Lady in Zement, Die

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Bewertung
**
Originaltitel
Lady in Cement
Kategorie
Neo Noir
Land
USA
Erscheinungsjahr
1968
Darsteller

Frank Sinatra, Raquel Welch, Richard Conte, Martin Gabel, Lainie Kazan

Regie
Gordon Douglas
Farbe
Farbe
Laufzeit
89 min
Bildformat
Widescreen
 

 

Bild Bild Bild Bild
© Twentieth Century Fox Film Corporation
 
Miami, Florida: Privatdetektiv Anthony Rome (Frank Sinatra) und sein Freund Hal Rubin (Pat Henry) sind mit Romes Motoryacht Straight Pass auf dem Weg zu einer Insel namens Fowey Rocks. Dort sollen im Jahr 1591 elf spanische Schiffe samt ihrem Goldschatz gesunken sein und Rubin hat eine Karte von dem Ort, wo sie bis heute liegen. Rome unternimmt einen Tauchgang und ist schnell auf dem von Tang bewachsenen Grund. Hier findet er keinen Schatz sondern die Leiche einer jungen, blonden Frau (Christine Todd), deren Füße in einem Block Zement stecken. Mehrere Haie umkreisen die Tote, so dass Tony Rome sich zur Wehr setzen muss und Mühe hat, unbeschadet wieder aufs Boot zu kommen und die Küstenwache zu alarmieren... Police Lieutenant Dave Santini (Richard Conte) ist wenig begeistert von dem Fund der Namenlosen, die laut der Autopsie durch den Polizeiarzt Jerome kein Wasser in den Lungen hatte und nicht ertrunken ist sondern erstochen wurde. Santini gibt Rome mehrere Akten vermisster Frauen, doch darin findet er die ermordete Namenlose nicht. Als er auf sein Boot zurückkehrt, hat sein Nachbar am Steg, McComb (Pauly Dash), eine Nachricht für ihn. Jemand hinterließ eine Adresse und die Aufforderung, ihn dort aufzusuchen. Tony Rome findet unter der Adresse ein Hausboot, am Briefkasten die Namen von Maria Baretto (Lainie Kazan) und Sandra Lomax. Doch als er eintritt, bereitet ihm der allein anwesende Waldo Gronsky (Dan Blocker) einen eher ungastlichen Empfang…
 
Frank Sinatra, Richard Conte, Gordon Douglas und Joseph F. Biroc waren wieder vereint für dieses Sequel im Anschluss an die erste Anthony-Rome-Adaption - Der Schnüffler (USA 1967) - nach dem Roman Miami Mayhem (EA 1960) von Marvin H. Albert. Der Autor arbeitete bei Die Lady in Zement persönlich am Drehbuch nach seinem gleichnamigen Roman (EA 1961) mit und auch Aaron Rosenberg war als Produzent wieder mit von der Partie. Zwischenzeitlich hatten Sinatra, Douglas, Biroc und Rosenberg noch den in New York angesiedelten Neo-Noir-Thriller Der Detektiv (USA 1968) gedreht, darin Frank Sinatra als Detective Joe Leland die beste Leistung seiner späten Jahre als Schauspieler abliefert. Keine der beiden Tony-Rome-Filme kommt an Der Detektiv heran, zudem erweist sich Die Lady in Zement im Vergleich zu Der Schnüffler ohnehin als nochmals schwächer. Alle drei Gordon-Douglas-Filme für das Studio 20th Century Fox waren Star-Vehikel für Sinatra und Der Schnüffler, ein leidlich unterhaltsamer Kriminalfilm um einen eher geplagten als wirklich heimgesuchten Privatdetektiv, hätte sicher keine Fortsetzung verlangt. Insofern dessen Geschichte eine belanglose war, hätte die Legitimation für den zweiten Fall Tony Romes in einer Verbesserung gelegen, aber die gibt es nicht. Im Gegenteil! Die Lady in Zement vermag in der ersten Viertelstunde die Neugier eines aufgeschlossenen Zuschauers halbwegs wecken, aber schon bald überfällt auch den ein herzhaftes Gähnen.
 
Die Lady in Zement-lc-web1.jpg Die Lady in Zement-lc-web2.jpg Die Lady in Zement-lc-web3.jpg

© Twentieth Century Fox Film Corporation

 

”This is my red-letter day for meeting the upper crust. First the shark, now the barracuda.” Natürlich gibt es ein paar flotte Einzeiler, das haben Hollywoods Drehbuchautoren seit den Dreißigern nicht verlernt, zugleich informiert der Film über die Mode junger Frauen in jenen Spätsechzigern. Wie in Der Schnüffler sind letztere auch in der zweiten Tony-Rome-Verfilmung deutlich jünger als die zentralen Rollencharaktere für die Herren. Raquel Welch ist so ziemlich alles, nur eben keine Schauspielerin, es ist eine Qual ihr hier zuschauen zu müssen. Auch die übrigen Charaktere jenseits von Conte und Sinatra hinterlassen wenig bleibenden Eindruck in einem Handlungsverlauf, der so zerstückelt und wirr daherkommt, dass man schließlich völlig das Interesse verliert. Da man bald nicht weiß, worum es überhaupt geht, juckt es einen auch nicht. Im Übrigen: Ein russischstämmiger Hüne, ehemals Häftling, sucht nach einer verschwundenen Freundin, die in einem Nachtclub angestellt war… Wem das bekannt vorkommt, täuscht sich nicht - Raymond Chandlers Farewell, My Lovely (EA 1940), als ein Film Noir Murder, My Sweet (USA 1944), lässt grüßen. “I want to see the moose“, erklärt Rome auf der Suche nach Waldo Gronsky, und tatsächlich ist in Raymond Chandlers Roman dieser Charakter ein Mann namens Moose Malloy. Ein wenig Noir, noch ein bisschen weniger Action und dazu ein paar müde komödiantische Einlagen würzen einen trotz Pop-Appeals seiner Zeit extrem faden Krimi von der Stange, den auch Frank Sinatra, ein im Grunde guter Darsteller, wenn er sich ins Zeug legt, nicht zu retten vermag.
 
Sehr gute DVD-Edition (2005) der Twentieth Century Fox Home Entertainment mit dem Film ungekürzt im Originalformat, bildtechnisch topp mit Tonspuren auf Englisch, Deutsch, Französisch, Italienisch und Spanisch, optional Untertitel auf Deutsch, Englisch, Französisch, Italienisch, Spanisch, Holländisch, Türkisch, den original Kinotrailer als Extra.
 

Neo Noir | 1968 | USA | Gordon Douglas | Joseph F. Biroc | Alex Stevens | Frank Sinatra | Richard Conte

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