protagonisten zuzuschreiben. Wie seine Vorväter Philip Marlowe oder Mike Hammer bewegt sich Jack Irish mit einiger Lässigkeit auf beiden Seiten gesetzlicher Bestimmungen, mal zum Nutzen Dritter und mal zum eigenen Nutzen. Jack Irish ist zudem stylish und zwar in mehrfacher Hinsicht. Er fährt einen cremefarbenen Studebaker Hawk aus den späten 50er Jahren, hört Opern via Schallplatte und trinkt großteils Johnnie Walker Red Label oder Rotwein. Seine Freunde Harry Strang (Roy Billing) und der Aborigine Cam Delray (Aaron Pedersen) leben von Wettgeschäften bei Pferderennen, an denen sich Jack Irish beteiligt. Mit Linda Hillier (Marta Dusseldorp) lernt er eine erfolgreiche Journalistin kennen, die ihm auch in zukünftigen Fällen mehr oder minder zur Seite steht… Dass man dem Werk den TV-Charakter ansieht, ist sein größtes Manko. Auch wirken einige der Nebendarsteller schon zu sehr auf “TV-Serie“ getrimmt und damit etwas standardisiert. Allemal gibt sich der Neo Noir Jack Irish: Bad Debts mit Blick auf seine politischen Konnotationen seriös und das mit Erfolg. Trotz einer Beteiligung der ZDF Enterprises GmbH ist keiner der drei Fernsehfilme und keine der beiden Staffeln der TV-Serie jemals in Deutschland gezeigt oder veröffentlicht worden.

 

Es gibt eine erstklassige englische 2-DVD-Edition (2013) von Arrow Films mit Jack Irish: Bad Debts (2012) und mit Jack Irish: Black Tide (2012), das Ganze bild- und tontechnisch topp im Originalformat und ungekürzt mit der original englischen Tonspur ohne Untertitel mit dem 16minütigen Featurette Jack Irish: Behind The Scenes auf der zweiten DVD. Eine Herausforderung mag für manche, die es nicht gewohnt sind, das etwas eigenwillige australische Englisch sein.

 


Neo Noir | 2012 | International | Jeffrey Walker | Aaron Pedersen | Anthony Hayes | Guy Pearce | Roy Billing

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