Passkey To Danger

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Bewertung
**
Originaltitel
Passkey To Danger
Kategorie
Film Noir
Land
USA
Erscheinungsjahr
1946
Darsteller

Kane Richmond, Stephanie Bachelor, Adele Mara, Gregory Gaye, Gerald Mohr

Regie
Lesley Selander
Farbe
s/w
Laufzeit
58 min
Bildformat
Vollbild

 


 

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New York: In Magazinen der Stadt werden Leser auf eine ungewöhnliche Serie von Anzeigen aufmerksam, die unterm Titel The Three Springs verspricht, in Kürze ein Geheimnis zu enthüllen. Was damit gemeint ist, geben die Anzeigen allerdings nicht preis: “Their revelation will startle you.“ Dahinter steckt Tex Hanlon (Kane Richmond), der eine Marketingagentur betreibt und sich die Kampagne für den Modeschöpfer Malcolm Tauber (Gerald Mohr) ausdachte. Genaugenommen nicht für ihn selbst, den er nie persönlich traf, sondern für dessen Firma, bei der Tex Hanlons Verlobte Gwen Hughes (Stephanie Bachelor) als Chefsekretärin angestellt ist. Um ihr Talent als Modedesignerin unter Beweis zu stellen und Taubers Aufmerksamkeit zu gewinnen, initiierte Hanlon die Kampagne. Als er heute bei Malcolm Tauber Fashions ins Vorzimmer kommt, trifft Hanlon Mr. Nelson (George Eldregde), der mit ihm den Vertrag für die Werbekampagne abschloss. Da jedoch in der Firma niemand weiß, was das Geheimnis hinter The Three Springs ist, möchte Malcolm Tauber jetzt Hanlon persönlich sprechen. Bei der Unterredung beharrt der Werbefachmann darauf, sein Schweigen zu wahren. Angesichts eines Vertrags im Wert von 50.000 US-Dollar lässt Tauber ihn widerwillig gewähren. In seinem direkt gegenüber der Modefirma gelegenen Büro präsentiert Gwen später ihre Entwürfe, die am Tag X dem New Yorker Publikum enthüllt werden sollen. Kurz darauf verlässt er mit einer Mappe, welche die Entwürfe enthalten, sein Büro…

 

“The plot gets so convoluted it's hard to describe it much further”, schreibt die unvoreingenommene Laura Grieve, Hollywoods B-Produktionen aus jenen Jahren gegenüber stets aufgeschlossen, in ihrem Blog Laura's Miscellaneous Musings, und es stimmt. Es ist aber längst nicht das einzige Problem des Films, der mich in keiner Hinsicht zu überzeugen wusste. Denn die Kriminalhandlung des Werks ist nicht bloß überladen und (für kurze Zeit scheinbar) kompliziert, was auch für erstklassige Film Noirs nach Vorlagen Raymond Chandlers gilt, sie ist hanebüchen. Und selbst aus der von Anbeginn absurden Idee hätte man etwas herausholen können, wäre der Regisseur nicht derart untalentiert darin, die wirre Geschichte halbwegs pointiert voranzubringen, was bei einer Laufzeit von unter einer Stunde zumindest vorstellbar wäre. In seinem Mittelteil geben sich halbgare Charaktere in nahezu wahllos aneinander gereihten Szenen die Klinke in die Hand und die Geschichte tritt auf der Stelle. Zwar ergibt Tex Hanlons Detektivarbeit, die ihm und den Zuschauern verdeutlichen soll, warum mehrere Gangster und eine Femme fatale namens Renee Beauchamps (Adele Mara) seine Werbekampagne namens The Three Springs stoppen wollen und ihm dafür sogar Geld bieten, noch halbwegs Sinn. Der Aktionismus der teils rivalisierenden, kriminellen Parteien erscheint demgegenüber so willkürlich, die für Hanlon ausgelegten Spuren derart bizarr, so dass man sich genervt die Auflösung und das Ende dieser lahmen Farce eines Film Noirs herbeisehnt. Zudem sind Kane Richmond und Stephanie Bachelor in ihren Hauptrollen bestenfalls mittelmäßíg, in einigen ihrer gemeinsamen Szenen sogar miserabel. Folgerichtig hängten beide zwei Jahre nach diesem Machwerk die Schauspielerei ein für allemal an den Nagel.

 

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In etwas über 20 Jahren saß Lesley Selander für fast 130 Filme auf dem Regiestuhl, allesamt B-Produktionen. Als Republic Pictures, die Produktionsfirma hinter Passkey To Danger, im Jahr 1959 als letztes der kleineren, unabhängigen Studios seine Filmproduktion einstellte, war Selander bereits auch beim Fernsehen beschäftigt und konnte sich auch während der 60er Jahre über einen Mangel an Arbeit nicht beklagen. Dass nach dem Erfolg von mehreren A-Produktionen im Segment des Film Noirs bereits 1945 und 1946 fast alle Powerty-Row-Studios ebenfalls in dem Filmstil heimisch wurden, ist hinlänglich bekannt. Kein Konpemdium gibt so umfassend und mit präzisem Sachverstand darüber Auskunft wie Arthur Lyons Buch Death On The Cheap: The Lost B-Movies Of Film Noir (EA 2000). Neben vielen anderen Billigproduktionen kommt Passkey To Danger darin nicht mal vor. Dennoch zeigt gerade Lyons Buch, dass im Segment des B-Films einige der für den Film Noir signifikanten Klassiker entstanden. Bis heute werden Beispiele des Filmstils, die für eine lange Zeit vergessen waren, wieder zugänglich gemacht und können neu bewertet werden. Mitunter ist das der Mühe wert. Oft erweist sich ein Fund, wie Laura Grieve es für Passkey To Danger triftig formuliert, jedoch als “pretty forgettable“.

 

Bis dato (2022) gibt es weltweit keine BD- oder DVD-Edition des Films, der in diversen Online-Portalen in einer bild- und tontechnisch miserablen Fassung mit dem Originalton ohne Untertitel, ungekürzt und im korrekten Bildformat zur Verfügung steht.

 

 

Film Noir | 1946 | USA | Lesley Selander | George Eldredge | Gerald Mohr | John Eldredge | Robert J. Wilke | Adele Mara

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