Umsonst ist nur der Tod

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Bewertung
***
Originaltitel
One Good Turn
Kategorie
Neo Noir
Land
USA
Erscheinungsjahr
1996
Darsteller

James Remar, Lenny von Dohlen, Suzy Amis, John Savage, Audie England

Regie
Tony Randel
Farbe
Farbe
Laufzeit
85 min
Bildformat
Vollbild

 


 

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Los Angeles, Kalifornien: Der ehemalige G.I. Matt Forrest (Lenny von Dohlen) kam vor zehn Jahren von New York in die Stadt und baute mit seinem Partner John (Richard Minchenberg) Power Play Inc. auf, eine Firma für Computerspiele, die inzwischen zu den führenden Unternehmen der Branche zählt. Seine hübsche Ehefrau Laura (Suzy Amis) betreibt ihrerseits im Stadtzentrum, einen noblen Antiquitätenladen. Heute wollen sie für Matt an dessen Geburtstag einen Anzug zu kaufen. Matt wartet vor dem Laden, als ein Unbekannter (James Remar) ihn anrempelt und sich bei ihm entschuldigt. Nur für eine Sekunde sieht Matt Forrest in sein Gesicht, dennoch erkennt er seinen Kameraden aus Zeiten ihrer Stationierung in Panama, Simon Jury (James Remar). Er rennt ihm nach und tatsächlich hat Matt sich nicht geirrt, doch Simon ist auf dem Weg zum Bus und muss sich beeilen. Sie schütteln sich die Hand, schon ist der Bekannte wieder weg. Laura ist irritiert, dass Matt vor dem Laden nicht kurz auf sie wartete und überrascht, wie sehr Matt von seiner Begegnung beeindruckt ist. Im Anschluss an die Geburtstagsfeier in der Firma, sitzen John und seine Frau Kim (Rowenna Guinness) mit den Forrests in deren Villa am Swimming Pool und beglückwünschen die beiden zu ihren Familienplänen. Da überrascht Matt die Runde mit der Nachricht, dass Simon Jury ihn einst in Panama aus einem brennenden Fahrzeug rettete und er sonst mit 22 Jahren gestorben wäre. Es ist sein Herzenswunsch, diese Schuld endlich begleichen zu können…

                                                                

“But I’m telling you, there is something about this guy that I don’t particulary trust.” Der klassische Film Noir war ab 1945 über weite Strecken ein Markt der B-Filme und der Neo Noir der 90er Jahre war es auch. Umsonst ist nur der Tod ist eine unabhängige Produktion, die lediglich in Südkorea ins Kino kam, im Übrigen sofort auf dem Heimvideomarkt endete. Bis auf John Savage sind die Akteure international so gut wie ungekannt geblieben und auch sonst konnte den Film nichts im Langzeitgedächtnis der Filmhistorie verankern. Seine Geschichte ist ein Surrogat aus anderweitig bekannten Versatzstücken, jene hinlänglich bekannte Erzählung von dem scheinbar netten und hilfsbereiten Psycho, der sich das Vertrauen derer erschleicht, die er erst heimsucht und schließlich auslöschen will. Schnell kommt einem Jonathan Kaplans Fatale Begierde (USA/JPN 1992) und sogar James Foleys After Dark, My Sweet (USA 1990) in den Sinn, indessen das dem klassischen Film Noir entliehene Element der dunklen Vergangenheit in Kriegszeiten etwa in Fred Zinnemanns Act Of Violence (USA 1948) ebenso zur Rache als Handlungstreiber führt. Das Skript des englischen Schauspielers Jim Piddock und Gregg Mancusos ist bestenfalls Durchschnitt. Demgegenüber hebt Regisseur Tony Randel mit seiner Inszenierung den Film zumindest zeitenweise über den Durchschnitt. Dass er den von James Remar gut verkörperten und hoch traumatisierten ex-G.I. zu einem letztendlich komplexen Charakter heranreifen lässt, hält den Film jenseits der ersten 15 Minuten spannend. Auch die von Richard Minchenberg, Audie England und Michael Kopelow gespielten Nebenfiguren injizieren dem Film das gewisse Extra, wie so eine kleine Produktion es braucht.

 

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© EuroVideo Medien GmbH

Ein Ereignis in der Vergangenheit, dessen langem Schatten der Protagonist nicht zu entfliehen mag, sukzessive in Rückblenden erläutert, indessen es sein Leben bedroht, dazu der Privatdetektiv Joe Santapietro (John Savage), der frühzeitig Verdacht schöpft! Der Neo Noir Umsonst ist nur der Tod versucht die Tradition für sich zu nutzen und krankt zuletzt an seinen Bausteinen aus der Drehbuchschublade. John Savage (Mord im Zwiebelfeld, USA 1979) ist ein guter Schauspieler, der im Verlauf der 80er Jahre zunehmend in den B-Film abrutschte. Ihm bei einer Imitation von Peter Falks TV-Charakter Lieutenant Columbo (USA 1968-2003) zuzusehen, ist allerdings wenig erbaulich, doch das versuchtt Savage hier bis über die Grenze der Selbstparodie. Lenny von Dohlen (Das Geheimnis von Twin Peaks, USA 1990/91) ist kein sonderlich vielseitiger Darsteller, zumal er mit dem unverhältnismäßig gutmütig naiven Matt Forrest, Gründer und Inhaber eines Unternehmens, offensichtlich seine Probleme hat. Der Charakter wirkt mitunter überzeichnet und großteils unglaubwürdig. Umsonst ist nur der Tod hätte 10, 20 Jahre zuvor in genau dieser Weise gedreht werden können und damit treten sowohl das Potential als auch das Manko dieses Old-School-Thrillers zutage. Anderen B-Produktionen seiner Zeit; von innovativen Regisseuren wie John Dahl oder Paul Thomas Anderson; konnte und kann er nicht das Wasser reichen.

 

Bild- und tontechnisch gute DVD-Edition (2004) der EuroVideo Medien GmbH mit dem Film ungekürzt im Originalformat (4:3) und mit einer deutschen Tonspur, allerdings ohne den englischen Originalton und ohne Extras und Untertitel, weshalb ich zu der auch in Deutschland erhältlichen polnischen DVD-Ausgabe rate.

 

Neo Noir | 1996 | USA | Tony Randel | John Savage | Lenny von Dohlen

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