Broken City

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Bewertung
***
Originaltitel
Broken City
Kategorie
Neo Noir
Land
USA
Erscheinungsjahr
2013
Darsteller

Mark Wahlberg, Russell Crowe, Catherine Zeta-Jones, Jeffrey Wright, Barry Pepper

Regie
Allen Hughes
Farbe
Farbe
Laufzeit
105 min
Bildformat
Widescreen

 

 

 

Broken City-Poster-web5.jpg Bild Broken City-Poster-web4.jpg
© Universum Film GmbH
 
New York City im Jahr 2005: Police Detective William James Taggert (Mark Wahlberg) erschießt des Nachts im Bolton Village, Manhattan, den jungen Schwarzen Mikey Tavarez (Louis Tolino). Tavaez galt als Mörder und Vergewaltiger der 16jährigen Yesenia Barea, wurde aber vor Gericht freigesprochen. Billy Taggert wiederum wird nun zur Last gelegt, den bewaffneten Tavarez vorsätzlich erschossen und damit Selbstjustiz verübt zu haben. Vor den Toren des Gerichts protestiert eine wütende Menge und die Staatsanwältin (Andrea Frankle) ist von der Schuld Taggerts fest überzeugt, doch Verteidiger Davies (William Ragsdale) hält dagegen. Indessen trifft sich der Bürgermeister Nicolas Hostetler (Russell Crowe) mit dem Police Commissioner Carl Fairbanks (Jeffrey Wright), der ihn davon in Kenntnis setzt, dass ein Minderjähriger neues Beweismaterial vorgelegt habe, demzufolge Billy Taggert tatsächlich schuldig sei. Aber das ist nicht in Hostetlers Sinne und so wird kurz darauf die Anklage gegen Detective Taggert wegen Mangels an Beweisen fallengelassen. Bei einem Treffen mit Fairbanks und Bürgermeister Hostetler muss Billy Taggert allerdings einsehen, dass seine Laufbahn im Polizeidienst damit beendet ist. Hostetler lässt ihn wissen, dass er ein gutes Gedächtnis habe und nicht als undankbar gelte… Sieben Jahre später ist Billy Taggert Privatdetektiv und mit der hübschen Schauspielerin Natalie Barrow (Natalie Martinez) liiert, der Schwester der seinerzeit von Tavarez ermordeten Yesenia Barea…
 
“I believe in loving the one you're with.” - “Mm, what are you, stupid or Catholic?” Die Inhaltsangabe mit dem Handlungsverlauf von Broken City liest sich für den Film-Noir-Freund vielversprechend. Wir bewegen uns auf klassischem Terrain - eine dunkle Vergangenheit und ein betrügerischer Coup in einem politisch brisanten Feld, das mit Privatdetektiv Taggert ein mögliches Bauernopfer findet, sofern er nicht spurt. Dessen Rückfall in die Alkoholabhängigkeit und sein möglicher Bruch mit der langjährigen Partnerin komplettieren eine Gerschichte, die manchem Klischee des Film Noirs bedenklich nahekommt. Tatsächlich erweist sich das in der Umsetzung als zentrale Schwäche: der Film wird bald vorhersehbar. Mit der Ambivalenz der Gegenspieler Hostetler und Taggert, die vor allem in der ersten Hälfte vermeintlich komplexe Charaktere suggeriert, ist es nicht weit her. Das Drehbuch lässt keinen Zweifel daran, an wem die Sympathien des Zuschauers haften bleiben sollen und wer im Finale die Transformation vom Antihelden zum Helden mit ein paar Blessuren bewerkstelligen darf. Und wie schon in Feind im Dunkel / Der weiße Schatten (USA 1946) wandelt sich die bodenständige Sekretärin des Privatdetektivs - hier namens Katy Bradshaw in der Dartstellung durch Alona Tal - vom Kumpel zur potentiellen Partnerin. Aber wie so vieles in diesem Film tritt auch diese Ebene einer Beziehung der Charaktere zueinander auf der Stelle. Und nach 105 Minuten bleiben mit Katy Bradshaw, Natalie Barrow und Cathleen Hostetler (Catherine Zeta-Jones) vor allem die Frauenfiguren auf freier Strecke zurück, deren Geschichten nicht zu einem Abschluss finden, sondern einfach versanden.
 
Bild Bild Bild
© Universum Film GmbH
 
“It's pretty trashy and sometimes stupid. But there was never a moment when I wasn't entertained on one level or another”, schreibt Roger Ebert für die Chicago Tribune, und tatsächlich erging es mir ähnlich. Spätestens nach 20 Minuten ist man genervt von den vorhersehbar plumpen Machenschaften eines Politikers, der so offensichtlich korrupt und eben nicht im Interesse der Bürger agiert, dass man den Kopf schütteln möchte. Aber neben flinken Dialogzeilen kommt über die Länge des Films ständig ein Rollencharakter ums Eck, der von einem klasse Schauspieler gemimt wird, der trotz des Drehbuchs seiner Figur richtig etwas abzugewinnen sucht - Alona Tal, Griffin Dunne, Barry Pepper, Jeffrey Wright, Natalie Martinez und Kyle Chandler sind allesamt erstklassig und verleihen dem Film ein Flair, das Brian Tuckers Drehbuch im Grunde gar nicht verdient. Im Gegensatz zu Ebert bin ich allerdings der Ansicht, dass genau Russell Crowes Leistung zu wünschen übrig lässt, da Crowe ein grundsätzlich mittelmäßiger Schauspieler ist, der auch hier das für ihn signifikante Over-Acting betreibt. Crowe macht aus Nicholas Hostetler einen arrogant dreisten, durch und durch unsympathischen Machtprotz, dem für einen New Yorker Bürgermeister jedwede Raffinesse und jedwedes Gespür für den Umgang mit Menschen fehlt. Kurzum, Crowes Auftritt als Politiker grenzt an eine Farce. Das Finale ist lahm, das Ende fällt zumindest nicht ab, und aufgrund von Ben Seresins Kameraarbeit und den bereits genannten, talentierten Darstellern im Herzen New Yorks muss man sich zumindest nicht ärgern.
 
Erstklassige BD- und DVD-Editionen (2013) der Universum Film GmbH, München, ungekürzt und im Originalformat, wahlweise die englische oder deutsche Tonspur, optional deutsche Untertitel, ein Making of, geschnittene Szenen, ein alternatives Ende und den Kinotrailer als Extras.
 

Neo Noir | 2013 | USA | Allen Hughes | Griffin Dunne | Mark Wahlberg | Russell Crowe | Catherine Zeta-Jones

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