Mann im Hintergrund, Der

 

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Bewertung
***
Originaltitel
Someone To Watch Over Me
Kategorie
Neo Noir
Land
USA/UK
Erscheinungsjahr
1987
Darsteller

Tom Berenger, Mimi Rogers, Lorraine Bracco, Jerry Orbach, John Rubinstein

Regie
Ridley Scott
Farbe
Farbe
Laufzeit
106 min
Bildformat
Widescreen

 


 

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© Columbia Pictures Corporation

New York: Im Stadtteil Queens feiert der Police Detective Mike Keegan (Tom Berenger) mit seiner Frau Ellie (Lorraine Bracco) und dem achtjährigen Sohn Tommy (Harley Cross) seine Beförderung. Ihre Wohnung platzt vor Menschen, auch Mikes langjährige Kollegen und Freunde TJ (Tony Di Benedetto) und Scotty (Daniel Hugh Kelly) sind zur Party gekommen. Bis spät in die Nacht wird getrunken und getanzt, bevor die Eheleute endlich ins Bett kommen… In Manhattan gibt der Hipster Win Hockings (Mark Moses) aus Anlass einer Ausstellung ein rauschendes Fest für die Reichen und Schönen, die sich der Szene zurechnen können und heute ein Stelldichein geben. Moden und Stile spielen ebenso eine Rolle wie der Umfang des Bankkontos. Auch Claire Gregory (Mimi Rogers) wurde von ihrem alten Freund Win dazu eingeladen und erscheint in Begleitung von Neil Steinhart (John Rubinstein), einem so wie Claire steinreichen Lebemann, der zugleich etwas steif und zugeknöpft wirkt. Als Win Hockings‘ ehemaliger Geschäftspartner, der Rechtsanwalt Joey Venza (Andreas Katsulas) mit seinem Porsche 911 vorfährt, bekommt er vom Personal mitgeteilt, dass man Anweisung habe ihn nicht einzulassen. Doch Venza fährt ums Eck und findet eine offenstehende Tür für Lieferanten, die ihn ins Innere des Gebäudes eintreten lässt. Indessen möchte Win Hockings im Untergeschoss Claire seine neue Kunstsammlung zeigen…

 

“Someone To Watch Over Me remains a key work of (…) the elegant and sexy urban noir thrillers of the 80’s and 90’s; movies like Body Heat (1981), Basic Instinct (1992), and Fatal Attraction (1987)”, argumentiert Cameron Beyl in seinem Filmjournal The Directors Series in einer Retrospektive dieses wenig bekannten und seinerzeit an der Kinokasse gefloppten Ridley-Scott-Films. Über 30 Jahre nach dessen Debüt blickt Beyl auf den Stellenwert des Films im Werkskanon von Ridley Scott zurück und stellt seinem Regisseur und dessen Kollaboration mit dem Kameramann Steven Poster (Blue City, USA 1985) ein gutes Zeugnis aus. Tastsächlich ist es einmal mehr die Macht der Bilder, die schon im Vorspann zu entzücken weiß. Dessen Luftaufnahmen Manhattans bei Nacht erinnern in ihrer verführerisch zugespitzten Ästhetik an Godfrey Reggios Koyaanisqatsi (USA 1982), während statt Philip Glass der von Ira und George Gershwin komponierte Jazz-Klassiker Someone To Watch Over Me, der dem Film seinen Namen gab, in einer klassischen Jazz-Version von Popsänger Sting angestimmt wird. Schon mit seinem legendären Der Blade Runner (USA/UK/HK 1982), der ursprünglich auch kein Erfolg war, hatte sich Ridley Scott als Magier eines Kinos der Bilderwelten etabliert, mit einem feinen Gespür für Lokalitäten, für Perspektiven und für den Einsatz von Licht und Schatten. Davon lebt auch sein Neo Noir Der Mann im Hintergrund. Den visuellen Stilmitteln gilt das Hauptinteresse seines Regisseurs. Aber das allein schafft keinen guten Film. Und so erwähnt Beyl den Autoren des Drehbuchs, Howard Franklin (Der Reporter, USA 1992), nur beiläufig, und er hat Grund dazu. Die Geschichte dieses Films und vor allem viele Dialoge sind jene Art von A bis Z vorhersehbarer Durchschnittskost, die man damals und die man heute bestenfalls im Fernsehen zu tolerieren bereit ist.

 

“You're gonna realise, marriage is an idea whose time has come and gone.” Dank seiner Schnittfolge erzählt Der Mann im Hintergrund seine Geschichte beizeiten besser, als sie ist. Zudem gibt es einige Akteure in Nebenrollen, deren Spiel gewohnt zuverlässig ist und deren Figuren den Film bereichern. Hierzu gehören Lorraine Bracco, Jerry Orbach und Tony DiBenedetto, aber nicht unbedingt die Hauptdarsteller Tom Berenger und Mimi Rogers. Berenger steht für ein grunsolides Schauspiel, macht auch hier nicht viel falsch, aber seine Palette des Ausdrucks ist begrenzt, und so bleibt sein Police Detective Mike Keegan ein Musterbeispiel biederer Mittelmäßigkeit. “I love your husband, Ellie, but he‘s a l‘il dork”, teilt eine Freundin der Gastgeberin in der Eröffnungsszene mit, und es fällt schwer zu widersprechen, was Ellie auch nicht tut. Mimi Rogers wirkt bei dem Versuch, ihre Figur möglichst komplex zu gestalten, beizeiten überfordert. Die Höhen und Tiefen auf der Skala ihrer Emotionen wirken großteils bemüht und machen aus einer Person, die Cocktailpartys besucht und sich von ihrem Chauffeur zur Shopping Mall kutschieren lässt, keinen echten Charakter. Was bleibt, ist ein passabler Thriller, ein wenig zu banal für so eine A-Produktion und nicht “dirty“ genug, um deren Schwächen auszugleichen. Fazit: Kann man sich anschauen, muss man aber nicht gesehen haben.

 

Sehr gute DVD-Edition (2000) der Sony Pictures Home Entertainment mit dem Film bild- und tontechnisch einwandfrei, ungekürzt im Originalformat mit dem original englischen Ton und Synchronspuren auf Deutsch, Italienisch, Spanisch und Französisch, optional Untertitel auf Deutsch, Englisch, Französisch, Tschechisch, Arabisch, Niederländisch, Portugiesisch, Spanisch, Dänisch und Italienisch, den Kinotrailer und Bildtafeln mit Infos zu Regisseur und Darstellern als Extras.

 


Neo Noir | 1987 | USA | Ridley Scott | Jerry Orbach | Tom Berenger

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