Schießen Sie auf den Pianisten

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Film Noir und Neo Noir von 1922 bis heute


Bewertung
****
Originaltitel
Tirez sur le pianiste
Kategorie
Post Noir
Land
FRA
Erscheinungsjahr
1960
Darsteller

Charles Aznavour, Marie Dubois, Nicole Berger, Michéle Mercier, Serge Davri

Regie
François Truffaut
Farbe
s/w
Laufzeit
79 min
Bildformat
Vollbild
 

 

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Chico Saroyan (Albert Rémy) ist ein kleiner Ganove. Doch nachdem er zwei Gauner um ihren Anteil bei einem Raubzug betrogen hat, sitzt er in der Klemme. Auf der Flucht sucht er Schutz bei seinem Bruder Charlie Kohler (Charles Aznavour), der in einer Pariser Nachtbar Klavier spielt. Es gelingt Charlie, den Bruder zu decken und die Gangster aufzuhalten. Doch als er mit der Kellnerin Léna (Marie Dubois), von der ihm der eifersüchtige Barbesitzer Plyne (Serge Davri) berichtet, dass sie wohl in ihn, Charlie, verliebt sei, auf dem Heimweg ist, werden sie verfolgt. Zwar gelingt es, sich der Verfolger zu entledigen, doch entzieht sich Léna auch der Annäherrungsversuche Charlies. Er eilt nach Hause, bringt seinen kleinen Bruder Fido (Richard Kanayan) zu Bett, und lässt sich die Nacht von ihrer Nachbarin, der Hure Clarisse (Michèle Mercier) versüßen. Am Morgen zeigt sich, dass Chicos Verfolger, die jetzt Charlie und Fido im Visier haben, sich nicht so leicht abschütteln lassen....
 
Der zweite Spielfilm des renommierten François Truffaut ist nicht wirklich ein Film Noir – wie zuvor Fahrstuhl zum Schaffott (FRA 1957) von Louis Malle. Aber er ist als Werk der Nouvelle Vague zugleich eins, das dezidiert auf den Film Noir als Filmstil Bezug nimmt und sich weitgehend als Hommage an diese Ära amerikanischen Filmschaffens versteht. Es war die französische Kritik, die 1946 den Begriff Film Noir geprägt hatte und seither mit ihm umging. Truffaut war als Regisseur der akademischen Schule von denen in den USA, die ihre Arbeit als Broterwerb in der Unterhaltungsindustrie betrachteten, grundverschieden. Zugleich ist Schießen Sie auf den Pianisten nach dem Roman Down There des US-Autors David Goodis, der auch für die Film Noirs Wenn die Nacht anbricht (USA 1957) und Die schwarze Natter / Das unbekannte Gesicht (USA 1947) die Vorlagen lieferte, eine Verbeugung vor deren Schaffen.
 
Bild Bild Bild
© Studiocanal GmbH
 
Eine dunkle Vergangenheit, Identität unter falschem Namen, ebenso undurchsichtige wie tragische Verhältnisse und eine Erzählung z.T. in Rückblenden – das gibt es in Schießen Sie auf den Pianisten alles. Mit seinen Protagonisten, die gern mal aus ihren Rollen fallen, ist der Film eine Antithese zum Stilkonsens der Fünfziger und schon inmitten der Revolte jener Nouvelle Vague französischen Zuschnitts. Der Humor überzeugt nicht immer und erscheint zu Teilen gestelzt. Das Unkoventinelle wirkt jedoch weniger angestaubt, als zu vermuten wäre, da heute das Filmschaffen wieder von hausbackenen Konventionen Made In Hollywood determiniert wird. Überraschend auch Charles Aznavour, der den Charlie Kohler ganz überzeugend gibt, und dem mit Marie Dubois eine ebenbürtige Darstellerin zur Seite steht. Überhaupt ist die Besetzung durchweg stimmig, ebenso die Regie. Empfehlenswert! 
 
Bei Kinowelt/Arthaus gibt es nun im Rahmen der François Truffaut Edition eine bildtechnisch restaurierte, deutsche Neuausgabe im Box-Set mit insgesamt 12 Spielfilmen auf DVD, darunter eben auch Schießen Sie auf den Pianisten und Auf Liebe und Tod (FRA 1983). Als Einzelausgabe erscheint der Klassiker am 6. Oktober 2011 und zwar ungekürzt und im Originalformat, wahlweise deutscher und französischer Ton, optional deutsche Untertitel.
 

 

 

Post Noir | 1960 | France | François Truffaut | David Goodis | Raoul Coutard | Albert Rémy | Charles Aznavour

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