Gloria / Gloria, die Gangsterbraut

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Bewertung
*****
Originaltitel
Gloria
Kategorie
Neo Noir
Land
USA
Erscheinungsjahr
1980
Darsteller

Gena Rowlands, John Adames, Buck Henry, Julie Carmen, Tony Knesich

Regie
John Cassavetes
Farbe
Farbe
Laufzeit
117 min
Bildformat
Widescreen
 

 

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© Sony Pictures Home Entertainment
 
New York: Jack Dawn (Buck Henry) arbeitet als Buchhalter für die Mafia. Aber er will mehr, vor allem Geld. So führt er eine Kladde, die brisante Details des Geschäftsgebarens seiner Arbeitgeber listet. Als er einen Erpressungsversuch unternimmt, werden er selbst und seine Familie in ihrer eigenen Wohnung kurzerhand ausgelöscht. Nur sein sechsjähriger Sohn Phil (John Adames) kann vor dem Massaker bei der Nachbarin Gloria Swenson (Gena Rowlands) in Sicherheit gebracht werden und mit ihm das gefährliche Buch. Gloria, die mit Phils Mutter Jeri (Julie Carmen) befreundet war, ist fünfzig. Sie lebt allein mit einer Katze und will vor allem in Ruhe gelassen werden. Sie kennt die Gangster, die Phils Familie eliminierten, und sie kennt New York. Doch mit dem Jungen an den Hacken findet sie sich plötzlich auf einer aberwitzigen Flucht durch die Schluchten der Großstadt. Denn die Mafia hat inzwischen mitbekommen, dass ihre Killer nicht alle Mitglieder der Familie erwischten. So ist man bemüht, die Sache doch noch zu Ende zu bringen…
 
Gloria ist kein Mafia- und auch kein Gangsterfilm im herkömmlichen Sinne, wie es der Verleihtitel Gloria, die Gangsterbraut die Zuschauer glauben lassen wollte. Gloria ist ein Meisterstück des Autorenfilmers John Cassavetes, der 1980 zum wiederholten Mal seine Ehefrau Gena Rowlands mit einer Hauptrolle betraute. Wer John Cassavetes kennt, weiß, dass es um Menschen und deren kaputte Beziehungen zueinander geht - in zweiter Linie um die Topografie der Großstadt, sofern letztere das erste offenlegt. Manches an dem rauen und nie glamourösen Gloria erinnert an Cassavetes’ wunderbaren New-York-Film Minnie und Moskowitz (1972), ebenfalls mit Gena Rowlands. Viels andere ist vor allem ein Film Noir.
 
John Cassavetes hatte in den Mittfünfzigern erst als Schauspieler (u.a. in Martin Ritts Ein Mann besiegt die Angst mit Film-Noir-Anleihen, USA 1957) und dann als Regisseur begonnen. Schon sein Mord an einem chinesischen Buchmacher (USA 1976) mit Ben Gazzara in der Rolle eines zwielichtigen Nachtclubinhabers war ein Neo Noir par excellence. Es ist die Einsamkeit, - innere Leere als ein Verlassensein von Gott und der Welt - was Cassavetes ins Gravitationsfeld des Neo Noirs brachte und in die Nähe ihrer besten Vertreter jener Mittsiebziger, nämlich Arthur Penn, Roman Polanski oder Francis Ford Coppola. Seine Gloria Swenson, ehemals eine „Gangsterbraut“, blickt durch den Findling Phil, den sie aus Überlebensinstinkt erst ablehnt, auf die Statik ihres Lebens nach dem Ausstieg. Die Begegnung mit dem Kind bringt die Erweckung ihrer Gefühle aus jener Eiszeit, die in der Großstadt die Norm ist. Auf den Internationalen Filmfestspielen in Venedig wurde Gloria im Jahr 1980 als bester Film mit dem Goldenen Löwen ausgezeichnet.
 
Die deutsche DVD-Edition (2005) von Sony Pictures Home Entertainment bringt den Film in bildtechnisch hervorragender Qualität, ungekürzt im Originalformat und mit wahlweise 5 Tonspuren, darunter Englisch und Deutsch, optional dazu Untertitel in 12 Sprachen. Ein Muss!
 

Neo Noir | 1980 | USA | John Cassavetes | Alex Stevens | Tom Noonan | Val Avery | Gena Rowlands

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