Dr. Mabuse, der Spieler

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Bewertung
*****
Originaltitel
Dr. Mabuse, der Spieler
Kategorie
Pre Noir
Land
GER
Erscheinungsjahr
1922
Darsteller

Rudolf Klein-Rogge, Bernhard Goetzke, Aud Egede Nissen, Gertrude Welcker, Alfred Abel

Regie
Fritz Lang
Farbe
s/w
Laufzeit
270 min
Bildformat
Vollbild
 

 

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© Atlas Film und Medien GmbH
 
Dr. Mabuse (Rudolf Klein-Rogge) lässt Geheimpapiere rauben und manipuliert Börsenkurse. Als Wissenschaftler tritt er in der Berliner Philharmonie auf und spricht über Psychoanalyse. Seine Geliebte, die Tänzerin Cara Carozza (Aud Egede Nissen), setzt er auf den Millionär Richard Hull (Paul Richter) an, und nimmt ihm unter Einsatz von Hypnose beim Glücksspiel ein Vermögen ab. Durch Richard Hull kommt jedoch der Staatsanwalt von Wenk (Bernhard Goetzke) auf die Spur des Verbrechers. In einem Spielclub lernt der Staatsanwalt die Gräfin Dusy Told (Gertrude Welcker) kennen. Auf der Suche nach dem Unbekannten sitzt von Wenk am Spieltisch ahnungslos Dr. Mabuse gegenüber. Es gelingt ihm immerhin, sich den hypnotischen Kräften des Spielers zu widersetzen. Kurz darauf entkommt er knapp einem Anschlag. Ein darauffolgender Großeinsatz der Polizei im Casino Petit hat jedoch keinen Erfolg. Von Wenk lässt die Tänzerin Cara Carozza festnehmen. Durch ihre Inhaftierung hofft er, die Identität des rätselhaften und genialischen Verbrechers zu lüften…
 
Die Optik des monumentalen Stummfilms - sowohl Inszenierung und Kameraarbeit als auch Restauration fürs digitale Medium - sind bestechend. Der Film  entwickelt eine Dichte und Präsenz seiner Geschichte, der sich ein Zuschauer auch heute kaum entziehen kann. Schauspiel und Erzählweise, mit Blick aufs rasante Tempo und an der Gesamtlänge gemessen, sind mehr als beeindruckend. Wer sich darauf einlässt, wird die 4 ½ Stunden wie im Flug erleben. Der Untertitel des ersten Teils, Ein Bild der Zeit, hat 90 Jahre nach dessen Produktion nichts von seiner Berechtigung eingebüßt. Die Themen des frühesten Vorläufers des Film Noirs sind zeitlos.
 
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© Transit Film GmbH
 
Für den Regisseur Fritz Lang war Dr. Mabuse, der Spieler der erste beim Publikum und bei der Kritik erfolgreiche Meilenstein einer Biografie, die  zuletzt über 40 Jahre Kinogeschichte fasste. Bis 1933 in Deutschland, später in den USA als Innovator des Film Noirs schrieb Lang Kinogeschichte. Wer Dr. Mabuse, der Spieler in der vorliegenden Fassung anschaut, kann nur staunen. Die Bauten und Massenszenen, das versierte Schauspiel und nicht zuletzt die optischen Raffinessen, die von der heutigen Tricktechnik viele Jahrzehnte entfernt lagen, sind eine Klasse für sich. Dazu ist die Erzähltechnik so ausgereift, dass manche heutige Filmschaffende vor Scham puterrot werden müssten. Im angloamerikanischen Sprachraum heißt es gern: „They don’t make them like this anymore.“ Wie wahr!
 
Die Edition als 2DVD der Transit Film GmbH (2004) in Kooperation mit der Friedrich Murnau Stiftung, Wiesbaden, ist eins der gelungensten Beispiele der Filmrestauration in Deutschland. Die opulente Ausstattung des Digipacks im Schuber mit 12seitigem, informativem Booklet, dazu die von Aljoscha Zimmermann neu komponierte und arrangierte Filmmusik – all das ist musterhaft ausgeführt und kaum zu überbieten. Unbedingt ansehen und genießen!
 

Pre Noir | 1922 | International | Fritz Lang | Norbert Jacques | Hans Adalbert Schlettow | Julius Falkenstein | Rudolf Klein-Rogge | Aud Egede Nissen

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