You Can’t Escape

 

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Bewertung
***
Originaltitel
You Can’t Escape
Kategorie
Film Noir
Land
UK
Erscheinungsjahr
1956
Darsteller

Noelle Middleton, Guy Rolfe, Robert Urquhart, Peter Reynolds, Elizabeth Kentish

Regie
Wilfred Eades
Farbe
s/w
Laufzeit
74 min
Bildformat
Vollbild

 


 

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Auf einem Flugfhafen für Privatflugzeuge außerhalb Londons sucht der freischaffende Journalist Rodney Nixon (Peter Reynolds) nach einer Story, als er vor Ort den Schriftsteller Peter Darwin (Robert Urquhart) entdeckt, der mit seinem Roman Candles in Chelsea aktuell Erfolg hat. Die beiden kennen sich flüchtig von Besuchen einiger Partys in London. In diesem Moment landet die reiche Erbin Kay March (Noelle Middleton) mit ihrem Flugzeug und es kommt zu einem Unfall. Darwin rettet die Bewusstlose aus der Kabine, bevor das Flugzeug Feuer fängt und explodiert. Rodney Nixon ist Zeuge dessen, schießt einige Fotos und hat eine exklusive Geschichte. Darwin fährt Kay March zu ihrem Landsitz, wo sie mit ihrer Tante Sue (Barbara Cavan) lebt, die aktuell Peter Darwins Roman liest und die sich nach Details der Handlung erkundigt, bevor sie ihren Gast zum Tee einlädt… Monate später sind Kay March und Peter Darwin ein Paar, das seinen Weg in die Klatschspalten der Presse fand - die beiden wollen heiraten. Der Autor würde die Hochzeit gern ohne Publicity inszenieren, doch Kay weiß, dass sie vielen Persönlichkeiten eine Einladung schuldig ist. Als das Paar eines Abends in Kays Haus mit Tante Sue Pläne schmiedet, klingelt das Telefon und der Butler meldet ein Gespräch für Peter. Der nimmt es an und erlebt eine Überraschung. Seine ex-Geliebte Claire Segar (Elizabeth Kentish) hat von seinen Heiratsplänen erfahren und verlangt ihn heute Abend zu treffen. Peter willigt ein und erzählt Kay von einem Freund in finazieller Not…

 

“Based on the novel ‘She died young’ by Alan Kennington, You Can’t Escape is a film noir-ish little number“, beginnt Justin Richard seine Besprechung des Films für Blueprint: Reviews und findet damit schon fast zum Resümee. Sowohl der Film als auch das Buch sind heutzutate vollends obskur, und so ist es Studiocanal Films Ltd. hoch anzurechnen, dass sie solches Debüt des späteren TV-Regisseurs Wilfred Eades mit seiner illustren Besetzung auf DVD wieder zugänglich machten. You Can’t Escape ist alles andere als ein schlechter Thriller und hat insbesondere im ersten Drittel eine Reihe von spannenden Momenten. Doch kann er das Niveau leider nicht halten und erweist sich zu guter Letzt als ein Film und eine Geschichte mit Potential, das von den Verantwortlichen hinter der Kamera nicht ausgeschöpft wurde. Mit dem Fokus auf die Wandlung des Rollencharakters Peter Darwin wird der Zuschauer Zeuge, wie dessen Freundin Claire Segar bei einer heftigen Aussprache während einer Autofahrt tödlich verunglückt. Darwin versucht alles, um diesen Todesfall, der ihm als Mord ausgelegt würde, zu vertuschen und um seine Zukunft mit der innig geliebten Kay March nicht zu gefährden… Nach den harmlosen ersten 9 Minuten erreicht die Erzählung also schnell Fahrwasser des Film Noirs und wird mit Blick auf die Atmosphäre und in der Bildsprache sukzessive dunkler. Die Schauspieler agieren kompetent, vor allem Peter Reynolds und Robert Urquhart können überzeugen.

 

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“I’m through with that kind of people that drink gin out of cracked cups until dawn.“ Elemente der Handlung und auch Drehorte erinnern an vorhergehende klassische Film Noirs. So ist etwa der Totschlag oder überhaupt ein Mordverdacht aufgrund von Indizien auch in Detour (USA 1945), Guilt Is My Shadow (UK 1950), Murder Without Crime (UK 1950) und in Cause For Alarm! (USA 1951) ein zentraler Treiber der jeweiligen Geschichte. Die unseligen Versuche, die (Mit-)Schuld am Tod eines Menschen aus einer gemeinsamen Zukunft voller Romantik und Liebe zu tilgen, wurden in Frau ohne Gewissen (USA 1944),  Konflikt / Tatort Springfield (USA 1945) und in Alle Spuren verwischt (USA 1956) bereits erfolgreich inszeniert. Ein sprunghaftes Voranschreiten der Geschichte, das deren Komplexität auf der Strecke lässt, führt jedoch ab der Hälfte zu Irritation und zu einem abnehmenden Interesse an den Rolencharakteren. Ein Finale, das zu Treilen an dasjenige in Vom FBI gejagt (USA 1949) erinnert, wirkt dergestalt hastig, so als seien der Produktion plötzlich das Geld oder allemal die Lust an der Sache ausgegangen. Mit 15 Minuten mehr Spielzeit hätte sich der Film jenen Belangen widmen können, die angelegt und nicht ausgeführt sind. Bedauerlich ist jedoch auch, dass das Quartett der zentralen Schauspieler mit Beginn der 60er Jahre fast vollständig in TV-Serien verschwand.

 

Erstklassige DVD-Edition (2014) der Studiocanal Films Ltd. via Network in deren Serie The British Film mit dem Werk ungekürzt und in zwei Fassungen, nämlich einmal im Originalformat (Vollbild), in dem es gedreht wurde, und zum anderen in dem Kinoformat (Widescreen), in dem es seinerzeit im Kino aufgeführt wurde. Der originale Kinotrailer und eine Bildergalerie runden die Veröffentlichung dieser seltenen B-Produktion.

 


Film Noir | 1956 | UK | Wilfred Eades | Guy Rolfe | Peter Reynolds

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