Gangster, The / Low Company

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Bewertung
***
Originaltitel
Gangster, The
Kategorie
Film Noir
Land
USA
Erscheinungsjahr
1947
Darsteller

Barry Sullivan, Belita, Joan Lorring, Akim Tamiroff, Harry Morgan

Regie
Gordon Wiles
Farbe
s/w
Laufzeit
84 min
Bildformat
Vollbild
 

 

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© Warner Bros.
 
New York City: Am Neptune Beach und dessen auf einem Pier gelegenen Bars und Buden hat der kriminelle Shubunka (Barry Sullivan) das Sagen. Er kontrolliert Spiel und Spaß der ahnungslosen Bürger, erhebt Schutzzölle und hat auch sonst in jedem Geschäft seine Finger drin. Heute liegt er in seinem Apartment auf dem Canapé und siniert über seinen Aufstieg aus kleinsten Verhältnissen und darüber, wie egal ihm die Meinung der so gesetzestreuen wie verlogenen Spießer ist. Aber die Liebe zu Revuegirl und Sängerin Nancy Starr (Belita) hat den Selfmademann schwach werden lassen und lenkt ihn mehr und mehr von seinen Geschäften ab. Er ist geradezu liebestoll, als er heute schon am Nachmittag in ihre Garderobe kommt und, ein Treffen arrangieren möchte… Indessen versucht Nick Jammey (Akim Tamiroff), Inhaber einer Eis- und Soda-Bar, dringend Shubunka zu erreichen. Ein Syndikat von Gangstern unter der Regie eines dubiosen Cornell (Sheldon Leonard) setzt ihn unter Druck, denn Jammey ist Shubunkas Partner wider Willen und die Hinterstube seines harmlosen Lokals, wo die nette Dorothy (Joan Lorring) kassiert und der witzige Shorty (Harry Morgan) bedient, Dreh- und Angelpunkt all der kriminellen Geschäfte. Cornell ist viel mächtiger als Shubunka und außerdem mit der lokalen Politik unter einer Decke. Er will den Neptune Beach übernehmen. Aber Shubunka nimmt seine Drohungen nicht ernst und hält das Auftreten der Mobsters für einen Bluff und reines Imponiergehabe…
 
“Did anybody worry about me? Did anybody cry his eyes out over me? What do you want me to do? Worry about the world?” Barry Sullivan füllt eine Rolle, die 15 Jahre zuvor James Cagney gut zu Gesicht gestanden hätte und die jener mehrfach innehatte. Der aus den untersten Schichten der US-Gesellschaft empor gestiegene Shubunka weiß, dass er den Erfolg seiner Skrupellosigkeit und Erbarmungslosigkeit verdankt, den Grundfesten gewinnorientierten Witschaftens an der so üppigen wie manierlosen Tafel der Marktes. Ergo: Der Starke überlebt, der Schwache kommt um; einzig vom Sozialdarwinismus ist das Leben geprägt. So nimmt es nicht wunder, dass Shubunkas Liebe zu Nancy Starr genau so obsessiv ist, wie sie von ständigen Eintrübungen des Gemüts beeinflusst wird. Dank Nancy erfährt der einsame Gangster, was ihm bisher gefehlt und wonach er sich immer gesehnt hat. Zugleich schwächt es seine Lebens- und Widerstandskraft. Ständig misstraut er seiner Liebe ebenso wie deren Entgegnung durch die lebensfrohe, flatterhafte und materialistische Nancy. Sie fühlt sich durch die Vorwürfe und Appelle Shubunkas bedrängt und um jede Leichtigkeit ihres Miteinanders betrogen. Shubunka erkennt selbst seine steife und verkrampfte Art, kann aber nicht aus seiner Haut… Leider erzählt weder das Drehbuch - eine angebliche Mit-Autorschaft Dalton Trumbos wird gerne erwähnt, ist aber unbestätigt - die Geschichte in einer Art, dass die komplexen Konnotationen solcher Beziehung zum Tragen kämen, noch reichen die Schauspieler ansatzweise ans vorgegebene Niveau heran.
 
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Im Jahr 1946 drehte King Brothers Production mit Frank Tuttle (Die Narbenhand, / Killer zu vermieten USA 1942) als Regisseur und mit der weltbekannten englischen Eiskunstläuferin Belita und Barry Sullivan in den Hauptrollen den surrealen Film Noir Der Todesreifen / Ein gefährlicher Rivale. Nach dem Erfolg der teuren Produktion wiederholte man die Kombination der zwei Schauspieler in The Gangster / Low Company. Schon der erste Film war nicht zuletzt aufgrund der begrenzten Fähigkeiten beider Akteure mittelprächtig geraten. Hier ist es Belita, die eindeutig schwächelt. Als Femme fatale mag sie ein wenig wie Gloria Grahame aussehen, deren Schauspielkunst erreicht sie nie und nimmer. Barry Sullivan ist allemal solide, wird andererseits von Sheldon Leonard, John Ireland und dem stets wunderbaren Akim Tamiroff an die Wand gespielt. Joan Lorring wirkt in ihrer Rolle der braven, moralinsauren Kassiererin Dorothy überzeugend, doch die Nebenhandlung mit Shorty und Mrs Ostroleng (Fifi D’Orsay) ist ein wenig albern, demgegenüber John Ireland und Virginia Christine als Mr. und Mrs. Karty schlicht Klasse beweisen. Mit einer exzellenten, Film-Noir-typischen Kameraarbeit von Paul Ivano und weiteren Größen in Nebenrollen – Elisha Cook jr., Charles McGraw, Shelley Winters – gelingt Gordon Wiles ein Film Noir, der in einzelnen Szenen schier über sich hinaus wächst und im Ganzen nicht zu dem stimmigen Portrait eines Gescheiterten findet, das er bis zuletzt versucht zu sein. Schade!
 
Es gibt weltweit einzig und allein die US-Edition der Warner Bros. Archive Collection (DVD-R) in den USA (2010), die den Film im Original mit englischer Tonspur bietet, bildtechnisch topp, ungekürzt im Originalformat, ohne Extras, dafür codefree und international abspielbar.
 

Film Noir | 1947 | USA | Gordon Wiles | Dalton Trumbo | Paul Ivano | Akim Tamiroff | Barry Sullivan | Charles McGraw | Elisha Cook jr. | Harry Morgan | Jeff Corey | John Ireland | John Kellogg | Sheldon Leonard | Belita | Joan Lorring | Shelley Winters

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