Eiskalte Leidenschaft

 

banner_02_noir_city-web-2.jpg


banner_noir_film_festival-2019 Kopie.jpg


Psychologische Verteidigung


Concorde Home Entertainment


Eddie Muller


Wenn es Nach wird in Paris


Film Noir Collection Koch Media GmbH


banner_der_film_noir_3.jpg


Bewertung
***
Originaltitel
Final Analysis
Kategorie
Neo Noir
Land
USA
Erscheinungsjahr
1992
Darsteller

Richard Gere, Kim Basinger, Uma Thurman, Eric Roberts, Paul Guilfoyle

Regie
Phil Joanou
Farbe
Farbe
Laufzeit
124 min
Bildformat
Widescreen

 


 

Eiskalte Leidenschaft-Poster-web1.jpg Eiskalte Leidenschaft-Poster-web2.jpg Eiskalte Leidenschaft-Poster-web3.jpg Eiskalte Leidenschaft-Poster-web4.jpg

© Warner Bros.

San Francisco, Kalifornien: Zum wiederholten Mal berichtet Diana Baylor (Uma Thurman) ihrem Therapeuten Dr. Isaac Barr (Richard Gere) in dessen Praxisräumen von ihrem Traum. Sie habe ein Blumengesteck richten wollen und zwar drei verschiedene Sorten, nämlich Lilien und… Aber weiter kommt sie nicht, da sie sich selbst unterbricht und auch auf Dr. Barrs Hinweis, zum Traum zurückzukehren, nicht reagiert. Er solle ihre Schwester Heather Evans (Kim Basinger) kontaktieren, die könne ihm Aufschluss über ihre Familiengeschichte geben, sagt ihm Diana. Nur mit Mühe erreicht Barr im Anschluss an die Sitzung das Gerichtsgebäude, wo er wegen seines Gutachtens im Fall Pepe Carrero (Augustin Rodriguez), der den Mord an seinem Stiefvater gestand, in den Zeugenstand berufen ist. Hier wird er vom Vertreter der Verteidigung, Mike O’Brien (Paul Guilfoyle), nach seinem Urteil befragt, woraufhin er zu verstehen gibt, dass Carrero nicht weggeschlossen sondern in Therapie gehöre. Dies hat einen entscheidenden Einfluss auf die Urteilsfindung durch die Jury und den Richter Costello (George Murdock), weshalb sich O’Brien und Carrero im Korridor mit Dr. Barr austauschen. Da stößt Police Detective Huggins (Keith David) zu ihnen, der im Fall Carrero die Ermittlungen leitete und dem Psychiater und dem Juristen ohne Umschweife zu verstehen gibt, was er vom Ausgang des Prozesses hält. In einer Bar, wo sie gemeinsam einen Drink nehmen, zeigt sich O’Brien später besorgt über Barrs karges Privat- und Liebesleben…

 

Mitte der 80er Jahre traten Richard Gere und Kim Basinger in dem Thriller Gnadenlos (USA 1986) gemeinsam vor die Kamera. Er hatte mit Ein Mann für gewisse Stunden (USA 1980) den Durchbruch geschafft und mit Ein Offizier und ein Gentleman (USA 1984) seinen Status als Filmstar gefestigt. Sie spielte an der Seite von Sean Connery in dessen Comeback als James Bond in Sag niemals nie (UK/USA/GER 1983) und war spätestens mit 9 ½ Wochen (USA 1986) ebenfalls ein Star. Doch in den 6 Jahren nach Gnadenlos wurde jede weitere Komödie mit ihr zum Flop, und wenngleich sie mit Tim Burtons Batman (USA 1989) auch wieder einen Erfolg verbuchen konnte, war ihre Rolle darin die wohl am wenigsten bemerkenswerte. So fand sich Kim Basinger mit Richard Gere 1992 in diesem Neo Noir von Phil Joanou (Im Vorhof der Hölle, USA 1990), einer dem Trend der Zeit gemäßen Wiederauflage jener Film-Noir-Geschichte von der Femme fatale im Zentrum aller Handlungsfäden. Und tatsächlich lässt sich die Sache gut an, denn die Regie hat ihrte dramaturgischen Winkelzüge gut im Griff, und vor allem Paul Guilfoyle, Eric Roberts und Uma Thurman verleihen den Rollencharakteren, welche dem Paar im Zentrum der Handlung zugeordnet sind, einiges an Kontur. In der ersten Stunde dieses Films von immerhin der doppelten Spieldauer fand ich mich durchaus gefesselt, ohne dass ich mich zu den Freunden der beiden Hauptdarsteller rechnen könnte. Das Drehbuch und auch Jordan Cronenweths stilsichere Kameraarbeit hielten mich bei der Stange.

 

Erst in der zweiten Hälfte mit ihren dramatischen Zuspitzungen zeigt sich Phil Joanou den Anforderungen der Erzählung nur teilweise gewachsen. Mich persönlich haben als Femme fatale Joanne Whalley in Kill Me Again / Töten Sie mich (USA 1989), Greta Scacchi in Tod im Spiegel (USA 1991) und Sharon Stone in Basic Instinct (FRA/USA 1992) mehr beeindruckt, als es Kim Basinger in der Rolle der Heather Evans vermag. Auch Richard Gere ist mir im Ganzen zu überlegen und zu gefasst. Zu keinem Zeitpunkt wird er vom Skript oder von der Regie ernsthaft in Bedrängnis gebracht, so dass der Zuschauer am Ausgang des Films Zweifel hegen müsste. Obendrein spielt Uma Thurman sie beide an die Wand. Das subtile und zugleich unerschrockene Spiel der damals 22jährigen Darstellerin ist in einer anderen Liga angesiedelt, es wird in quasi jeder ihrer Szenen offensichtlich. Einen schönen Schlusspunkt setzt jenseits des vorhersehbaren und mit den üblichen 08/15-Klischees aufgepumpten Finales allemal eine Schlusssequenz, die man so nicht erwarten kann. Fazit: Unterhaltsam, aber noch wegen Kim Basingers wechselnder Frisuren und Richard Geres Luxus-Garderobe zu sehr im Hollywood-Standard seiner Zeit verhaftet, um als Neo Noir überzeugen zu können. Starker Beginn, der schnell im Mittelmaß versandet und dort leider auch stecken bleibt.

 

Sehr gute DVD-Edition (1999) der Warner Home Video mit dem Film ungekürzt im Originalformat, die original englische Tonspur plus Synchronspuren auf Deutsch und Spanisch, optional Untertitel auf Englisch, Deutsch, Spanisch, Niederländisch, Schwedisch, Norwegisch, Dänisch, Finnisch, Portugiesisch, Hebräisch, Polnisch, Griechisch, Tschechisch, Türkisch, Ungarisch, Isländisch, Kroatisch, Französisch und Italienisch, das Ganze jedoch ohne Extras.

 


Neo Noir | 1992 | USA | Phil Joanou | Jordan Cronenweth | Harris Yulin | Paul Guilfoyle | Richard Gere | Kim Basinger | Uma Thurman

Neuen Kommentar schreiben

Diese Sicherheitsfrage überprüft, ob Sie ein menschlicher Besucher sind und verhindert automatisches Spamming.