Mary Ryan, Detective

 

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Psychologische Verteidigung


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Eddie Muller


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Film Noir Collection Koch Media GmbH


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Bewertung
***
Originaltitel
Mary Ryan, Detective
Kategorie
Film Noir
Land
USA
Erscheinungsjahr
1949
Darsteller

Marsha Hunt, John Litel, June Vincent, Harry Shannon, William Phillips

Regie
Abby Berlin
Farbe
s/w
Laufzeit
68 min
Bildformat
Vollbild

 


 

Mary Ryan Detective-Poster-web1.jpg Mary Ryan Detective-Poster-web2.jpg Mary Ryan Detective-Poster-web4.jpg

© Sony Pictures Home Entertainment

Los Angeles: Mrs.Wilma Hall (Victoria Horne) und ihre Tochter Patsy (Doreen McCann) betreten einen Juwelierladen, um sich Feuerzeuge anzusehen. Dort werden sie von Mr. Munsell (Robert Emmett Keane) begrüßt, der soeben Mrs. Estelle Byron (June Vincent) bedient, die sich von ihm teure Diamantringe zeigen lässt. Munsell ruft seinen Assistenten Mr. Gordon (Jimmy Lloyd), der sich um Mrs. Hall und ihre Tochter kümmert. Während ihre Mutter ein Feuerzeug auswählt, schlendert Patsy durch den Laden, sieht sich die Glasvitrinen an, bis sie von ihrer Mutter gerufen wird, die ein preisgünstiges Feuerzeug kauft und mit Patsy den Laden verlässt. Mrs. Byron zögert, sich für einen Ring für 750,- US-Dollar zu entscheiden und erklärt, dass sie lieber morgen ihren Ehemann mitbrächte, damit jener das Stück auch begutachten könne. In dem Augenblick, als sie zur Tür geht, springt Munsell vor sie und schließt den Laden ab, nachdem er feststellte, dass in seinem Set Diamantringe einer fehlt. Mr. Gordon ruft die Polizei, und kurz darauf erscheinen Police Detective Parker (Eddie Dunn) und Police Detective Mary Ryan (Marsha Hunt). Aber die Leibesvisitation ergibt bei Mrs. Byron nur, dass sie keinen Diamantring bei sich trägt. Allerdings stellt sich heraus, dass sie nicht verheiratet ist und ein Paket Kaugummis bei sich trägt. Ein solches findet Mary Ryan auch unter den Verkaufstisch bei den Ringen geklebt. Estelle Byron weist die Vorwürfe empört von sich. Detective Parker und Mary Ryan nehmen sie dennoch mit aufs Revier…

 

Es gibt auch im klassischen Film Noir zahlreiche Filme, deren Handlungsverlauf nicht zuletzt aufgrund der Restriktionen in der Zeit ihrer Entstehung, vorhersehbar genannt werden darf. Dennoch entfalten viele der Filme über solche Einschränkungen hinaus eine Qualität, die ihren Ursprung in Inhalt oder in der Form haben mag, welche sie für heutige Zuschauer, die kaum noch mit Tabus leben müssen, interessant und sehenswert werden lassen. Für Mary Ryan, Detective gilt das leider nicht. Der Film ist nicht allein vorhersehbar, was verzeilich wäre, er ist schlicht und ergreifend langweilig. Sogar für eine Laufzeit von lediglich 68 Minuten sind Idee und Ausführung, wie sie im Drehbuch von George Bricker (Roadblock, USA 1951) nach einer Erzählung von Harry Fried ihren Niederschlag fanden, bestenfalls ein Vorläufer der Fernsehunterhaltung in jenen kommenden 50er Jahren. Und man merkt es den beteiligten Kräften vor und hinter der Kamera leider an, dass sie nämlich allesamt auf Autopilot schalten und brav ihren Teil zum Gelingen beitragen, ohne sich übermäßig zu engagieren. Der Auftakt ist originell und könnte sogar spannend sein, wäre er nicht auf acht Minuten gestreckt. Das Aufspüren und die Verhaftung der Juwelendiebe gelingen viel zu reibungslos, um glaubwürdig zu wirken. Die Figur der Mary Ryan mag ursprünglich als Detektivin für eine Serie von Filmen gedacht gewesen sein, wie das in den 40er Jahren für Serien à la The Falcon (USA 1941-1949) oder Michael Shayne (USA 1940-1946) typisch gewesen war. Doch Mary Ryan ist zu unspezifisch und zu beliebig, um dafür einen bleibenden Eindruck zu hinterlassen.

 

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© Sony Pictures Home Entertainment

Auch der Undercover-Agent war im Film Noir der ausgehenden 40er Jahre beliebt, denn die Notwendigkeit der Tarnung in einem kriminellen und damit gefährlichen Umfeld war per se eine Vorlage für Spannung und unerwartete Wendungen. In Geheimagent T (USA 1947) oder Sprung in den Tod / Maschinenpistolen (USA 1949) war dies ein zentraler Bestandteil von Erzählungen, die ihre Zuschauer bei der Stange hielten. Doch die darin angelegte Charakterentwicklung und die Härten des Jobs fehlen in Abby Berlins Film Noir light so gut wie vollständig. Mary Ryan, Detective ist harmlose Unterhaltung von der Stange mit wenig Bezug zu den tieferen Wurzeln des Film Noirs in jenen 40er Jahren. Der allemal seltene und lange Zeit obskure Mary Ryan, Detective wurde im Mai 2012 auf dem Filmfestival Noir City: Hollywood in einer restaurierten Fassung wiederaufgeführt. Im Anschluss wurde Marsha Hunt (Flucht ohne Ausweg, USA 1948) von Alan K. Rode und Eddie Muller von der Film Noir Foundation interviewt. Es ist ein wunderbares Gespräch, das viele Einblicke in Marsha Hunts Karriere gibt, die selbst den Film mit 94 Jahren erstmalig sah. An dessen Entstehung hat sie jedoch keinerlei Erinnerung mehr und wer sich Mary Ryan, Detective heute ansieht, kann gewissermaßen nachvollziehen warum, denn solcher B-Film ist zwar leidlich unterhaltsam, zugleich wenig bemerkenswert.

 

Der Film-Noir-Komplettist kann auf eine US-DVD (2014) aus der Archiv-Serie namens Choice Collection der Sony Pictures Home Entertainment zurückgreifen, bild- und tontechnisch sehr gut restauriert, mit dem original englischen Ton ohne Untertitel und das Ganze auch ohne Extras.

 


Film Noir | 1949 | USA | Abby Berlin | Charles Russell | Harry Shannon | John Dehner | John Litel | June Vincent | Marsha Hunt

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