Rache des Johnny Cool, Die

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Bewertung
***
Originaltitel
Johnny Cool
Kategorie
Post Noir
Land
USA
Erscheinungsjahr
1963
Darsteller

Henry Silva, Elizabeth Montgomery, Jim Backus, Joey Bishop, Brad Dexter

Regie
William Asher
Farbe
s/w
Laufzeit
103 min
Bildformat
Widescreen
 

 

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© Metro-Goldwyn-Mayer Studios Inc.
 
Auf der Insel Sizilien wird der etwa 10jährige Giordano im Jahr 1943 Zeuge, wie seine Mutter von Soldaten der Wehrmacht erschossen wird. Doch Partisanen, die sich im Kampf gegen die Faschisten befinden, retten den Jungen, und ihr Anführer Salvatori Guiliani nimmt den Jungen bei sich auf… 20 Jahre später wird im Ort Monte Bazzias eine Trauung vollzogen. Der allerorten gesuchte Verbrecher Salvatore Giordano (Henry Silva) feiert seine Hochzeit in aller Öffentlichkeit mit einem Bankett, wie ein des Landes kundiger, italienischer Tourist (Joseph Calleia) dem US-amerikanischen Korrespondenten Anderson (Richard Anderson) zu berichten weiß, Der Tourist stellt Giordano als einen selbstlosen Helden im Dienst der Armen dar. Als jener die Kirche verlässt, befindet sich sogar der örtliche Polizeichef im trauten Gespräch an seiner Seite. Doch als der Tourist den Amerikaner vorstellt, weiß Giordano nicht nur sofort dessen Namen, sondern könnte ihm sogar sagen, was jener zum Frühstück aß. Mitten beim ersten Tanz mit seiner Braut dröhnen plötzlich zwei Armeehubschrauber über Giordano und die Gesellschaft dahin und jagen den gesuchten Gangster in die Berge. Mit seinem treuesten Komplizen auf der Flucht wird Giordano nach kurzem Kampf verwundet und vom leitenden Offizier der Kommandoaktion vor den Augen seiner Solaten erschossen. Aber schon kurz darauf trifft ein quicklebendiger Salvatore Giordano den Mafiosi Johnny Colini (Marc Lawrence) in der Bibliothek von dessen Villa in Rom…
 
“This soundtrack manages to mix the early '60s caper-flick brand of jazz with the darker feel of 1950s film noir -- a genre to which Johnny Cool was a deliberate throwback”, resümiert Steven McDonald über Billy Mays Musik zum Film, die zwei Gesangseinlagen von Sammy Davis jr. beinhaltet, u.a. The Ballad of Johnny Cool - den Titelsong, “Playing like a hard-boiled, brutal, in your face film noir, 'Cool' is the definition of a B-movie”, schreibt Tim für Just Hit Play. Das ist richtig, doch benennt es nicht ein Merkmal besonderer Qualität sondern vielmehr das Gegenteil. Die Geschichte und ihre von Anbeginn aufgrund einer teils wirren Schnittfolge absurde Dramaturgie, die nicht dazu beiträgt die Logik mancher Zusammenhänge glaubwürdig zu vermitteln, geht zulasten des TV-Regisseurs William Asher. Henry Silva genießt einen Ruf als solider Darsteller mitunter psychotischer Schurken in Western und Krimis der Fünfziger und Sechziger – und zwar zu Recht. Als Hauptdarsteller wirkt er auf einer Strecke von 103 Minuten überfordert. Ohne viel Esprit und Wandlungsfähigkeit gerät sein Charakter nach Verlassen Siziliens im Nu zu einem der genretypischen Stoiker. Enstsprechend ist die Beziehung zwischen ihm und der Lebedame Darien Guiness (Elizabeth Montgomery) von Anbeginn eine Farce. Obwohl sich der Film Zeit lässt, es sogar eine dramatische Aussprache in einem Hotelzimmer gibt, bleiben ihre Rollencharaktere unterentwickelt. So nimmt auch der Zuschauer kaum Interesse an ihnen und an ihrem Schicksal, doch schneidet Elizabeth Montgomery allemal noch besser als Henry Silva ab.
 
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© Metro-Goldwyn-Mayer Studios Inc.
 
Brad Dexter, Joseph Calleia, Joe Turkel, Elisha Cook jr. und Marc Lawrence haben allesamt ihre Auftritte als ein Ensemble, das sich aus bemerkenswerten Charakterdarstellern des klassischen Film Noirs der Vierziger und Fünfziger zusammensetzt. Die Kameraarbeit Sam Leavitts (Der Mann mit dem goldenen Arm, USA 1955) ist der Regie überlegen, obgleich auch wenig originell. So sind es vor allem die letzten 20 Minuten des Films, die bis heute überzeugen können. Wenn der ruchlose Johnny Cool sein mörderisches Werk fortsetzt und sich auch der Frau, die ihn liebt, nur bedient und sie somit zwingt Konsequenzen zu ziehen, weist der Film über sich hinaus. Das Finale hat es in sich, aber das ist schon das Beste, was sich über Die Rache des Johnny Cool sagen lässt. Wie hätte der Film wohl ausgesehen, wenn Lee Marvin oder Paul Newman die Hauptrolle gespielt, wenn Arthur Penn oder J. Lee Thompson Regie geführt hätten? Die Einflüsse jener 1963 bereits spürbaren Umbrüche im US-Kino sind präsent - die Einflüsse von Filmen wie Unterwelt (USA 1960), Alles auf eine Karte (USA 1961) oder Botschafter der Angst (USA 1962). Aber William Asher war längst kein Autorenfilmer und nicht mal ein Regisseur mit einer ureigenen Handschrift sondern ein Mann des Fernsehens, der während der Sechziger noch einige banale Komödien ins Kino bringen sollte. Genau daran krankt dieses Werk als B-Film, der vor allem auf eine für damalige Verhältnisse harte Gewalt setzt und dafür vieles andere aus dem Blick verliert. Für Freunde des Obskuren und für Komplettisten des Thrillerkinos der Sechziger sicher "nett“, ansonsten kein Muss!
 
In den USA in der Limited Edition Collection von MGM Home Entertainment als DVD (2011) erschienen zeigt sich der für eine lange Zeit extrem seltene Film heute in guter Qualität, ungekürzt und im korrekten Bildformat, ohne Untertitel und ohne Extras. In Europa gibt es eine spanische DVD mit dem Film ungekürzt im korrekten Bildformat, wahlweise spanische oder englische Tonspur mit spanischen Untertiteln. Diese Edition liegt uns allerdings nicht vor.
 

Post Noir | 1963 | USA | William Asher | Sam Leavitt | Brad Dexter | Elisha Cook jr. | Henry Silva | Jim Backus | Joe Turkel | Joseph Calleia | Marc Lawrence | Richard Anderson | Wanda Hendrix

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