schwarze Natter, Die / Das unbekannte Gesicht

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Bewertung
****
Originaltitel
Dark Passage
Kategorie
Film Noir
Land
USA
Erscheinungsjahr
1947
Darsteller

Humphrey Bogart, Lauren Bacall, Bruce Bennett, Agnes Moorehead, Tom D'Andrea

Regie
Delmer Daves
Farbe
s/w
Laufzeit
102 min
Bildformat
Vollbild
 

 

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© Warner Bros.
 
Vincent Parry (Humphrey Bogart) gelingt die Flucht aus dem San Quentin State Prison, wo er wegen des Mordes an seiner Ehefrau inhaftiert ist. Er trifft zufällig auf Irene Jansen (Lauren Bacall), die ihn als verurteilten Verbrecher erkennt und ihm in ihrer eigenen Wohnung in San Francisco trotzdem Zuflucht gewährt. Da Vincent Parry keine Aussicht auf eine legale Wiederaufnahme seines Prozesses sieht, will er sich einer Gesichtsoperation unterziehen und auf diese Weise seinen Häschern entgehen. Alles Weitere hängt für ihn vom erfolgreichen Verlauf des Eingriffs ab, der manches Risiko birgt. Nachdem der ominöse Dr. Walter Coley (Housely Stevenson) die Operation vorgenommen hat, durchlebt der bandagierte Parry bei Irene Jansen im Versteck eine Phase der Rekonvaleszenz. In ihm ist nur mehr der Gedanke, die wahren Schuldigen in seinem Fall aufzuspüren und zu stellen…
 
Keiner der ganz großen Klassiker! Dennoch ist das beileibe kein schlechter Film. Delmer Daves (Zähl bis drei und bete, USA 1957), zugleich Autor des Drehbuchs nach dem gleichnamigen Roman von David Goodis, stellt mit Die schwarze Natter / Das unbekannte Gesicht vor allem sein hohes stilistisches Können unter Beweis. Der Film ist reich an Film-Noir-Ikonografie und zeichnet im ersten Drittel ein grimmig düsteres Gesellschaftsbild mit entsprechenden Stadtbewohnern. In ihrem letzten Drittel erweist sich die Geschichte jedoch als zu simpel und wird in ihrer Entwicklung der aufgebauten Erwartung nicht gerecht. Dabei ist sie eingangs keineswegs von Pappe. In einem Fall juristischen Versagens weisen Illegalität und Selbstjustiz den einzig gangbaren Weg, der dann auch konsequent begangen wird. Das sorgt für reichlich Ambivalenz, zumal Staat und Staatsmacht völlig außen vor bleiben.
 
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© Warner Bros.
 
Hier wirkt er nun – der Trick mit der subjektiven Kamera, an dem Robert Montgomerys Lady In The Lake (USA 1947) kurz zuvor scheiterte. Als Mann mit einem neuen Gesicht erblickt der Zuschauer Humphrey Bogart als Vincent Parry erst nach dreißig Minuten im Film. Bis dahin jedoch sieht er die Welt mit seinen Augen – folglich durch das Objektiv der Kamera. Lauren Bacall bringt ihre Femme-fatale-Rolle mit mehr Herz als in Tote schlafen fest (USA 1946)und die Chemie zwischen den beiden ist so stimmig wie immer schon. Bruce Bennett (Solange ein Herz schlägt, USA 1945) und die Orson-Welles-Schauspielerin Agnes Moorehead sind in ihren Nebenrollen voll überzeugend. Die harte erste Hälfte ist Film Noir vom Feinsten. Hier wird das Werk seinem wunderbaren Originaltitel, Dark Passage, in jeder Hinsicht gerecht. Mit Aufkeimen der Romantik zwischen den Hauptrollen wird der Ton etwas milder. Weniger Ambivalenz und Die schwarze Natter des deutschen Titels als eindeutige Krimifigur enttäuschen. Allemal ein straff und konsequent erzählter, stilistisch teils einzigartiger Film Noir mit einer Toppbesetzung. Sehenswert!
 
Die hochwertige Edition von Warner Bros. bringt den Film ungekürzt, bildtechnisch 1A restauriert, im Originalformat, mit wahlweise deutschem, englischem und spanischem Ton, haufenweise Untertiteln, sowie neben anderen Extras auch der Dokumentation Hold Your Breath and Cross Your Fingers: The Story of Dark Passage.
 

Film Noir | 1947 | USA | Delmer Daves | David Goodis | Sidney Hickox | Bruce Bennett | Humphrey Bogart | Vince Edwards | Agnes Moorehead | Lauren Bacall

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