Heist - Der letzte Coup

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Bewertung
****
Originaltitel
Heist
Kategorie
Neo Noir
Land
CAN/USA
Erscheinungsjahr
2001
Darsteller

Gene Hackman, Danny DeVito, Delroy Lindo, Sam Rockwell, Rebecca Pidgeon

Regie
David Mamet
Farbe
Farbe
Laufzeit
105 min
Bildformat
Widescreen
 

 

Bild Bild Bild  Heist-Poster-web4.jpg
© Warner Bros.
 
Joe Moore (Gene Hackman) ist ein brillanter Juwelendieb, der in keiner Polzeiakte zu finden ist. Am helllichten Tag kommt er in New York mit einem clever ausgeführten Plan erneut ans Ziel seiner Wünsche. Mit der Hilfe von Bobby Blane (Delroy Lindo) und Don "Pinky" Pincus (Ricky Jay) und seiner jungen Frau Fran (Rebecca Pidgeon) dringt er völlig unbehelligt bei einem Juwelier ein und räumt ab, bis er durch ein kleines Missgeschick vom Objektiv einer Überwachungskamera erfasst wird, die er nicht ausschalten kann… Joe beschließt, mit dem Ertrag des allemal üppigen Raubs endgültig in Rente zu gehen und in Zukunft mit Fran auf seiner Yacht zu leben, ist er doch zugleich ein leidenschaftlicher Bootsbauer und Segler. Aber sein Hehler Mickey Bergman (Danny DeVito), nach außen Inhaber eines Textilhandels, macht Joe Moore und der Bande erstmal einen Strich durch die Rechnung. Er hat einiges an Geld in einen weiteren Coup investiert, der schwieriger durchzuführen und um ein Vielfaches einträglicher wäre. Bergman will, dass Joe Moore den Auftrag für ihn übernimmt und dass obendrein Jimmy Silk (Sam Rockwell), Bergmans neunmalkluger und unerfahrener Neffe, bei dem Unternehmen ein Mitglied von Moores Bande wird. Folglich enthält er Moore und den anderen drei ihren Anteil am Juwelenraub vor, was zwischen allen Beteiligten zu erheblichen Spannungen führt. Aber Joe ist pleite und so fügt er sich zähneknirschend in den Plan, ein Flugzeug der Swiss Air um dessen Ladung an Goldbarren zu erleichtern. Schon bald misstraut jeder jedem und schmiedet seinen eigenen Plan B im Hinterkopf…
 
Mickey Bergman: “Don't you want to hear my last words?” - Joe Moore: “I just did.“ Das ist für mich der letzte großartige Auftritt Gene Hackmans, der post 2004 in den Ruhestand trat, weil er nach eigener Aussage keine guten Rollen mehr bekam. In Heist - Der letzte Coup nimmt der damals 71jährige sich in der Rolle des Juwelendiebs Joe Moore ein mit nadelspitzen Dialogen gespicktes Drehbuch aus der Feder des begnadeten David Mamets und lässt das Jungvolk nochmals wissen, was ’ne Harke ist. Das Besondere daran ist, seinen Mitstreitern zuzusehen, wie sie sich von der Energie und Leidenschaft des Veteranen Hackman, der hier in beidem an James Cagney erinnert, anstecken lassen. Delroy Lindo, Danny DeVito und Sam Rockwell sind wunderbar, und im Gegensatz zu vielen US-Amerikanern habe ich mit der Rolle und mit der Darbietung Rebecca Pidgeons kein Problem, die als Fran Moore mit Hackmans Joe Moore eine klasse Chemie entwickelt. Der Neo Noir von Autor und Regisseur David Mamet ist dabei sehr der klassischen Schule einer dialogorientierten, spitzfindigen Charakterentwicklung und einem komplexen Beziehungs- und Handlungsgeflecht verpflichtet, so dass ein auf geradlinige Action fokussiertes US-Publikum ihn glatt durchfallen ließ. Schon damals konnte Roger Ebert, der den Film schätzte, den rüden Umgang vieler Kollegen mit einem Werk nicht verstehen, das die Klischees des klassischen Caper-Films meisterhaft durcheinander wirbelt und durch Hintertüren das Absurde einkehren lässt: “Some critics disliked the details I enjoyed the most“, schrieb Ebert und genau so geht es mir selbst noch heute.
 
“Heist is a film that becomes clearer, not more ridiculous, upon second viewing, and that’s what I love about Mamet films”, hat auch Kevin Olson für Film for the Soul herausgearbeitet. Wie viele Filme sieht man sich aus eigenem Entschluss mehfach an? Heist - Der letzte Coup habe ich bis dato drei Male gesehen, ohne mich dafür anstrengen zu müssen. Rückt er also in die Nähe dessen, was Filmliebhaber als „Klassiker“ einstufen? Nein, das ist Mamets vielschichtiges Gaunerstück nicht. Trotz grandioser Darsteller und Dialoge, trotz punktgenauer Regie und Kameraarbeit Robert Elswits (Last Exit Reno, USA 1996) ist Heist – Der letzte Coup eine Spur zu glatt und bedient mit den Caper-Stereotypen – dunkle Perlen seines Rosenkranzes - zugleich ein Mainstreampublikum. Demgegenüber hätte der Handlungsverlauf ans Niveau der Dialoge und Charaktere anschließen müssen, um dem Film-Noir-Plot mit seinem fortgesetzten Verlust an Vertrauen und seinem Reigen des Betrugs und der Egoismen eine nochmals härtere Konsistentz zu verleihen. Zugleich erinnert der Film auf angenehme Weise an die französische Film-Noir-Tadition, darin der „letzte Coup“ vor dem Verschwinden aus dem Hier und Jetzt in jene schon immer geträumte Zukunft ohne Sorgen zum Repertoire manchen Meisterstücks gehörte - von Jules Dassins Rififi (FRA 1955) bis zu Jean-Pierre Melvilles Vier im roten Kreis (FRA/ITA 1970). David Mamet bereichert den Neo Noir allemal um eine Riege bemerkenswerter Schurken, die schon heute wiederzuentdecken sich lohnt. Joe Moore: “Nobody lives forever.” - Fran Moore: “Frank Sinatra gave it a shot.”
 
Erstklassige DVD-Ausgabe (2002) der Warner Home Video GmbH mit dem Film ungekürzt im Orginalformat, wahlweise deutsche oder englische Tonspur, deutsche oder englische Untertitel, den Kinotrailer als Extra. Topp!
 

Neo Noir | 2001 | USA | David Mamet | David Mamet | Robert Elswit | Danny DeVito | Gene Hackman | Rebecca Pidgeon

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