Convoyeur, Le

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Wenn es Nach wird in Paris


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Bewertung
***
Originaltitel
Le Convoyeur
Kategorie
Neo Noir
Land
FRA
Erscheinungsjahr
2004
Darsteller

Albert Dupontel, Jean Dujardjn, François Berléand, Claude Perron, Julien Boisselier

Regie
Nicolas Boukhrief
Farbe
Farbe
Laufzeit
95 min
Bildformat
Widescreen

 


 

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Auf einer Landtraße fahren die in die Jahre gekommenen Sicherheitsmitarbeiter Fred (Jean-Pierre Bagot), Yann (Michel Vivier) und Michel (Michel Julienne) des Geld- und Wertransportunternehmens Vigilante mit ihrem gepanzerten Fahrzeug durch den entlaubten Herbstwald. Sie diskutieren über musikalische Vorlieben, über Mick Jagger und Dolly Parton, als eine BMW-Limousine, um ein Überholmanöver anzukündigen, hinter ihnen zu hupen beginnt. Michel, der Fahrer, ärgert sich darüber und Yann, der auf der Rückbank sitzend ebenfalls in den Außenspiegel sehen kann, schlägt vor, Fred solle das Kenzeichen des Wagens an die Zentrale durchgeben. In dem Augenblick, als Fred die Verbindung aufbaut, schlagen Flammen die Windschutzscheibe empor, es kommt zu einer Detonation... Clichy, Hauts-de-Seine: Es ist noch dunkel, als ein Taxi die erleuchtete Straße eines Industriegebiets entlangfährt und vor der Zentrale von Vigilante zum Halten kommt. Alexandre Demarre (Albert Dupontel) steigt aus und teilt auf Rückfrage aus der Gegensprechanlage mit, dass er zu einem Vorstellungsgespräch erwartet werde. Der Filialleiter (Nicolas Marié) stellt dem Bewerber einige Fragen zum Familienstatus, zu möglichen Vorstrafen und seiner psychischen Stabilität. Dann erhält Alexandre Demarre für vorerst einen Monat bei Vigilante eine Anstellung. Ab dem 1. Januar werde die Firma, so der Chef, von einem US-amerikanischen Unternehmen übernommen. Er brauche ihn aktuell nur als Unterstützung für die Feiertage…

 

Die Schauspieler Albert Dupontel (On The Run, FRA 2011) und Jean Dujardjn (Der Unbestechliche - Mörderisches Marseille, FRA/BEL 2014), beide auch als Drehbuchautoren und als Regisseure tätig, gehören in ihrer Heimat Frankreich längst zur Riege der Filmstars. Ob sie sich mit ihrer Beteiligung an Nicolas Boukhriefs Neo-Noir-Thriller Le Convoyeur, darin sie gemeinsam auftreten, jeweils einen Gefallen taten, wage ich zu bezweifeln. Dabei lässt sich zu Beginn des Films vieles erstmal gut an. Nach dem Überfall auf einen Geldtransporter des Unternehmens Vigilante bewirbt sich Alexandre Demarre um eine Stelle als bewaffneter Mitarbeiter im Sicherheitsdienst. Bei dem Geld- und Werttransportdienstleister liegt vieles im Argen, insofern das Unternehmen fast bankrott ist und in kurzer Zeit von einer US-amerikanischen Firma übernommen werden wird. Vigiliante übernimmt Fahrten, die renommierte Firmen aus verschiedenen Gründen ausschlagen, doch die Ausrüstung ist durchweg veraltet. Bei drei Überfällen im laufenden Jahr kamen insgesamt 9 Mitarbeiterinnen zu Schaden und die Überlebenden kehrten jeweils nicht auf ihre alte Stelle zurück. Der schweigsame Alexandre fügt sich schnell in den monotonen Alltag ein und macht sich im Gegenzug ein Bild von seinen Kollegen und von der Kollegin Nicole (Claude Perron), der einzigen Frau im Team. Seine erste Fahrt unternimmt er mit dem freundlichen Jacques (Jean Dujardjn) und mit “der Mumie“ (Philippe Laudenbach). Der Drehbuchautor Éric Besnard und sein Co-Autor und Regisseur Nicolas Boukhrief sind geschickt darin, die Katze möglichst lange im Sack zu halten. Indessen ahnt der Zuschauer bei Alexandres Einzug in ein Hotel (und zwar für einen Monat) längst, dass jener nicht der typische Mitarbeiter einer Firma für Geld- und Werttransporte sein kann.

 

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© EuroVideo Medien GmbH

“Dark, immersive, and gritty, Le Convoyeur aka Cash Truck is a slow-burning and yet engaging French crime movie with a distinct noir vibe”, heißt es bei Rabbit-Reviews und das ist allemal richtig. Aber dem Autoren-Duo und der Regie gelingt es in den 50 Minuten, die der Zuschauer nach dem Auftakt auf den nächsten Überfall warten muss, leider nicht die beteiligten Personen zum Leben zu erwecken. Alle Protagonisten bleiben Skizzen, sind durch zwei, drei Marotten definiert und ansonsten langweilige Kleinbürger am unteren Ende der Nahrungskette – mehr weiß der Film über sie nicht zu berichten. Einzig die in kurzen Sequenzen porträtierte Hotelangestellte Isabelle (Aure Atika) zeigt eine eigenständige Persönlichkeit, wodurch die genannten 50 Minuten zäh und mitunter gar langweilig werden. Der britische Actionspezialist Guy Ritchie brachte 2021 seinen in Deutschland Cash Truck (UK/USA 2021) benannten Thriller ins Kino, der US-Originaltitel ist Wrath Of Man, ein Remake von Nicolas Boukhriefs Film, das Jason Statham, Josh Hartnett und Andy Garcia in Hauptrollen zeigt - angesiedelt in Los Angeles, Kalifornien. Beide Filme beziehen sich als Neo-Noir-Dramen, welche neben ihrem Rachemotiv besagte Überfälle auf Geldtransporte zum Thema haben, auf klassische Vorläufer à la Gewagtes Alibi (USA 1949) oder Armored Car Robbery (USA 1950).

 

Unter dem Titel Cash Truck gibt es eine deutsche DVD-Ausgabe (2005) der EuroVideo Medien GmbH, bild- und tontechnisch einwandfrei, ungekürzt und im Originalformat mit dem original französischen Ton und mit einer schrecklich missratenen deutschen Synchronisation, die auf keinen Fall zu empfehlen ist, leider gibt es aber keinerlei Untertitel, und auch Extras finden sich bei dieser VÖ nicht.

 


Neo Noir | 2004 | France | Nicolas Boukhrief | François Berléand

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