Winchester 73

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Bewertung
****
Originaltitel
Winchester 73
Kategorie
Western Noir
Land
USA
Erscheinungsjahr
1950
Darsteller

James Stewart, Shelley Winters, Dan Duryea, Stephen McNally, Millard Mitchell

Regie
Anthony Mann
Farbe
s/w
Laufzeit
89 min
Bildformat
Vollbild
 

 

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© Universal Pictures
 
Der ehemalige Farmer Lin McAdam (James Stewart) und sein Freund High Spade Frankie Wilson (Millard Mitchell) reiten nach Dodge City, um am 4. Juli an einem Kunstschützenwettkampf teilzunehmen. Verlost wird ein Sondermodell des Repitiergewehrs Winchester 73, eines der als “one of a thousand“ berühmten, perfekten Modelle der Baureihe. Doch als erstes begegnen Mc Adam und High Spade dem Sheriff Wyatt Earp (Will Geer), der die Sängerin Lola Manners (Shelley Winters) trotz lautstarken Protests von der Postkutsche aus der Stadt schaffen lässt, weil er Begehrlichkeiten und Ärger befürchtet. Sodann nimmt er, wie allen Männern, McAdam und High Spade ihre Schusswaffen ab, um das kriminelle Potential vor Ort zu minimieren. Viele Kunstschützen werden vom Wettkampf angezogen, auch ein Mann namens Dutch Henry Brown (Stephen McNally). Als er und McAdam sich im Beisein Wyatt Earps im Saloon begegnen, wollen sie aufeinander schießen – und können es nicht. Woher ihre Feindschaft rührt, lassen die beiden Kontrahenten offen. Als am darauf folgenden Tag die Wettkämpfer gegeneinander antreten, erweisen sich Lin McAdam und Dutch Henry Brown als die besten Schützen. In einem atemberaubenden Finale unter der Leitung von Wyatt Earp und Bat Masterson (Steve Darrell) gewinnt McAdam. Aber Dutch Henry Brown führt Übles im Schilde, um die Winchester an sich zu bringen…
 
Director Anthony Mann had already established himself as a master of film noir (Desperate, T-Men, Raw Deal) when he (…) teamed up with a revitalized Jimmy Stewart for this dark epic of revenge and obsession”, schreibt Jake Hinkson in seinem Artikel A Darkness On The Plains: 8 Classic Western Noir Films für criminalelement.com. Ja, bei der internationalen Filmkritik ist Winchester 73 ein Werk, das gern als Beispiel für den Western Noir genannt wird. Sein Regisseur Anthony Mann besetze viele Rollen des in Schwarzweiß gedrehten Films mit klassischen Film-Noir-Akteuren – Dan Duryea, Shelley Winters, Steve Brodie, etc. pp. Konträr zu den Western-Mythen der 30er und 40er Jahre geht es nicht um Siedler und Besiedlung oder um andere heroische Taten der US-Historie. Winchsester 73 liegt ein archaisches Rachemotiv zugrunde, dem alles sonstige, inklusive des titelstiftenden Gewehrs, als erzählerisches Dekor beigefügt ist. Zum Film Noir gehören die zahlreichen Nachtszenen als auch der vom Impuls nach Vergeltung getriebene Protagonist Lin McAdam, James Stewarts‘ Aufbruch in die charakteristische zweite Hälfte seiner Karriere als Hollywoodstar. Zwischen 1935 und 1949 war er in einem einzigen Western aufgetreten; in den 50er Jahren wurde das Genre sein Markenzeichen. Anthony Mann drehte 1950 vier Filme, drei waren Western, von denen Winchester 73 nach Fluch des Blutes der zweite (aber als erster im Kino) war. Von dieser (= Manns finaler) Serie in Schwarzweiß ist Winchester 73 vom Film Noir jedoch am weistesten entfernt. Seinen Ruf als Westernklassiker verdankt er nicht zuletzt dem Umstand, dass sein Plot durch die Bank konventionell ist.
 
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© Universal Pictures
 
Trotz einer rasanten Dramaturgie, seiner exzellenten Darsteller, seiner punktgenauen Regie und der guten bis sehr guten Kameraarbeit von William H. Daniels (Stadt ohne Maske / Die nackte Stadt, 1948) liegt Winchester 73 nur knapp oberhalb des Durchschnitts anderer Hollywoodfilme des Jahres 1950. Der edle Rächer und der skrupellose Mörder sind klar voneinander geschieden. Die Gut-versus-Böse-Moral erinnert an Die Abenteuer des Robin Hood (1938) samt Millard Mitchell als ewigem Buddy High Spade nach dem Vorbild eines Little John. Von der dunklen Ambivalenz jener von Anthony Mann gedrehten Film Noirs Flucht ohne Ausweg (USA 1948) oder Side Street (USA 1950) ist wenig zu spüren. John McIntire und Charles Drake spielen die einzigen Charaktere, denen zu schillern erlaubt ist, wofür sie entsprechend bezahlen. Winchester 73 ist temporeich und verschenkt in 89 Minuten keine einzige Einstellung. Indessen ist vieles beim ersten Nachdenken unglaubwürdig. Indianer und Bösewichte sterben wie die Fliegen; die Meisterschützen ballern im Showdown dutzendfach aneinander vorbei; Shelley Winters huscht als Lola Manners unbelästigt von einem Kerl zum nächsten, doch Empathie und Trauer sind ihr so fern wie allen anderen Beteiligten. Vier Sterne gibt es (ganz knapp) für eine handwerklich überlegene Inszenierung, die souverän alle Register zieht und auf die üblichen Studiokulissen verzichtet – Manns Westen ist staubig und dreckig. Seine Geschichte aber ist so unterhaltsam, wie sie letztlich banal ist.
 
Erstklassige DVD-Edition (2004) der Universal Pictures Germany GmbH mit dem Film bildtechnisch topp restauriert, ungekürzt und im Originalformat, deutsche, englische und französische Tonspur, zahlreiche Untertitel, darunter Englisch und Deutsch, den original Kinotrailer als Extra.
 

Western Noir | 1950 | USA | Anthony Mann | Charles Drake | Dan Duryea | James Millican | James Stewart | Jay C. Flippen | John Doucette | John McIntire | Millard Mitchell | Rock Hudson | Stephen McNally | Steve Brodie | Tony Curtis | Shelley Winters

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