Shed No Tears

 

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Bewertung
**
Originaltitel
Shed No Tears
Kategorie
Film Noir
Land
USA
Erscheinungsjahr
1948
Darsteller

Wallace Ford, June Vincent, Robert Scott, Frank Albertson, Dick Hogan

Regie
Jean Yarbrough
Farbe
s/w
Laufzeit
69 min
Bildformat
Vollbild

 


 

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Edna Grover (June Vincent) wartet im Wagen und zündet sich eine Zigarette an, indessen ihr Mann Sam (Wallace Ford) in einem Zimmer des Sunset Beach Hotels einen brennenden Papierkorb umstößt. Es dauert nicht lange und Rauch quillt unter der Tür hervor und man schlägt Alarm. Polizei und Feuerwehr rasen heran, indessen Sam Grover die Treppen hinab sprintet und zu Edna in den Wagen springt. Die beiden fahren zum nächstgelegenen Busbahnhof, nachdem ihr Sam zuvor noch 500,- US-Dollar zusteckte. Die Eheleute werden sich für einige Wochen nicht sehen, in Mexiko wollen sie gemeinsam ein neues Leben beginnen. Edna soll ihm aber nach Washington schreiben, so wünscht es sich Sam. Mit einem letzten Kuss verabschiedet er sich, bevor Edna vor einem Spiegel erneut Lippenstift auflegt und zu ihrem Auto zurückkehrt. Eine Stimme weist sie an, auf der Beifahrerseite einzusteigen. Genau das tut Edna Grover auch, bevor sie sich in die die Arme Ray Beldens (Robert Scott) wirft und ihm einen langen Kuss gönnt. Ray beschwert sich, dass seine Geliebte ihn zu so später Stunde an diesen Ort bestellt hat, dann fahren die beiden zum Essen. Im Restaurant erklärt Edna Ray, warum sie sich von nun an keine Sorgen mehr machen müssen. Sam Grover hat mit dem Zimmerbrand seinen eigenen Tod vorgetäuscht, denn eine Leiche mit Sams Armbanduhr und Ehering flog brennend aus dem Fenster. Doch die Lebensversicherung in Höhe von 50.000 US-Dollar möchte Edna lieber mit Ray anstatt mir Sam aufzehren…

 

„Shed No Tears (…) has all the elements of a true film noir: dark subject matter, plenty of unexpected twists and turns, and convincingly nefarious performance”, fasst Nighthawk für Film Noir of The Week zusammen. Für eine lange Zeit galt die B-Produktion von Equity Pictures im Vertrieb der Eagle Lion als ein verschollener Film, der im März 2012 via Alpha Video Distribution überraschend als DVD auf den Markt kam. Nach dem Erfolg von Film Noirs à la Frau ohne Gewissen (USA 1944), Im Netz der Leidenschaften / Die Rechnung ohne den Wirt (USA 1946) oder Framed / Paula (USA 1947) war die Femme fatale im Film Noir als Erfolgsmodell des Kinos der 40er Jahre fest implementiert. Auch der vorgetäuschte Todesfall war 1948 im Film Noir bereits genug erprobt, um der B-Produktion Shed No Tears erneut von Nutzen zu sein. In Cornered (USA 1945), Gilda (USA 1946), Backlash (USA 1947) und Nora Prentiss (USA 1947) war das Motiv für die Handlungsentwicklung zentral gewesen. Und so merkt man dem Skript für diesen B-Film leider deutlich an, dass seine Ideen aus jener Drehbuch-Schublade für die höherwertigen Thriller jener Zeit entnommen und mehr oder minder plausibel zusammengesteckt wurden. Was dem Film fehlt, sind glaubwürdige Rollencharaktere, die dem Hin und Her der Wendungen Ursache und Richtung wären. Stattdessen sprechen einige der Figuren ihre Sätze wie in der Generalprobe eines Laienspiels, allen voran Dick Hogan als Tom Grover, seines 50jährigen Vaters Sam Grover erwachsener Sohn aus erster Ehe. Aber auch Robert Scott, Wallace Ford und sogar June Vincent zeigen nicht jene Klasse, dank derer sie – wie einst Ann Savage und Tom Neal in Edgar J. Ulmers Detour (USA 1945) – solchen 08/15-Film über sein Budget und sein Skript hinaus hätten aufwerten können.

 

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Wer sich als ein Connaisseur des Film Noirs Shed No Tears ansieht, weil jener schließlich obskur ist und mit der in Vergessene Stunde / Schwarzer Engel (USA 1946) so überzeugenden June Vincent erstklassig besetzt scheint, wird sich darüber nicht allzu sehr ärgern müssen. Dennoch ist Enttäuschung garantiert, denn wie so manche B-Produktion der Powerty-Row-Studios jener zweiten Hälfte der 40er Jahre verspricht dieses Werk mehr, als es ansatzweise halten kann. Als Verfilmung des gleichnamigen Romans von Don Martin (EA 1948) möchte der Film schon im Vorspann die Seriosität der Verfilmung einer literarischen Vorlage für sich Anspruch nehmen, aber das ist im Grunde nur Fassade. Trotz aller Sympathie für den Film Noir und auch den B-Film jener Jahre, kann ich für Shed No Tears keine Empfehlung aussprechen. Sein Regisseur Jean Yarbrough, der in den 40ern jährlich 4 bis 8 B-Produktionen abdrehte, verdingte sich ab 1953 fast gänzlich beim Fernsehen und lieferte bis 1971 über 250 Folgen diverser TV-Serien - von gelegentlichen Kino- oder Fernsehfilmen gesäumt. Wallace Ford verlegte sich auf das, was er bald zur Perfektion brachte, auf kleinere Charakterrollen in Film Noirs wie Ring frei für Stoker Thompson (USA 1949), Menschenschmuggel (USA 1950) oder Steckbrief 7-73 (USA 1951).

 

Gute DVD-Edition (2012) der Alpha Video Distribution mit dem Film ungekürzt im Originalformat, bild- und tontechnisch solide inklusive der original englischen Tonspur ohne Untertitel, allerdings in keiner Weise restauriert und das Ganze auch ohne jegliche Extras.

 


Film Noir | 1948 | USA | Jean Yarbrough | Wallace Ford | June Vincent

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