Yakuza

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Bewertung
***
Originaltitel
Yakuza, The
Kategorie
Neo Noir
Land
USA
Erscheinungsjahr
1974
Darsteller

Robert Mitchum, Takakura Ken, Brian Keith, Herb Edelman, Richard Jordan

Regie
Sydney Pollack
Farbe
Farbe
Laufzeit
112 min
Bildformat
Widescreen

 


 

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© Warner Bros.

 

Tokio, die Hauptstadt Japans: Kato (Kyôsuke Machida) steht in Diensten der Yakuza, ohne selbst Mitglied eines verbrecherischen Clans zu sein. Heute ist er zu Gast im Hauptquartier des Clans von Tono (Okada Eiji) und dessen Oberhaupt überreicht ihm das Ärmelstück einer Bluse, welche Louise (Lee Chirillo) gehört, Tochter des in Los Angeles ansässigen George Tanners (Brian Keith). Tono hat die Frau entführt, nachdem er sich von Tanner bei einem Waffendeal hinters Licht geführt fand, und er schickt Kato nach L.A., der in Tanners Büro im Hafen mit dem ehemaligen G.I. spricht, als dessen rechte Hand Dusty (Richard Jordan) ihn mit der Waffe bedroht. Doch Tanner sieht ein, dass dies unklug ist und verspricht Kato zu Tono nach Tokio zu reisen, bevor jener nicht nur Kleidungsfetzen sondern Körperteile von Louise nach Los Angeles sendet… Kurz darauf ruft er bei Harry Kilmer (Robert Mitchum) an, einem ex-Cop und gelegentlichen Privatdetektiv, den Tanner aus der Zeit der Besetzung Japans durch die US-amerikanischen Sieger des Weltkriegs kennt - seit über 25 Jahren. Er bittet Kilmer, die Sache mit der Yakuza zu regeln, schließlich sei jener mit Tanaka Ken (Takakura Ken) bekannt, der selbst dem Verbrechensbund angehöre. Trotz seiner langjährigen Loyalität zu Tanner ist Kilmer von der Idee nicht begeistert. Kilmer hat Tanaka Ken, der in seiner Schuld steht, seit über 20 Jahren nicht gesehen. Und er hat kein Interesse daran, der Liebe seines Lebens zu begegnen, Eiko (Tanka Keijo), Tanaka Kens Schwester …

 

Licht und Schatten in diesem Werk des international berühmten Erfolgsregisseurs Sydney Pollack, dessen Komödie Tootsie (USA 1982) und dessen Drama Jenseits von Afrika (USA/UK 1985) auch beim Mainstream-Publikum Filmgeschichte schrieben. Mit dem Film Noir oder Neo Noir verbindet Pollack sonst nichts, deren Connaisseure bei den Drehbuchautoren von Yakuza, Paul Schrader und Robert Towne, allerdings aufmerksam werden. Als Autor gelang Schrader wie dessen Regisseur Martin Scorsese mit Taxi Driver (USA 1976) der Durchbruch; zwischen 1978 und 1980 drehte er auch als Regisseur drei exzellente Neo Noirs. Robert Towne lieferte im Jahr von Yakuza noch das Drehbuch zu Roman Polanskis Meisterstück Chinatown (USA 1974), nachdem er anonym bereits an Bonnie und Clyde (USA 1967) und Cisco Pike (USA 1971) beteiligt gewesen war. Sodann haben wir Film-Noir-Veteran Robert Mitchum, der im Neo Noir The Friends Of Eddie Coyle (USA 1973) just nochmals Größe bewiesen hatte. Dort spielt er den abgehalfterten Kleinspurganoven gleichen Namens, der sich bei Waffengeschäften mit den Falschen die Finger verbrennt und ins Fadenkreuz polizeilicher Ermittlungen und persönlicher Feinde gerät… Aber hier beginnt schon das Problem. Nicht nur Eddie Coyle sondern Mitchum selbst wirkte mit 56 Jahren völlig abgehalftert; man könnte ihn locker auf jenseits der 60 schätzen. Alterssteif, speckig und mit verquollenen Gesichtszügen ist er als Action-Held, der er in Yakuza vorgibt zu sein, gänzlich unglaubwürdig. Dass Brian Keith mit nur 53 Jahren kaum besser dran ist, hilft dem Film nicht. Beide Akteure liefern eine alles in allem mittelprächtige Vorstellung ab, und das gilt für den Rest der beteiligten Darsteller, ob Japaner oder US-Amerikaner, mit Ausnahme des grandiosen Takakura Ken, der in jeder seiner Szenen das Ensemble an die Wand spielt.

 

“Schrader and Towne (…) cook up enough variations on the themes of honor, betrayal, revenge, and bloody apology (...), but Sydney Pollack (…) manifests as much mythic sense as a mill foreman.“ So fasste Richard T. Jameson für Movietone News bereits Mitte der 70er das zentrale Problem des Films zusammen. Im Unterschied zu Ridley Scotts Black Rain (USA 1989) zeigen Schrader, Towne und Pollack zwar ein hohes Maß an Respekt, Wertschätzung und Faszination für Japan und dessen Kultur. Das kommt jedoch über Plattitüden nicht hinaus. Wenn in Dialogpassagen mit dem unwissenden Dusty auch dem Zuschauer Land und Leute “erklärt“ werden, bleibt das auf Reiseführerniveau. Und während Oliver Wheat (Herb Edelman) als US-Lehrer in Japan glaubwürdig wirkt, nimmt man Robert Mitchum den von Japan beseelten, ehemaligen Bewohner des Landes nicht ab, dessen Chemie mit Keiko Kishi wenig ausgeprägt ist. Zu guter Letzt ist auch die Gangstergeschichte ein dünnes Süppchen - Entführungsfall, Waffenschmuggel, Spekulationsgeschäfte, etc. pp. Nichts davon wirkt im Rückblick zwingend oder gut genug, um die Handlungsentwicklung zu rechtfertigen. Ernst wird der Film als melancholisches Drama, wenn für drei seit den lange zurückliegenden Nachkriegswirren im besetzten Japan miteinander verbundene Charaktere die Film-Noir-Elemente zum Tragen kommen. Ein Geheimnis in ihrer Vergangenheit, das sich zunehmend als dunkel entpuppt, spinnt seine Fäden in die Gegenwart. Auf solchem Terrain sind Schrader und Townes sattelfest, Pollack leider nicht so sehr. Doch dank dieser mit Sorgfalt ausgetüftelten Facette der Erzählung, aufgrund knackiger Dialoge und durch die Kameraarbeit von Okazaki Kôzô ist Yakuza immerhin solide geraten. Als Hybrid aus Jitsoroku-Film und Neo Noir funktioniert er jedoch nicht, weshalb ich die bis heute enthusiastischen Reaktionen auf Yakuza als einen vergessenen Kultfilm seiner Zeit überhaupt nicht nachvollziehen kann.

 

Sehr gute deutsche DVD-Edition (2007) von Warner Home Video mit dem Film ungekürzt im Originalformat, dazu die original englische Tonspur und jeweils eine deutsche oder spanische Synchronisation, optional Untertitel auf Deutsch, Englisch, Spanisch, Portugiesisch, Dänisch, Norwegisch, Schwedisch und Finnisch, einen Audiokommentar Sydney Pollacks und unter dem Titel Promises To Keep ein fast 20minütiges, frühes Making Of als Extras. Die spanische DVD-Ausgabe aus dem gleichen Jahr bietet auch die gleichen Sprachoptionen und Extras wie die deutsche Fassung.

 


Neo Noir | 1974 | USA | Sydney Pollack | Paul Schrader | Robert Towne | Brian Keith | James Shigeta | Robert Mitchum | Takakura Ken

Submitted by Gilbert A. Wilson (nicht überprüft) on 8. April 2018 - 3:08

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Honor demands courage & respect for the code that defines it. Thus it has every right to do so for those who strive to live a noble life. "Yakuza" is a film portraying such a challenge from several of its characters in facing the demands on them in an almost zen-like, nondramatic heroic fashion. A demeanor that is draped in the modern world, with modern motives intentional or happenstance yet acted out with unwavering duty to the essential sacrifices required of honor. Watch it several times to understand and embrace its eternal message of true love, total respect and unequivocal honor. It will be "discovered" when our deconstructed culture begins to rebuild itself in the future. gilbertanthonywilson@gmail.com

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