Todestraum - Der letzte Zeuge schweigt

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Bewertung
***
Originaltitel
Liebestraum
Kategorie
Neo Noir
Land
USA
Erscheinungsjahr
1991
Darsteller

Kevin Anderson, Pamela Gidley, Bill Pullman, Kim Novak, Zach Grenier

Regie
Mike Figgis
Farbe
Farbe + s/w
Laufzeit
108 min
Bildformat
Widescreen
 

 

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© Metro-Goldwyn-Mayer Studios Inc.
 
Nick Kaminsky (Kevin Anderson) ist Professor für Architektur an einem College in New York. In Illinois besucht er die Stadt Elderstown, in der er selbst im Waisenhaus heranwuchs, nachdem er aus dem Krankenhaus einen Brief von seiner vermeintlichen Mutter, Lillian Anderson Munnsen (Kim Novak) erhielt, die dort im Sterben liegt. Als er am Tag seiner Ankunft auf den Abriss eines traditionellen Warenhauses in der Innenstadt stößt, ein Gebäude, darin vor über dreißig Jahren ein unaufgeklärter Mord stattfand, erwacht das Interesse des denkmalliebenden Architekten und er bleibt stehen. So trifft er Paul Kessler (Bill Pullman), einen Freund aus Jugendjahren, längst selbst Architekt und Leiter von Abriss und Neubau des Gebäudes. Als vom Dach ein Stein herab fällt, kann Nick den ex-Kommilitonen im letzten Augenblick beiseite reißen. War der Vorfall ein Versehen oder nicht? Paul lädt seinen Retter, der ihm als streitbarer Geist nicht gerade willkommen ist, zur Geburtstagparty seiner Frau Jane (Pamela Gidley) ein und gestattet ihm, das Warenhaus in den nächsten Tagen für Forschungszwecke zu betreten. Doch als Nick an dem Abend erst Jane und dann Sheriff Peter Ricker (Graham Beckel) kennen lernt, erfahren die Verwicklungen des Besuchs eine ungeahnte Dynamik…
 
Liebestraum ist eine Komposition von Franz Liszt und sie spielt in der Jazzversion von Earl Bostic und seinem Orchester in der Rückblende zu Beginn des Films, die den Mordfall im Warenhaus in geheimnisvolle Bilder hüllt, eine tragende Rolle. Wahrscheinlich wollte man den Film in Deutschland als Thriller kennzeichnen und hat sich daher den sinnlosen Titel Todestraum – Der letzte Zeuge schweigt aus den Fingern gesogen. Von Anbeginn inszeniert Regisseur Mike Figgis mit dem Mord ein Mysterium, ganz im Sinne Alfred Hitchcocks, das er zuletzt so wie Hitchcock mit einem natürlichen Hergang aufklärt. Es bedarf einiger Konzentration, um im Verlauf der Handlung die Zusammenhänge von Zeugung und Tötung und damit die Verhältnisse von Betrug und Verwandschaft nachzuvollziehen. Aber das macht einen Neo Noir wie Todestraum, darin es um ein Geheimnis in der Vergangenheit, um eine Femme fatale und allerlei falsche Fährten geht, nicht schlecht. Im Gegenteil! Und noch mehr hat der Film, was für ihn spricht: Bill Pullman und Pamela Gidley sind gut besetzt und holen aus ihren Rollencharakteren das Maximale heraus. Die Rolle Kim Novaks (Schachmatt, 1954) ist etwas undankbar, aber auch sie überzeugt, zudem war die Lillian Anderson Munnsen in Todestraum ihr bis heute letzter Auftritt in einem Film. Schließlich verstehen es der Engländer Mike Figgis (Stormy Monday, UK/USA 1988) und sein spanischer Kameramann Juan Ruiz Anchía (Haus der Spiele, USA 1987), den Neo Noir Todestraum in Bildkompositionen zu tauchen, die sich auch in Farbe für einen Film Noir als innovativ erweisen.
 
Aber… Kevin Anderson ist in der Hauptrolle eine echte Fehlbesetzung. Apathisch schlurft er mit ewigem Dreitagebart durch diesen Film, darin man ihm den Architekturprofessor aus Leidenschaft so wenig abnimmt wie den Liebhaber der geheimnisumwitterten Jane Kessler. Zudem gibt es einen Nebenstrang der Handlung, darin Sheriff Peter Ricker wie eine Figur aus einem David-Lynch-Film in die Geschichte platzt, die weder durch ihn selbst noch durch seine exaltierte Art das Mindeste hinzu gewinnt. Neben einer sinnfreien Szene in einem Bordell gibt es noch eine Traumsequenz, die deutlich vom Lynch-Kino jener Zeit inspiriert scheint. Beide Exkurse überfrachten die Handlung und das Feuerwerk der Bildsymbolik. Zuletzt stören sie damit die Entwicklung der Beziehungen der Hauptpersonen und gehen dem aufmerksamen Zuschauer eher auf die Nerven. Das ist schade, weil sich durch Kevin Anderson als Nick Kaminsky der Film von diesen Einbrüchen auch nicht mehr erholt. Todestraum – Der letzte Zeuge schweigt kann man, muss man aber nicht gesehen haben. Leider nur durchschnittlich!
 
Sehr gute deutsche DVD-Edition von MGM mit insgesamt vier verschiedenen Tonspuren, auf Englisch, Deutsch, Französisch und Spanisch, dazu haufenweise Untertitel, eine ungekürzte Fassung im Originalformat, bildtechnisch selbstverständlich topp und den US-Kinotrailer als Extra.
 

Neo Noir | 1991 | USA | Mike Figgis | Juan Ruiz Anchía | Bill Pullman | Jack Wallace | Zach Grenier | Kim Novak | Pamela Gidley

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