Todesschuss, Der

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Bewertung
***
Originaltitel
Warning Shot
Kategorie
Neo Noir
Land
USA
Erscheinungsjahr
1967
Darsteller

David Janssen, Ed Begley, Keenan Wynn, Sam Wanamaker, Lillian Gish

Regie
Buzz Kulik
Farbe
Farbe
Laufzeit
99 min
Bildformat
Widescreen
 

 

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© Paramount Pictures Corporation
 
Los Angeles, Kalifornien: Die Polizeibeamten Sergeant Tom Valens (David Janssen) und Sergeant Ed Musso (Keenan Wynn) liegen in einer nebligen Nacht außerhalb der Seascape Apartments auf der Lauer. Sie sind einem Serienmörder auf der Spur, der womöglich heute wieder sein Unwesen treiben wird. Als Valens ein verdächtiges Geräusch hört, erscheint nur ein Hund, der offensichtlich einem Mieter gehört und verschwindet. Ein Mann in Mantel und Hut (Donald Curtis) mitsamt einer Aktentasche kommt aus dem Gebäude. Sergeant Valens ruft ihn an, doch der Verdächtige flieht in Richtung Swimming Pool, wo er plötzlich in seinen Mantel greift und eine Pistole zieht. Valens eröffnet das Feuer und der Unbekannte fällt tödlich getroffen in den Pool, als auch schon Sergeant Musso herabei eilt und den Tatort absperrt. Die beiden Beamten identifizieren den Toten als Dr. James B. Ruston aus Bel Air, als einen allseits respektierten Mediziner, wie sich bald herausstellt, der sicher nicht der gesuchte Killer ist. Zu allem Unglück wird auch die Schusswaffe, die Dr. Ruston angeblich gezogen haben soll, nicht gefunden. Demgegenüber erscheint der seit sieben, acht Monaten wieder im Dienst befindliche Tom Valens aufgrund einer ähnlichen Situation, bei der er verwundet wurde, stets traumatisiert. Police Captain Roy Klodin (Ed Begley) ist von dem Todesfall, der seine Abteilung erneut in die Schlagzeilen bringt, nicht begeistert. Schon am nächsten Morgen stürzen sich die Medien auf die Nachricht. Sie wittern einen handfesten Skandal…
 
”I figure with your luck, you’re bound to start World War III as soon as we land. And I’d never forgive myself, if I wasn’t there to watch.” Dubiose und schillernde Rollencharaktere unter Beteiligung namhafter Darsteller der klassischen Ära Hollywoods, unter ihnen George Sanders (Angelockt, USA 1947), Lillian Gish (Die Nacht des Jägers, (USA 1955), Ed Begley (Du lebst noch 105 Minuten, USA 1948), Donald Curtis (The Amazing Mr. X, USA 1948) und Eleanor Parker (Verlorene Frauen / Frauengefängnis, USA 1950). Im Zentrum des Films steht mit Tom Valens jedoch ein farbloser Biedermann und Waffennarr mit einer Vorliebe für Buttermilch in einer Darstellung durch den gleichfalls farblosen David Janssen, der wie eine Westentaschenausgabe Frank Sinatras agiert. Ohnehin erinnert der in Los Angeles angesiedelte Neo Noir an die zeitgleich in Miami, Florida, ebenfalls von Kameramann Joseph F. Biroc auf Zelluloid gebannten Tony-Rome-Verfilmungen mit Frank Sinatra unter der Regie von Gordon Douglas, namentlich Der Schnüffler (USA 1967) und Die Lady in Zement (USA 1968). Auch darin wurden Elemente des klassischen Film Noirs gehörig verwässert und im Stil der für die 60er Jahre gängigen TV-Serien aufbereitet. Junge Frauen im Bikini lümmeln lüstern an Swimming Pools, vermeintlich Homosexuelle sind immerzu manierierte Witzfiguren, Rechtsanwälte erscheinen als zynische Rechtsverdreher, etc. pp. Um dem Protagonisten eine Bühne zu bieten, die ihn vom vermeintlichen Antihelden in der Entwicklung der Handlung schließlich doch zu einem vorbildlichen Helden werden lässt, ist dem konservativ gefälligen Der Todesschuss kein Klischee zu abgedroschen.
 
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© Paramount Pictures Corporation

 

“Warning Shot can't help but come off as antiquated and tedious - particularly given the unreasonably slow-pace and director Buzz Kulik's reliance on '60s-era flourishes,” fasst es Davis Nusair für Reel Film Reviews zusammen und bringt es so ziemlich auf den Punkt. Mitte der Sechziger rangen die großen Filmstudios stets mit der Übermacht des Fernsehens. Breitwandformat und Farbe konnten die Zuschauer längst nicht allein aus dem Fernsehsessel ins Kino locken. Vor allem tat sich Hollywood unendlich schwer, eine bereits seit 10 Jahre andauernde Entwicklung zu berücksichtigen, die von Stanley Kubricks Die Rechnung ging nicht auf / Killing (USA 1956) bis zu John Boormans Point Blank - Keiner darf überleben (USA 1967) einen frischen Wind ins abgedroschene Thrillerkino zu bringen hoffte. Vor lauter Angst durch Tabubrüche, wie sie im europäischen Film seit den Spätfünfzigern sukzessive erprobt wurden, den bürgerlichen Mittelstand der USA zu verschrecken und gar zu verärgern, dümpelt auch ein Film wie Der Todesschuss in Handlungsmustern und in einer Dramaturgie, die so Eins zu Eins in den frühen Fünfzigern hätte unmgesetzt werden können. Das ist schade, denn trotz einiger Einfälle und trotz der großteils guten Darsteller enttäuscht der hausbackene Film und belegt, dass in jenen Jahren die Zeit für einen Umbruch mehr als reif war.
 
Gute DVD-Edition (2005) der Paramount Pictures Home Entertainment, Inc. aus den USA (Regionalcode 1), ungekürzt im Originalformat mit der englischen Tonspur und englischen Untertiteln, ohne Extras. Eine italienische DVD (Regionalcode 2) bietet ebenfalls die volle Länge und das Originalformat und statt englischer italienische Unteritel, diese Edition liegt uns allerdings nicht vor.
 

Neo Noir | 1967 | USA | Buzz Kulik | Joseph F. Biroc | David Janssen | Ed Begley | George Sanders | Sam Wanamaker | Eleanor Parker | Joan Collins

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