Mr. District Attorney

 

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Bewertung
***
Originaltitel
Mr. District Attorney
Kategorie
Film Noir
Land
USA
Erscheinungsjahr
1947
Darsteller

Dennis O’Keefe, Adolph Menjou, Marguerite Chapman, Michael O’Shea, George Coulouris

Regie
Robert B. Sinclair
Farbe
s/w
Laufzeit
83 min
Bildformat
Vollbild

 


 

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© Columbia Pictures Corporation

Es ist Nacht und Marian Marsden (Joan Blair) liegt schlafend in ihrem Bett, als ihr Ehemann (Ralf Harolde), ein ehemaliger Strafgefangener, durchs Fenster hereinsteigt und sie kaltblütig erschießt, bevor er auf gleichem Weg wieder verschwindet… Am Morgen telefoniert ein Reporter (Robert B. Williams) vom Transcript Journal mit seinem Redakteur und berichtet, dass Marsden auf seiner Flucht von der Polizei gestellt und erschossen wurde. Er verspricht seinen Artikel schnell abzuliefern, wenn man ihm einen besseren Korrektor als beim letzten Mal zur Verfügung stelle. Er werde sich auch um ein Foto von Mrs. Marsden bemühen. Als die Zeitung erscheint, wird dort kein Foto von Marian Marsden sondern eins von Marcia Manning (Marguerite Chapman) abgedruckt, die im Büro des Staatsanwalts Craig Warren (Adolphe Menjou) vorstellig wird und sich beschwert. Warren ist erstaunt, denn die Zeitung druckte das Foto zwar versehentlich, doch dessen Quelle ist das Fotoarchiv der Polizei von Kansas City. Ms. Manning gibt zu, dass sie einst als Verdächtige an einem Strafprozess beteiligt war, jedoch freigesprochen wurde. Warren verspricht der temperamentvollen Dame, die eine weitere Nutzung ihres Fotos verhindert sehen will, der Polizei von Kansas City einen Rüffel zu geben. Als Ms. Chapman sein Büro verlässt, wartet im Vorzimmer bereits Warrens Assistent Harrington (Michael O’Shea) auf Anweisungen. Warren drückt ihm das Foto von Marcia Manning in die Hand und trägt Harrington auf, deren Akte für ihn anzufordern…

 

“From Phillips H. Lord's popular NBC radio series comes an intriguing "legal film noir" filled with double-crosses and unusual twists“, formuliert Gary W. Tooze für DVD Beaver in seiner Vorstellung der Edition Forgotten Film Noir Vol. 8 aus dem Hause VCI Entertainment und liegt damit richtig. Mr. District Attorney ist ein allemal handwerklich überzeugender und von einer knackigen Dramaturgie voran getriebener B-Film der Columbia Pictures, der mit einer guten Besetzung aufwartet. Darin besticht vor allem die ansonsten heute kaum noch bekannte Marguerite Chapman ans Femme fatale Marcia Manning, die in ihrer Rolle einer Joan Bennett, Lizabeth Scott oder Lauren Bacall durchaus das Wasser reichen kann, doch mit jenen nie in einem Atemzug genannt wird.  Als Strippenzieherin im Hintergrund, die das gesamte Ensemble der korrupten Geschäftsleute und der Vertreter des Rechts in Bewegung hält, ist sie eine nicht nur verlässliche sondern schillernde Figur dieses klassischen Film Noirs. An ihrer Seite kann Dennis O’Keefe als aufstrebender Rechtsanwalt Steve Bennett zeigen, dass mehr als nur der übliche Tough Guy oder Undercover-Agent in ihm steckt. So wie Burt Lancaster in Rächer der Unterwelt / Die Killer (USA 1946) oder Robert Mitchum in The Locket (USA 1946) verfällt Steve Bennett seiner dubiosen Angebeteten mit Haut und Haaren und verwehrt sich jeder Einmischung seitens Dritter, als ihm die Rolle des betrogenen Narren längst ins Gesicht geschrieben steht. Auch die Kontrahenten auf den höheren Etagen sind durch Adolphe Menjou und Georgen Coulouris in ihrer jeweiligen Art fein konturiert. Störend wirkt allerdings Michael O’Shea  als der dem Staatsanwalt beigeordnete Schnüffler Harrington, dessen zwanghaft komische Ader einen leichteren Ton ins Drama bringen soll, doch der beißt sich mit dem Film-Noir-Plot und wirkt ebenso konstruiert wie flach.

 

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© Columbia Pictures Corporation

“There are time when business deals need, ah… well, let’s call it a woman’s touch.“ – “I think, I know what you mean.“ Trotz vereinzelt pointiert zugespitzter Dialoge gibt es noch andere Aspekte des Drehbuchs, die den Film schwächen. Der vom Staatsanwalt ständig als talentiert und fachlich exzellent gepriesene Jurist Steve Bennett gibt uns kaum je eine Kostprobe seines Könnens. Sein Werdegang und seine Erfolge werden dem Zuschauer bloß berichtet. Dahingegen erweist er sich in der Zuneigung zu Marcia Manning als ein zunehmend liebestoller Tölpel. Und so klingt seine angebliche Klugheit und Gewandtheit in beruflichen Dingen nicht nach; ständig sehen wir nur den von Marcia wiederholt Gehörnten. Trotz seines Tempos wirken die Regie und auch die Kameraarbeit allzu routiniert. Akzente jener Art, wie sie von Stanley Cortez, James Wong Howe oder Elwood Bredell gesetzt wurden, fehlen hier und lassen diesen Film Noir tatsächlich als zu fade und für Marcia Mannings Temperament als bei weitem zu blass erscheinen. So bleibt Mr. District Attorney ein trotz guter Ansätze letztlich mittelmäßiger Film Noir, der im Kontext seiner Zeit als B-Produktion untergeht. Bereits sechs Jahere zuvor hatte William Morgan für Republic Pictures das populäre Radioprogramm Mr. District Attorney (USA 1941) erstmals auf Zelluloid gebannt, schon seinerzeit mit Dennis O’Keefe und Joan Blair sowie mit Peter Lorre, doch hatte man sich damals für einen eher komödiantischen Einschlag entschieden.

 

Sehr gute DVD-Edition (2008) mit dem Film als Teil von Forgotten Noir Vol. 8 via VCI Entertainment (USA), auf der man Mr. District Attorney zusammen mit den B-Produktionen Hi-Jacked (USA 1950) und mit Ringside (USA 1949) auf einer DVD unterbrachte. Ungekürzt und im Originalformat, bild- und tontechnisch gut, gibt es dazu die englische Tonspur ohne Untertitel, sowie Lord Of The Radio (Pt. 2), ein Interview mit Jean Greenlaw über ihren Vater Philip H. Lord, und das Radioprogramm Mr. District Attorney (ca. 30 Minuten) als je mit Fotos bebilderte Audiodateien.

 


Film Noir | 1947 | USA | Robert B. Sinclair | Dennis O'Keefe | George Coulouris | John Kellogg | Michael O'Shea | Steven Geray | Jeff Donnell

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