Confidential

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Bewertung
**
Originaltitel
A Gun, A Car, A Blonde
Kategorie
Neo Noir
Land
USA
Erscheinungsjahr
1997
Darsteller

Jim Metzler, Victor Love, Kay Lenz, Billy Bob Thornton, John Ritter

Regie
Stefanie Ames
Farbe
Farbe + s/w
Laufzeit
103 min
Bildformat
Vollbild
 

 

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© Black Hill Pictures GmbH
 
Manhattan Beach, Kalifornien: Der reiche Unternehmer Richard (Jim Metzler) ist an einem bösartigen Krebs erkrankt. Betroffen ist hiervon auch die Wirbelsäule und so fesselt ihn die Krankheit an den Rollstuhl, bereitet ihm zudem höllische Schmerzen. Richard ist auf Hilfe angewiesen, für die sowohl der treue Bobby (Victor Love) als auch die Hausangestellte Adele (Norma Maldonado) sorgen. Richard, einst ein aktiver und sportlicher Mann, leidet mental sowohl unter dem unbarmherzigen Krebs, der ihm spasmische Zuckungen und Muskelkrämpfe beschert, als auch unter seiner intriganten Schwester Peep (Kay Lenz), die es auf sein Geld und ihr eigenes Wohlergehen abgesehen hat. Seine einzige Freude hat der Bewohner einer Villa, wenn er des Nachts im Fernsehen die Detektivdramen der Vierziger und Fünfziger sehen kann. Dann taucht er in die Welt der doppelten Identitäten, der Geschöpfe aus Licht und Schatten, die in Schluchten der Großstadt die Abgründe der menschlichen Seele  ausloten. Eines Tages bringt sein Freund Duncan (John Ritter), der eine missionarische Begeisterung für New-Age-Heilungen und Selbstsuggestion an den Tag legt, Richard die Kunst der Selbsthypnose nahe. Bald fantasiert sich der Kranke als Privatdetektiv Rick Stone selbst in die Welt des Film Noirs, darin alles und jeder sich gegen die Wahrheit zu verschwören scheint, nachdem die platinblonde Mrs. Jade Norfleet (Andrea Thompson) ihn in einem bizarren Fall um Hilfe ersucht hat…
 
Es klingt nach einem Neo Noir, der in ausgeklügelter Weise als Hommage an die klassische Ära und mit einem originellen Plot, der schon in der Doppelung der Identität aller Charaktere ein Augenzwinkern birgt, auf den Spuren von Carl Reiners Tote tragen keine Karos (USA 1982) oder Francois Truffauts Auf Liebe und Tod (FRA 1982) daher kommt. Aber… so ist es leider nicht. Die Absicht ist zwar, in der Reminiszenz an den klassischen Film Noir sowohl von dessen Stilelementen zu profitieren als auch zur Hochzeit einer zweiten Welle der Neo Noirs in jenen Mittneunzigern eine neue Generation von Retro-Fans ins Kino zu locken. Privatdetektiv und Femme fatale, korrupte Staatsdiener und ein mörderisches Doppelspiel – Raymond Chandler & Co. lassen grüßen. Auch spielt Billy Bob Thornton, als Autor und als Darsteller selbst ein ausgesprochener Film-Noir-Freund, in einer kleineren Rolle mit. Und Thorntons Co-Autor für Carl Franklins gelungenen Neo Noir One False Move (USA 1992) - seinerzeit sowohl mit Jim Metzler als auch Billy Bob Thornton in Hauptrollen! - Tom Epperson hat mit Regisseurin Stefanie Ames hier das Drehbuch verfasst und fungiert als Produzent. Nun, in jedem Fall ist ihre Regie nicht das Gelbe vom Ei, insofern die Inszenierung von Anbeginn mehr an einen Fernsehfilm als sonst etwas denken lässt. Statt sich von der Raffinesse der Vorbilder inspirieren und leiten zu lassen, wirkt in Confidential alles fade und lustlos abgefilmt.
 
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© Black Hill Pictures GmbH
 
Die Handlung in der Gegenwart ist vorhersehbar, die Charaktere sind flach und klischeebehaftet, und selbst auf Richards innerer Film-Noir-Bühne sind das Beste – neben dem allemal stilsicheren Jazz aus der Feder von Harry Manfredini - stets die Dialoge. Sie sind eindeutig den Meisterwerken der Vierziger abgeguckt: „How can I hold anything against you when you hold me against you?“, spricht die Blondine Mrs. Norfleet in einer bestimmten Situation zu ihrem Privatdetektiv Rick Stone. In solchen Szenen fühlt sich der Film-Noir-Freund auf dem Terrain seiner cineastischen Vorlieben, doch sind derlei Momente leider selten und auf die Sprache begrenzt. Der Rest wirkt amateurhaft, da können selbst gestandene Darsteller wie Kay Lenz (Breezy, USA 1973) oder John Ritter (Sing Blade – Auf Messers Schneide, USA 1996) nichts retten. Mit der Aura einer TV-Serie und einer Dramaturgie, die planlos und zufällig daher kommt, war mit Confidential kein Blumentopf zu gewinnen. Entsprechend gab der deutsche Verleih dem Film 1997 auch einen Titel (im Original A Gun, a Car, a Blonde), der gezielt an L.A. Confidential (USA 1997), Curt Hansons ebenso brillanten wie erfolgreichen Neo Noir aus dem gleichen Jahr denken lassen sollte. Von dem trennen das fade Machwerk allerdings Welten, was wiederum schade ist, denn die Ausgangsidee - derjenigen von Dennis Potters The Singing Detective (UK 1986) auffällig ähnlich! – hätte Confidential eine echte Chance bieten können. So ist der Film ein richtiger Flop!
 
Eine gute DVD-Edition (2009) von Black Hill Pictures GmbH via Koch Media GmbH bringt den Film mit der deutschen und mit der englischen Tonspur im Originalformat ohne Untertitel und ohne Extras, dafür ungekürzt sowie bild- und tontechnisch einwandfrei.
 

 

 

Neo Noir | 1997 | USA | Stefani Ames | Billy Bob Thornton | Jim Metzler

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