Border Incident

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Bewertung
****
Originaltitel
Border Incident
Kategorie
Film Noir
Land
USA
Erscheinungsjahr
1949
Darsteller

Ricardo Montalban, George Murphy, Howard Da Silva, James Mitchell, Arnold Moss

Regie
Anthony Mann
Farbe
s/w
Laufzeit
93 min
Bildformat
Vollbild

 


 

Toedliche Grenze-Poster-web3.jpg Toedliche Grenze-Poster-web2.jpg Toedliche Grenze-Poster-web1.jpg

© Warner Bros.

Im Imperial Valley des südlichen Kaliforniens, nahe der Grenze zu Mexiko liegen jene Farmen, die für die Versorgung der USA mit Obst und Gemüse eine große Rolle spielen. Zur Erntezeit werden viele Helfer benötigt und sie, Braceros genannt, kommen aus Mexiko. Entlang des Grenzzauns von Texas bis Kalifornien warten sie, dass sie gemäß der Abkommen beider Staaten eine Arbeitserlaubnis erhalten. Aber einige passieren die Grenze illegal, schuften für einen Bruchteil der offiziellen Löhne auf US-Farmen und kehren im Schatten der Nacht nach Mexiko zurück… Drei Braceros übersteigen heute im Schutz der Dunkelheit den Grenzzaun zum Canyon de la Muerte. Auf der anderen Seite werden sie von Zopilote (Arnold Moss) und Cuchillo (Alfonso Bedoya), Handlangern des Schleusers Hugo Wolfgang Ulrich (Sig Ruman), und von weiteren Schurken zu Pferd bereits erwartet. Und von denen, die sie vor kurzem in die USA schmuggelten, werden die drei Braceros erbarmungslos niedergestochen, ihrer Habe beraubt und im Treibsand versenkt… Die Situation ruft die Policía Judicial Federal auf den Plan. Aus Mexico City reisen Colonel Rafael Alvarado (Martin Garralaga) und Agent Pablo Rodriguez (Ricardo Montalban) nach Mexicali, Grenzstadt auf der Halbinsel Baja California. Hier treffen sie den Assisstant Commisioner of Immigration John MacReynolds (Harry Antrim) und Inspector Jack Bearnes (George Murphy). Man will in der Sache kooperieren und den Gangstern beiderseits der Grenze gemeinsam das Handwerk legen…

 

“What is cheaper than time, senor? Everybody has the same amount.” Menschenleben sind es, die für jene mexikanischen und US-amerikanischen Gangster in diesem überraschend brutalen und subtilen Film Noir aus Hollywood noch weniger gelten. Wie in den meisten Film Noirs von Regisseur Anthony Mann lässt sich auch hier der Unterton einer patriotischen Gesinnung nicht ganz überhören. Wenn der Erzähler aus dem Off (Knox Manning) zu den Dokumentaraufnahmen der Eröffnungssequenz die komplexe Situation an der mexikanisch-amerikanischen Grenze in Kalifornien erläutert, schwillt ihm vor lauter Sendungsbewusstsein unüberhörbar die Brust. Zugleich ist der Ton dieser Rede von Respekt gegenüber dem Nachbarstaat geprägt, ist das Mitgefühl und das Verständnis für die Situation der Braceros im ganzen Film Grundlage der Entwicklung fast aller Handlungsstränge. Die von maßloser Gier angestachelten Schleuser sind in den USA ebenso skrupellos wie in Mexiko. Mehrere Szenen, die die Ermordung unbewaffneter und hilfloser Personen bebildern, sind von einer für die Zeit drastischen Ausführlichkeit. Die Protagonisten Pablo Rodriguez und Jack Bearnes sind undercover tätig und dank dessen wird in beiden Ländern das Ausforschen der Unterwelt für den Zuschauer spannend. Letztere ist von bizarren Charakteren bevölkert, für die Anthony Mann in Arnold Moss, Alfonso Bedaya und dem deutschstämmigen Sig Ruman die perfekten Darsteller fand. Neben einem durchweg überzeugenden Ricardo Montalban sind es vor allem Howard Da Silva und Charles McGraw, 1949 schon längst Film-Noir-Veteranen, deren Fähigkeiten den Film anreichern.

 

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© Warner Bros.

“In Border Incident, nature is as noir as the city, with a desert canyon and quicksand proving that they can be just as deadly as a dame with a gun”, schreibt Jonathan Lewis für Mystery*File und verweist damit auf die Wurzeln dieses Dramas im klassischen Film Noir. Zwar fehlen eine Femme fatale und großteils urbane Kulissen, wenngleich ich persönlich gerade seine ersten 25 Minuten, die vor allem in Mexicali spielen, beeindruckend finde, doch ist die Wesensart des Films unübersehbar im Filmstil à la “noir“ verankert. Während mir der Kultstatus von Geheimagent T (USA 1947) und Schritte in der Nacht (USA 1948), die sich in den USA großer Beliebtheit erfreuen, trotz John Altons grandioser Kameraarbeit rätselhaft bleibt, ist Border Incident ein zupackendes und im Vergleich bedeutend vielschichtigeres Drama. Auch hier ist John Alton für die Kameraarbeit zuständig und beweist vor allem an nächtlichen Schauplätzen seine Meisterschaft in der Komposition komplexer Licht- und Schatten-Szenarien. Obwohl der Film seinerzeit in vielen westeuropäischen Nationen zur Aufführung kam und alle vorhergehenden Anthony-Mann-Filme auch hierzulande ins Kino gekommen waren, lief Border Incident als Tödliche Grenze erst im November 1988 erstmals im bundesdeutschen Fernsehen und ist bis heute nicht als deutsche BD oder DVD verfügbar.

 

Erstklassige US-DVD (2006) von Warner Bros. Entertainment Inc. mit dem Film ungekürzt im Originalformat, die original englische Tonspur inklusive optional englischer, französischer oder spanischer Untertitel, sowie einen Audiokommentar des Filkmhistorikers Dana Polan und den US-Kinotrailer als Extra. Eine spanische DVD (2008) von Impulso Records S.I. unterm Titel Incidente en la frontera beinhaltet den Film in gleicher Qualität, bietet neben der englischen wahlweise eine spanische Tonspur, einzig spanische Untertitel und keine Extras.

 

Film Noir | 1949 | USA | Anthony Mann | John Alton | Charles McGraw | Howard Da Silva | Jack Lambert | Nedrick Young | Ricardo Montalban

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