Hammett

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Bewertung
****
Originaltitel
Hammett
Kategorie
Neo Noir
Land
USA
Erscheinungsjahr
1982
Darsteller

Frederic Forrest, Marilu Henner, Peter Boyle, Lydia Lei, Elisha Cook jr.

Regie
Wim Wenders
Farbe
s/w
Laufzeit
96 min
Bildformat
Widescreen
 

 

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San Francisco, 1928: Der ehemalige Detektiv der Agentur Pinkerton und jetzige Krimi-Autor für das Pulp-Magazin Black Mask Dashiell Hammett (Frederic Forrest) ist mit 34 Jahren ein alkoholabhängiger, tuberkulöser Kettenraucher. Er lebt von Frau und Familie getrennt in einem kleinen Apartment und beendet soeben einen Roman, als ihn sein alter Freund Jimmy Ryan (Peter Boyle) aufsucht. Der fordert von dem Autor einen Gefallen, den ihm jener aus alten Tagen noch schuldig blieb. Ryan ist auf der Suche nach der chinesischen Prostituierten Crystal Ling (Lydia Lei) und Hammett soll ihm helfen, sie zu finden. Nachdem Sie bei Hammetts Nachbarin Kit Conger (Marilu Henner) noch eine Bestellung für „Booze“ aufnahmen, begeben sie sich nach Chinatown. Doch werden sie verfolgt und bei einem Schusswechsel getrennt, bevor Hammett von Lieutenant O’Mara (R.G. Armstrong) den Hinweis kriegt, Crystal Ling aus seinem Gedächtnis zu streichen. Als sich Hammett nun auf die Suche nach zwei Menschen begibt, tritt ihm der dubiose Gary Salt (Jack Nance) in den Weg und behauptet, etwas zu wissen, das für Jimmy Ryan von Interesse sei…
 
Die frei erfundene, der hardboiled Kriminalliteratur Dashiell Hammetts nachempfundene Handlung beruht auf dem gleichnamigen Roman von Joe Gores. Die biographischen Details mit Blick aufs Jahr 1928 sowie die Lebensumstände und Gewohnheiten des Autors Hammett sind belegt. Wim Wenders setzt das zu einem ästhetisch hochwertigen Zeitgemälde zusammen, das in seiner Summe eine stillvolle Verbeugung vor dem Gangsterfilm der Dreißiger und vor allem dem Film Noir der frühen Vierziger ist. Die Studiosets erinnern an Sackgasse (1937), Die Spur des Falken / Der Malteser Falke (1941) oder Der gläserne Schlüssel (1942), die seinerzeit die Geburtstunde des Film Noirs begründeten. Die überfrachtete Handlung, typisch für Hammett-Krimis, ist weit weniger wichtig als die pfeilschnellen Dialoge und die dazugehörigen Charaktere: „Shouldn’t we call the police? Shouldn’t we do something legal?“
 
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© Studiocanal GmbH
 
Keine Parodie und um einiges subtiler als Carl Reiners Tote tragen keine Karos, der ebenfalls 1982 entstand, ist Hammett eine Hommage an die klassische Schwarze Serie. Frederic Forrest spielt mit 45 Jahren einen 34jährigen und liefert mit seiner Darstellung voller Humphrey-Bogart-Zitate einen der Glanzpunkte des Films. Elisha Cook jr. war 1941 an der Seite Humphrey Bogarts schon in Die Spur des Falken / Der Malteser Falke dabei und tritt als Taxifahrer Eli auf. Zudem gibt es Cameos von Samuel Fuller, Royal Dano und sogar von Sylvia Sidney (City Streets, USA 1931, entstand nach einer Erzählung von Dashiell Hammett). 1982 im Anschluss an eine leidvolle, mehrjährige Entstehungsgeschichte ins Kino gekommen, wurde der Film von der Kritik verrissen und vom Publikum verschmäht. Zu Unrecht, wie sich heute zeigt, denn die Zeit konnte Hammett nichts anhaben. Ganz im Gegenteil hat er im Grunde mehr denn je das Zeug zum Kultfilm und harrt auf seine Wiederentdeckung durch eine neue Generation von Film-Noir-Liebhabern.
 
Sowohl die australische als auch die französische Edition bieten eine in Bild und Ton ungekürzte, restaurierte Fassung im Originalformat. Untertitel gibt es lediglich auf Französisch, was bei dem hohen Anteil an Slang und Akzent für manchen deutschen Zuschauer ggf. nicht leicht ist. Im November 2011 bringt Arthaus/Studiocanal nun endlich auch eine deutsche DVD auf den Markt.
 

Neo Noir | 1982 | USA | Wim Wenders | Joe Gores | Dashiell Hammett | Peter Boyle | Jack Nance | Frederic Forrest | Elisha Cook jr. | Sylvia Sidney

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