Fatale

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Bewertung
**
Originaltitel
Fatale
Kategorie
Neo Noir
Land
USA
Erscheinungsjahr
2020
Darsteller

Hilary Swank, Michael Ealy, Mike Colter, Damaris Lewis, Tyrin Turner

Regie
Deon Taylor
Farbe
Farbe
Laufzeit
102 min
Bildformat
Widescreen

 


 

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Los Angeles, Kalifornien: Für die Betreuung von Basketballprofis gründeten sie die Sportagentur VISTA, deren Inhaber und Geschäftsführer Derrick Tyler (Michael Ealy) und Rafe Grimes (Mike Colter) immer noch sind und dank derer sie zu Millionären wurden. Am heutigen Abend treffen sie sich in Rafes Luxusappartment hoch über den Dächern der Stadt - Derrick mit seiner Ehefrau Tracie (Damaris Lewis) und Rafe mit seiner neuen Freundin Micaela (Kali Hawk), die er zur Belustigung seiner Gäste in einer Kunstgalerie kennenlernte. Aber Derrick und Tracie, die selbst als Immobilienmaklerin erfolgreich ist, durchleben eine Krise… Als letztere am Morgen in dem Inifinity-Pool ihrer Villa ein Bad nimmt, packt Derrick im Schlafzimmer seine Reisetasche, indessen auf dem an der Wand befestigten LED-Bildschirm eine Nachricht über juristische Schritte gegen Stadtrat Carter Heywood (Danny Pino) gesendet wird, der Wertpapiere veruntreut haben soll. Als Tracie in ihrem Bikini aus dem Pool steigt, reicht Derrick ihr das Handtuch, aber die Stimmung zwischen den Ehepartnern ist unterkühlt. Er möchte wissen, warum sie vor einigen Tagen lange nach Mitternacht Zuhause war; sie fühlt sich in ihrem Bestreben missachtet eine eigene Karriere zu haben. Als er ihr anbietet die Reise nach Las Vegas abzublasen, macht sie ihm klar, dass ihr daran nichts läge… Beim Junggessellenabschied in einer Diskothek in Las Vegas sind Rafe und viele prominente Kunden ihrer Agentur anwesend, aber wegen Tracie ist Derrick enorm angespannt…

 

“Swank and Ealy’s nutty erotic thriller is a bad movie (…) that’s convoluted, boring, and maybe worst of all, hideously unsexy”, schreibt Kate Erbland für IndieWire und spiegelt damit voll und ganz meinen Eindruck von dieser eigentümlich missglückten Rückkehr zum Neo Noir der späten 80er und frühen 90er Jahre. Seinerzeit hatte der Erotikthriller Konjunktur und mit der zentralen Figur einer Femme fatale oder eines Homme fatale bereicherte er den Filmstil um Werke wie Das Messer (USA 1985), Eine verhängnisvolle Affäre (USA 1987), Fatale Begierde (USA/JPN 1992), Die letzte Verführung (USA 1994) und vor allem Basic Instinct (FRA/USA 1992). Aber das Drehbuch von Autor David Loughery (Lakeview Terrace, USA 2008) und der Film von Regisseur Deon Taylor (Black and Blue, USA 2019) arbeiten sich einzig durch eine Vielzahl von Klischees und Routinen. Daran kann nicht mal die gewohnt brillante Kameraarbeit Dante Spinottis (L.A. Confidential, USA 1997) etwas ändern. Auch die passablen Leistungen der Hauptdarsteller Hilary Swank und Michael Ely versanden im Einheitsbrei eines Thrillers, dessen Dramaturgie und Wendungen jeden nur halbwegs erfahrenen Cineasten bloß gähnen lassen. Das Duo hinter der Kamera will und das Duo auf der Leinewand soll die Zuschauer überraschen. So fade und vorhersehbar wurden Bausteine aus Hollywoods Drehbuchschublade aber schon lange nicht aneinandergereiht. In ihrem Dienst agieren die Rollencharaktere als Funktionsträger und trotz des Versuchs ihnen so etwas wie eine Biografie zuzuschreiben, indem wir rudimentär ihre Vergangenheit kennenlernen, erwachen sie hinter ihren Namen und Berufen nicht zum Leben. Man hat jede einzelne Szene - genau das kennzeichnet Lougherys Drehbuch - in vergleichbaren Thrillern aus der Traumfabrik schon ein Dutzend Mal gesehen. Die Bezugnahme auf Bekanntes aus den 80er und 90er Jahren erweist sich nicht als clever sentimentale Reise in die Kinogeschichte sondern als epigonenhafte B-Variante, ergo als uninspiriert.

 

”I don’t go after something, unless I know I can get it.“ Genre-Regisseur Deon Taylor konnte nach einer Reihe von B-Filmen mit seinem ebenfalls mit Michael Ealy besetzten und von David Loughery geschriebenen Film The Intruder (USA 2019) auf sich aufmerksam machen, darin er Dennis Quaid effektvoll wider seinen Typ besetzte. Im Anschluss brachte er nach einem Drehbuch von Peter A. Dowling mit Black And Blue (USA 2019) einen pointiert inszenierten und politisch relevanten Neo Noir um eine afroamerikanische Polizistin (Naomi Harris) in New Orleans, die Zeugin eines von Kollegen ausgeführten Mordes an einem Drogendealer und damit selbst zur Gejagten wird. Wer solchen mit Ecken und Kanten gespickten Neo Noir sah, gleichfalls mit Darsteller Mike Colter und von Dante Spinotti in Bilderwelten umgesetzt, und sich im Anschluss den Hochglanz-Trash namens Fatale zumutet, wird kaum glauben, dass hier der gleiche Regisseur am Werk ist. Das letzte Drittel inklusive des Finales sind derart implausibel und hanebüchen, dass der Film zur Selbstparodie verkommt. Das ist sicher kein Werk, mit dem sich nur einer der vor und hinter der Kamera beteiligten Personen einen Gefallen tat, und es gilt im Übrigen auch für potentielle Zuschauer: Verschwenden Sie damit bloß nicht Ihre Zeit.

 

In Deutschland ist Fatale (so wie in den meisten Nationen) lediglich online zu sehen, weder gab es einen Kinostart noch eine BD- oder DVD-Veröffentlichung. In Polen erschien via Monolith Films unterm Titel Niezapomniana eine DVD-Edition (2021) mit dem Werk ungekürzt und im Originalformat inklusive der original englischen Tonspur, einer polnischen Synchronisation und auch mit optional polnischen Untertiteln, dazu den US-Kinotrailer als Extra.

 


Neo Noir | 2020 | USA | Deon Taylor | Dante Spinotti | Tyrin Turner

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