Serpico

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Bewertung
*****
Originaltitel
Serpico
Kategorie
Neo Noir
Land
USA/ITA
Erscheinungsjahr
1973
Darsteller

Al Pacino, John Randolph, Jack Kehoe, Biff McGuire, Barbara Eda-Young

Regie
Sidney Lumet
Farbe
Farbe
Laufzeit
125 min
Bildformat
Widescreen
 

 

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© Paramount Pictures Corporation
 
New York: In einer verregneten Nacht befördert eine Polizeistreife den durch eine Schusswunde am Kopf möglicherweise lebensgefährlich verletzten Frank Serpico (Al Pacino) ins Krankenhaus. Unter den Angerufenen, denen die Nachricht sofort überbracht wird, befinden sich Serpicos Vorgesetzter Captain McClain (Biff McGuire), sein langjähriger Freund und Helfer Bob Blair (Tony Roberts) und Chief Justice Sidney Green (John Randolph). Sie alle kommen ins Krankenhaus, wo eine Notoperation vorbereitet wird, und Green sorgt dafür, dass Serpico bewacht wird, denn er hat gute Gründe, um die Sicherheit des Beamten von der Drogenfahndung zu fürchten… Vor Jahr und Tag trat der aus Little Italy stammende Frank Serpico beim New York City Police Department (NYPD) in den Polizeidienst ein, wo er in Uniform als Streifenpolizist erste Erfahrungen sammelte. Als er eines Nachts eine junge Farbige (Marjorie Eliot) vor ihren Vergewaltigern retten konnte, musste er später mit ansehen, wie Joey (Damien Leake), der einzige aus der Bande Jugendlicher, der verhaftet werden konnte, vom ermittelnden Beamten brutal niedergerschlagen wird. Als er selbst Joey bei einem Kaffee den Ernst seiner Lage verdeutlichen kann, erhält Serpico die Namen der Anstrifter der nächtlichen Vergewaltigung. Doch als er diese am nächsten Tag auf einem Sportplatz verhaften will, zeigen die Kollegen vom NYPD wenig Engagement, ihn zu unterstützen. Es ist zudem nicht das erste Mal, dass sich Frank in seinem Umfeld unbeliebt macht…
 
“Frank, let's face it, who can trust a cop that won't take money?” Über 5 Jahrzehnte hinweg schrieb Sidney Lumet innerhalb und außeralb der USA Kinogeschichte und bereicherte auch den Neo Noir um einige seiner besten und wegweisenden Werke. Interessanterweise gab schon sein erster und sofort als Klassiker in die Analen Hollywoods eingehender Kinofilm, Die zwölf Geschworenen (USA 1957), den Ton für nachfolgende Großtaten vor. Denn Korruption, Rassismus, urbanes Leben und die Schicksalswege gebrochener Antihelden ziehen sich als roter Faden durch den Großteil seines Schaffens als Regisseur und gelegentlich auch als Autor. Lumets Film Serpico entstand nach der gleichnamigen von Peter Maas und Anthony Sampson veffassten Biografie des Polizeibeamten Frank Serpico (EA 1973). Auch die Verfilmung folgt akurat dem tatsächlichen Verlauf von dessen beruflichem Werdegang, der nach über 10 Jahren im Dienst im August 1971 in einer spektakulären Enthüllungsgeschichte in der New York Times und im Februar 1972 zu jener Schussverletzung am Kopf führte, mit der der Film beginnt. Die Korruption von Staatsdienern ist ein zentrales Thema des klassischen Film Noirs, das die Zuverlässigkeit und Sicherheit der Regularien und Grundfesten öffentlichen Lebens als scheinbare zeigt. In Asphalt-Dschungel / Raubmord (USA 1950) oder Schachmatt (USA 1954) können Polizisten der Versuchung nicht widerstehen und finden flugs Geschmack am Nebenverdienst durch Schutz- und Schweigegeld. Vor allem erinnert Serpico jedoch an die erste Hälfte von Nicholas Rays On Dangerous Ground (USA 1952) mit Robert Ryan als desillusioniertem Cop Jim Wilson, den der Zynismus, die Gewalt und das organisierte Verbrechen erst in die Isolation und bald zur Verzweiflung treiben.
 
Bild Bild Bild
© Studiocanal GmbH
 
Auch Frank Serpico durchläuft unterm Druck der Ereignisse, die auf ihm lasten, einige Metamorphosen. Solche beeinflussen sein Privat- und Berufsleben eingangs und definieren es schließlich. Der zu Beginn sympathische Außenseiter, der mit seinen vielseitigen Interessen am Arbeitsort mitunter aneckt und das Interesse von Frauen auf sich zieht, wird zu einem leidenschaftlichen Kämpfer wider das verfilzte und korrupte System der Staatsgewalt. Al Pacino feierte mit seiner Darstellung Frank Serpicos den Durchbruch als Schauspieler der Ära des New Hollywood, darin er mit Gene Hackman, Harvey Keitel, Jack Nicholson und Robert de Niro bald zu jenen Stars zählte, die das US-Kino der Siebziger um manche Glanzleistung bereicherten. Als New-York-Film rangiert Serpico in einer Liga mit William Friedkins French Connection / Brennpunkt Brooklyn (USA 1971); als vom politischen Bestand seiner Zeit beeinflusstes Statement ist er auf einer Höhe mit Alan J. Pakulas Zeuge einer Verschwörung (USA 1974). Stilistisch zeichnet sich das Werk nicht nur durch die lange Rückblende sondern durch viele Nachtaufnahmen und wunderbare Szenarien inmitten der pulsierenden, facettenreichen Großstadt aus. Serpico ist ein Filmklassiker, von dem viele gehört und den doch wenige goutiert haben. Demgegenüber ist er in vieler Hinsicht sehenswert, ist er doch 40 Jahre nach Entstehung thematisch zeitlos, hoch spannend und überaus witzig: “Sheep dogs have been in my family... for sixteen generations! Dating back to the Borgias...“ - “Oh, shit!“
 
Erstklassige BD (2010) und DVD (2006) der Studiocanal GmbH, die den Film ungekürzt im Originalformat beinhalten, wahlweise deutsche, englische, französische oder spanische Tonspur, optional deutsche, französische, spanische Untertitel, den Kinotrailer und eine 22minütige Dokumentation über Al Pacino als Extras. Unbedingt empfehlenswert!
 

Neo Noir | 1973 | USA | Sidney Lumet | Al Pacino | John Randolph | M. Emmet Walsh | Tracey Walter

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