Versprechen, Das

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Bewertung
*****
Originaltitel
The Pledge
Kategorie
Neo Noir
Land
USA
Erscheinungsjahr
2001
Darsteller

Jack Nicholson, Aaron Eckhart, Helen Mirren, Robin Wright, Vanessa Redgrave

Regie
Sean Penn
Farbe
Farbe
Laufzeit
119 min
Bildformat
Widescreen
 

 

Bild

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Das Versprechen-Poster-web4.jpg
© Warner Bros.
 
Reno, Nevada: Der angesehene Police Detective und leidenschaftliche Angler Jerry Black (Jack Nicholson) beendet seinen aktiven Dienst. Im Büro informiert ihn seine Sekretärin Jean (Eileen Ryan) am heutigen, letzten Tag darüber, was schon verpackt ist und wie es weiter gehen soll. Black sitzt hinter seinem Schreibtisch und betrachtet die Fotos aus verschiedenen Phasen seines Lebens… Am Nachmittag begibt er sich in ein Restaurant und wird auf einer eigens für ihn als Überraschung ausgerichteten Abschiedsfeier unter Vorsitz Stan Krolaks (Aaron Eckhart) von den Kollegen gefeiert. Da platzt die Nachricht vom Mord an der kleinen Ginny Larsen (Taryn Knowles) in die Gesellschaft und Jerry Black beschließt, mit noch sechs Stunden im Amt persönlich die Untersuchung in dem Fall zu beginnen. Der Tatort liegt weit außerhalb der Stadt im verschneiten Wald; das ermordete und verstümmelte Kind war die Tochter der Besitzer einer in der Nähe gelegenen Truthahnfarm - Margaret (Patricia Clarkson) und Duane Larsen (Michael O’Keefe). Ein Junge auf einer Schneekatze hatte ihre Leiche entdeckt, nachdem er zuvor den geistig verwirrten Toby Jay Wadenah (Benicio Del Toro) mit seinem Pickup-Truck in der Nähe beobachtet hatte. Als sich niemand von der lokalen Polizei bereit erklärt, den Larsens die schreckliche Nachricht zu übermitteln, nimmt es der beinahe pensionierte Jerry Black in die Hand. Mitten im Stall bricht die vom Schmerz des Verlusts überwältigte Margaret in den Armen ihres Mannes zusammen…
 
“Director Sean Penn's The Pledge (2001), though adapted from a very self-reflexive novel by Friedrich Dürrenmatt, plays noir comparatively straight, to devastating effect”, schreibt Steve-O für Back Alley Noir, offizielles Forum der Film Noir Foundation, über diesen Film, der 2006 beim Filmfestival Noir City 4 in San Francisco von Sean Penn selbst nochmals präsentiert wurde. Tatsächlich ist Penns Film kein Remake von Es geschah am hellichten Tag (GER/CH/ESP 1958) mit Heinz Rühmann in der Hauptrolle. Zwar hatte auch dafür Friedrich Dürrenmatt das Drehbuch verfasst, doch wurde es von Hans Jacoby und Regisseur Ladislao Vajda bearbeitet, so dass Dürrenmatt vor allem vom Ende des Films (und von Heinz Rühmann als Kommissar) nicht begeistert war. Er arbeitete den Stoff zu seinem Roman Das Versprechen (EA 1958) um, ein Requiem auf den Krimanalroman, so der Untertitel, der erst nach Uraufführung des Films erschien und die Vorlage von Sean Penns Neo Noir wurde. Zwar stach Es geschah am hellichten Tag aus der bieder-restaurativen Filmkultur der Bundesrepublik in jenen Füfzigern heraus, doch ist Penns Film die um Längen bessere und konsequentere Umsetzung des dramatischen Stoffs. Er beinhaltet eine der besten darstellerischen Leistungen in der Karriere Jack Nicholsons und besetzt all seine Rollencharaktere mit nahezu beispielloser Perfektion. Eine stringente Dramaturgie, der großartige Kameramann Chris Menges, die musikalische Untermalung von Hans Zimmer und Klaus Badelt sowie das 1 zu 1 umgesetzte Romanende machen aus Das Versprechen einen Neo Noir der Extraklasse. Vielleicht wurde es dem Film mit Blick auf sein Publikum sogar zum Pferdefuß. Das Versprechen blieb bis heute ein von Kritikern gefeiertes Meisterstück, das in seiner schonungslosen Härte die Antithese zur leichten Krimi- und Action-Kost ist, die Hollywood so gern und reichlich aufzutischen gewohnt und gewillt ist.
 
“I made a promise, Eric. You're old enough to remember when that meant something.“ Hier fehlt die zum Klischee geronnene und abgestandene, klebrige Zeitgeist-Ironie Quentin Tarantinos voll und ganz. Sean Penns Film hat diese Art Zusätze nicht nötig, um seine Ideen in eine dramatische Progression zu bringen. Das Versprechen nimmt seine Charaktere ernst, zieht sie nicht durch den Kakao und lässt an keiner Stelle die Puppen tanzen. Der Effekt dessen ist mit Blick auf die Handlung selbst allerdings “devastating“, wie Steve-O zu Recht formuliert, ein niederschmetterndes und anrührendes Filmerleben, das im Zuschauer lange nachwirkt. Für den Mut, die Grenzen des Filmschaffens im Kontext des Neo Noirs auszuloten, gebührt dem Film ein Ehrenplatz in dessen Entwicklung, wie er auch Ivan Passers Bis zum bitteren Ende (USA 1981) oder Sidney Lumets Tödliche Entscheidung (USA/UK 2007) zugeschrieben werden muss. Solche Werke werden bis heute (und wohl auch zukünftig) von einer überschaubar kleinen Gemeinde von Cineasten geschätzt, die nicht nur gewillt ist, sich ihrer Radikalität auszusetzen, sondern die genau darin ihre Qualität erkennt. In dem Sinne ist Das Versprechen ein Muss und für mich einer besten Filme jener frühen 2000er.
 
Erstklassige DVD-Ausgabe (2002) der deutschen Warner Hiome Video GmbH mit dem Film ungekürzt im Originalformat, Tonspuren auf Deutsch Englisch, Französisch, optional Untertitel auf Deutsch, Englisch, Französisch, Finnisch, Isländisch, Norwegisch, Dänisch, Schwedisch, Niederländisch, den Kinotrailer als Extra.
 

Neo Noir | 2001 | USA | Sean Penn | Chris Menges | Benicio del Toro | Harry Dean Stanton | Jack Nicholson | Mickey Rourke | Sam Shepard | Tom Noonan | Helen Mirren | Lois Smith | Robin Wright

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