toten Jahre, Die / 14 Jahre Sing-Sing

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Bewertung
****
Originaltitel
I Walk Alone
Kategorie
Film Noir
Land
USA
Erscheinungsjahr
1948
Darsteller

Burt Lancaster, Lizabeth Scott, Wendell Corey, Kirk Douglas, Kristine Miller

Regie
Byron Haskin
Farbe
s/w
Laufzeit
98 min
Bildformat
Vollbild
 

 

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© Paramount Pictures Corporation
 
New York: An der Grand Central Station wartet Dave (Wendell Corey) auf seinen alten Kumpanen Frankie Madison (Burt Lancaster), der heute nach 14 Jahren in Haft aus dem Gefängnis entlassen wurde. Nachdem sie auf Frankies Wunsch den Broadway hinabfuhren, bringt ihn Dave zu dem einfachen Hotelzimmer, das er für ihn angemietet hat, zeigt ihm die Kleidung, die er ihm besorgte, indessen sogar ein Kellner (William H. O’Brien) das Frühstück bringt. Frankie ist vom ersten Geschmack der Freiheit sichtbar überwältigt, zugleicht verbittert und außer sich, dass sein ehemaliger Partner Noll “Dink“ Turner (Kirk Douglas) ihn in all den Jahren kein einziges Mal besuchte. Stattdessen liest Frankie Madison in den üblichen Gazetten der High Society, wie sich Turner als Inhaber und Leiter des Regent Clubs zu einem der profiliertesten Geschäftsmänner im Nachtleben der Stadt empor gearbeitet hat. Dave will davon nichts wissen, er verabschiedet sich hastig, doch Frankie unterstellt ihm, dass er offenbar vor Dink Turner mächtig Angst und jener ihn im Griff habe. Als Dave im Club aufläuft, meldet ihn der Türsteher Dan (Mike Mazurki), ebenfalls einer aus der alten Bande von Frankie und Noll in Zeiten der Prohibition, sogleich bei Turner an. Der hat soeben eine Unterredung mit seinem Stellvertreter Maurice (George Rigaud), der aufgrund der Rückkehr Frankie Madisons etwas nervös ist. Und auch Noll Turner möchte nun von Dave genau wissen, was sein ex-Partner vorhat und wie er ihm am besten zu begegnen habe…
 
”What about that girl who sings?” - “Every man has a girl who sings someplace in his life.” Ein klassischer Film Noir aus der klassischen Ära, jener Hochzeit des Filmstils, der in mancher Hinsicht alles bietet, was man von ihm erwarten kann. Die Riege der Darsteller bildet ein wunderbares Film-Noir-Ensemble, das engagiert und gekonnt aufspielt, wobei besonders die Leistung Wendell Coreys und dazu Lancasters dynamische, mitunter an James Cagneys Gangstertypen aus Zeiten der Prohibition gemahnende Attitüde hervorzuheben sind. Das hat Stil, das zeigt Klasse. Das Drehbuch serviert pfeilschnelle Dialogpassagen voller Biss und Sarkasmen in Serie. Leo Tovers Kameraarbeit bringt den zeittypischen Stil des Lebens bei Nacht zur Entfaltung. Und die Romantik ist eine mit Hindernissen, bei der die Partner sich entweder gegenseitig die Wunden lecken oder Salz hinein streuen. Die Prämissen seines Beginns setzt der Film insofern um, als dass Turner bald unter Zugzwang gerät und Madison sich nicht aufs Kreuz legen und ruhig stellen lässt. Das Spiel der Kontrahenten, ehemals Partner, das in einer Rückblende das Ausmaß des Betrugs offenbart, lässt nur einen Sieger zu. Byron Haskins Regie ist unauffällig konsequent und auf dem Niveau anderer Film-Noir-Dirigenten aus der zweiten Reihe wie z.B. John Cromwell, Curtis Bernhardt oder Stuart Heisler. Dennoch habe ich damit gerungen, ob ich dem Film drei oder vier Sterne geben soll, denn sowohl das Finale als auch der Schluss vermögen leider nicht zu überzeugen.
 
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© Paramount Pictures Corporation
 
Lizabeth Scott, Burt Lancaster, Wendell Corey und Kristine Miller waren bereits im Vorjahr in dem Film Noir Desert Fury - Liebe gewinnt (USA 1947) gemeinsam aufgetreten. Kirk Douglas und Lizabeth Scott hatten beide in The Strange Love of Martha Ivers (USA 1946) ihr Filmdebüt gegeben. Auch Lancaster und Miller standen erst seit 1946 überhaupt vor der Kamera; Wendell Corey tritt mit Die toten Jahre / 14 Jahre Sing Sing in seinem gerade mal zweiten Film auf. Das junge und erfolgshungrige Ensemble bekommt jedoch seitens der Geschichte zu wenig geboten, um trotz jeweils guter Leistungen den Film selbst auf ein anderes Niveau zu heben. Im Finale fehlt jegliche logisch notwendige Konsequenz, die Noll Turner zu Fall bringt, nachdem er zuvor vollkommen klar und präzise das Spiel zu dirigieren wusste. Das ist schade und selbst für eingefleischte Film-Noir-Freunde eine Überraschung, denn bis dahin gibt es nur eins, worüber man gnädig hinwegsehen muss – dass nämlich die auf dem Theaterstück Beggars Are Coming To Town (EA 1945) von Theodore Reeves beruhende Handlung in einer einzigen, schier endlosen Nacht spielt, wo die Handlungsträger den Regent Club ständig verlassen und wiederkommen. So bleibt man mit Einblenden des Abspanns etwas enttäuscht zurück, obgleich mit Blick auf die in den letzten Jahren auf BD und auf DVD veröffentlichten Film-Noir-Werke auch dieses Werk einen Platz im Katalog verdient hätte.
 
Es gibt bis dato weltweit keine BD- oder DVD-Edition dieses Films, demgegenüber viele obskure und mit kaum noch bekannten Akteuren besetzte Filme wiederveöffentlicht wurden und werden. Sowohl bei Amazon.com als auch bei Netfix (USA) ist der Film jedoch als Online-Ressource abrufbar
 

Film Noir | 1948 | USA | Byron Haskin | Burt Lancaster | Kirk Douglas | Marc Lawrence | Mike Mazurki | Wendell Corey | Lizabeth Scott

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