Gangster Squad

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Bewertung
**
Originaltitel
Gangster Squad
Kategorie
Neo Noir
Land
USA
Erscheinungsjahr
2013
Darsteller

Josh Brolin, Ryan Gosling, Sean Penn, Nick Nolte, Emma Stone

Regie
Ruben Fleischer
Farbe
Farbe + s/w
Laufzeit
108 min
Bildformat
Widescreen
 

 

Bild Bild Bild
© Warner Bros.
 
Los Angeles, Kalifornien, im Jahr 1949: Mickey Cohen (Sean Penn) ist einen langen und harten Weg gegangen, um zum ersten Mobster von Los Angeles aufzusteigen. Er lässt dafür auch einen Mann in zwei Hälften zerreißen und diese von Wölfen auffressen und befiehlt daraufhin dessen Kumpel Rourke (Wade Williams), in Chicago Bescheid zu geben, was jener in L.A. zu sehen bekam… Am Bahnhof spricht Mitch Racine (James Landry Hébert), einer von Cohens Männern, eine junge Frau (Ambyr Childers) an, erzählt ihr, sie sähe wie Lauren Bacall aus und lädt sie zu Probeaufnahmen ein. Aber die Polizisten Sgt. John O’Mara (Josh Brolin) und Detective Sgt. Will Hendricks (Mick Betancourt) sind Zeugen der Szene und folgen dem Taxi des Mannes und seines Opfers. Als Hendricks merkt, dass die zwei in einem Apartmenthaus Mickey Cohens verschwinden, weist er O’Mara darauf hin, sich besser fern zu halten. Doch davon jener will nichts wissen und steigt in den Aufzug, wo er sich gleich in Gesellschaft zweier übler Burschen (Michael Papajohn, Brandon Molale) befindet, die ihn kaltstellen wollen, als sie merken, dass John O’Mara ein Cop ist. Aber dazu kommt es nicht, denn O’Mara weiß sich zu helfen und keiner der beiden überlebt die Fahrt in den fünften Stock. Hier befindet sich das Mädchen inzwischen in der Gewalt von Racines und Karl Lockwoods (Holt McCallany), Mickey Cohens rechter Hand, die mit ihr nichts Gutes im Schilde führen…
 
Früher gab es im US-Kino Sylvester Stallone, Chuck Norris und Steven Seagal. Heute bringt es Jason Statham, Vin Diesel und Josh Brolin. In der Summe sind das lauter limitierte Darsteller, die als Männer fürs Grobe in Hollywood zu ihrem eigenen Markenzeichen wurden, das für jeden Film das Gleiche, nämlich Action und Gewalt verspricht. Tatsächlich hat man in Gangster Squad, einem Werk, das Josh Brolin (Planet Terror, USA 2007) als Hauptdarsteller an erste Stelle setzt, so ein Gefühl, als ob der 60 Millionen teure Bombast, der das Los Angeles des Jahres 1949 wiederauferstehen lässt, zu keinem anderen Zweck herhalten soll. Doch warum? Der Neo Noir hat seit 1967 eine lange und verzweigte Tradition, darin auch der “Retro Noir“ seinen Platz gefunden hat - von Roman Polanskis Chinatown (USA 1974) über Wim Wenders’ Hammett (USA 1982) und Curt Hansons L.A. Confidential (USA 1997) bis zu Brian DePalmas Black Dahlia (USA 2006) oder Mikael Håfströms Shanghai (USA/CHN 2010). Die historische Epoche der 30er bis 50er Jahre fasziniert nicht nur das Publikum klassischen Film Noirs, es verlockt auch Regisseure und Produktionsgesellschaften dazu, den Stil und das (vermeintliche) Genre als zeitgenössisches Kostümdrama wiederauferstehen zu lassen. In einigen Fällen ist das von Erfolg gekrönt, in anderen nicht. Doch nahezu alle Produktionen der letzten 50 Jahre zeichnet aus, dass sie sich ihrem “Film Noir“ auf verschiedenen Ebenen mit einer der Tradition geschuldeten Sorgfalt annähern. Dies meint nicht allein Kameraführung, Beleuchtung, Ausstattung und Kulissen. Es meint auch Aspekte, die das Drehbuch, die Handlungsverläufe und Dialoge sowie das Casting betreffen. Fasst man ersteres als "Bühne“ zusammen, hat die finanziell satt ausgestattete A-Produktion Gangster Squad kein Problem damit. Hier ist alles eine museal hochkarätige Leistungsschau. Doch ein Film lebt von seiner Geschichte und seinen Charakteren, und da haben uns Drehbuchautor Will Beall, der den gleichnamigen Roman (EA 2012) Paul Liebermans adaptierte, und der Regisseur Ruben Fleischer nichts zu bieten. Niente!
 
“Raymond Chandler, Dashiell Hammett and James Ellroy could have turned this pulp into insinuating jazz. What's here is a cartoonish bore”, schrieb Peter Travers für den Rolling Stone und genau so ist es. Ruben Fleischer inszeniert seinen Neo Noir als sahnigen Bilderbogen der Spätvierziger mit Art Deco und Nachtclub-Gala und als unaufhörliche Orgie der Gewalt. Weil die Bösen so extrem böse sind, dies wird dem Zuschauer gleich in der ersten Einstellung von einem immer schon dem Overacting zugeneigten Sean Penn so verkauft, dürfen nämlich die Guten, denen das Gesetz die Hände bindet und den Mund verbietet, bald alle moralischen Fesseln absprengen und im (geheimen) Auftrag von Volk und Vaterland blindlings morden, denn schließlich geht es gegen die Superbösen. Gangster Squad ist in allem, was den Motor seiner Handlung treibt, derart platt und plump, dass man es schon bald nicht fassen kann. Der “Film Noir“ dient ihm einzig als Kulisse und Maskerade für eine stupide Metzelei zugunsten des American Way of Life, wie sich am Ende herausstellt, wenn der heldenhafte John O’Mara dem Zuschauer die Moral von der Geschicht’ aufs Butterbrot schmiert, die dann mit einer Extraportion Patriotismus gewürzt ist. Spätestens hier kann man sich kaum des Ekels vor einem Film erwehren, der als Feldzug der Selbstjustiz dem frustrierten Kleinbürger dient, die eigenen Gewaltfantasien mit Fug und Recht aus dem Käfig zu lassen. Was Ryan Gosling darin zu suchen hat, ist mir schleierhaft, ebenso wie das Casting von Emma Stone als Femme fatale, die zwar gut aussieht, aber die Ausstrahlung einer High-School-Absolventin in einer TV-Serie zur Schau trägt. Unsäglicher Film!
 
Gewohnt erstklassige BD und DVD-Ausgaben (2013) von Warner Home Entertainment mit dem Film ungekürzt im Originalformat, Tonspuren auf Deutsch, Englisch oder Spanisch, optional mehre Untertitel, auch Deutsch und Englisch, als Extra zum historischen Hintergrund ein Feature namens… Harte Kerle mit Stil.
 

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Neo Noir | 2013 | USA | Ruben Fleischer | Giovanni Ribisi | Jack Conley | Josh Brolin | Nick Nolte | Ryan Gosling | Sean Penn

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