Basic Instinct

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Bewertung
****
Originaltitel
Basic Instinct
Kategorie
Neo Noir
Land
FRA/USA
Erscheinungsjahr
1992
Darsteller

Michael Douglas, Sharon Stone, George Dzundza, Jeanne Tripplehorn, Leilani Sarelle

Regie
Paul Verhoeven
Farbe
Farbe
Laufzeit
123 min
Bildformat
Widescreen
 

 

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San Francisco: In den Sechzigern war Johnny Boz (Bill Cable) ein erfolgreicher Rock’n’Roll-Sänger, heute ist er Besitzer eines Tanzclubs und mit der steinreichen Erbin, Psychologin und Romanautorin Catherine Tramell (Sharon Stone) liiert. Während eines ausschweifenden Liebesspiels auf Kokain, bei dem Johnny Boz sich die Hände mit einem Seidenschal ans Bettgestell fesseln lässt, wird er von seiner Partnerin mit einem Bar-Eispickel bestialisch ermordet. Der psychisch labile Ex-Alkoholiker Detective Nick Curran (Michael Douglas), aktuell durch die Polizeipsychologin Dr. Beth Garner (Jeanne Tripplehorn) unter Beobachtung, und sein Kollege Gus Moran (George Dzundza) übernehmen die Ermittlungen. Doch Spuren gibt es am Ort des Verbrechens kaum, und so stellt sich vor allem die Frage, mit wem Boz überhaupt Sex hatte? Als Nick Curran und Gus Moran in Catherine Tramells Stadtvilla in Pacific Heights vorstellig werden, finden sie dort ihre Freundin Roxanne „Roxy“ Hardy (Leilani Sarelle), die wissen lässt, dass Tramell sich in ihrem Haus am Stinson Beach außerhalb der Stadt aufhält. Hier treffen sie schließlich die hübsche Blondine, die sich von der Nachricht des Todes ihres Liebhabers kaum überrascht zeigt. Sie eröffnet den Polizisten ungeniert, dass ihre Beziehung vor allem auf dem Vergnügen an exzessivem Sex beruhte. Dann komplimentiert sie die beiden von ihrem Anwesen. Im Büro hat der Ermittlungsstab um Lieutenant Walker (Denis Arndt) inzwischen entdeckt, dass Tramell jüngst einen Roman veröffentlichte, der den Mord an Boz in all seinen Details vorweg nimmt…
 
“Basic Instinct is an operatically violently, unbelievably twisty, sexually graphic neo noir that is also about control, power, sexual exploitation and violence, and the thin line between control and domination”, urteilt William Gish in seiner Vorstellung der 10 besten Neo-Noir-Filme für Screen Junkies. Noch heute steht der Titel dieses Erfolgsfilms für die Vielzahl von Skandalen, die seinerzeit mit ihm verbunden waren. Seine expliziten Sex- und Gewaltdarstellungen waren umstritten; zudem sorgte die Bisexualität der Figuren Catherine Tramell und Roxy Hardy für Zündstoff. Inzwischen sind über 20 Jahre Filmgeschichte ins Land gegangen und vor allem mit Blick auf die homosexuelle Erotik ist das Werk bestenfalls noch Mainstream. Wer sich Basic Instinct heute ansieht, findet einen durchdachten, abgründigen und subtil inszenierten Thriller mit exzellenten Schauspielern, einer hervorragenden Kameraarbeit und einem stimmigen Soundtrack von Jerry Goldsmith. Als Kintopp aus Hollywood war Basic Instinct - aufgrund seines Erfolgs - inmitten einer in den Frühneunzigern prominenten Welle von Neo-Noir-Werken überaus einflussreich. In der Nachfolge zeigten Sliver – Gier der Augen (1993, mit Sharon Stone), und Jade (1995), beide erneut nach einem Drehbuch von Joe Eszterhas, sowie Die letzte Verführung (1994) eine ähnliche Konstellation zwischen einem (labilen, geschwächten) Mann und einer Femme fatale. Zugleich erweist sich Basic Instinct eindeutig als Paraphrase der Konstellation von Charakteren in Film-Noir-Klassikern wie Billy Wilders Frau ohne Gewissen (USA 1944) oder Jacques Tourneurs Goldenes Gift (USA 1947).
 
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© Studiocanal GmbH
 
“It takes one to know one“, urteilt der Polizist Gus Moran schon frühzeitig im Film über Detective Nick Currans Analyse charakterlicher Anlagen bei Catherine Tramell. Der Neo Noir Basic Instinct profitiert von seiner dank über zwei Stunden Spielzeit ausführlichen Entwicklung der Beziehungen aller Rollencharaktere. Weder die Gewalt noch die Sexszenen, - definitiv keine Pornografie, eine solche Behauptung ist lächerlich - erscheinen als Selbstzweck, demgegenüber die Labilität Currans und die Unergründlichkeit Tramells in vielen Schachzügen parallel entwickelt werden. Dass die Filmhandlung im Ganzen zu überspitzt, zu trickreich und aberwitzig fortentwickelt wird, ist kein Mangel oder Fehler des Films. Natürlich ist, was hier gezeigt, nicht etwa „realistisch“ sondern Hollywood. Aber im Kunstraum des Film-Noir-Kinos ist Paul Verhoevens Vivisektion der Charaktere dramaturgisch faszinierend, zudem das Ende keinesfalls enttäuscht. Besonderes Augenmerk richtet das Drehbuch auf die Motive der im Zuge der Ermittlungen zur Sprache kommenden Mordfälle der Vergangenheit. Seien das Spekulationen über den Unfalltod von Catherine Tramells Eltern oder ihre Bekanntschaft mit Hazel Dobkins (Film-Noir-Akteurin Dorothy Malone in ihrer letzten Filmrolle), die in den Sechzigern ohne Motiv ihre ganze Familie auslöschte. Hier sollte der Zuschauer aufmerksam werden, denn hier wird das Abgründige der Geschichte erörtert und zwar mit Erfolg. Im Finale gibt es Anklänge an Alfred Hitchcocks Psycho (1960) und das ist sicher kein Zufall. Basic Instinct ist alles in allem kein Meisterwerk, doch ein klasse Thriller, der zu Recht Filmgeschichte schrieb.
 
Erstklassige DVD-Ausgabe von Kinowelt / Studiocanal (2005), ungekürzt im Originalformat, bildtechnisch topp, Tonspuren auf Englisch, Deutsch und Spanisch, wahlweise 6 verschiedene Untertitel und dazu diverse Audiokommentare als Extras.
 

Neo Noir | 1992 | USA | Paul Verhoeven | Joe Eszterhas | Chelcie Ross | Michael Douglas | Dorothy Malone

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