Du und ich

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Bewertung
***
Originaltitel
You and Me
Kategorie
Pre Noir
Land
USA
Erscheinungsjahr
1938
Darsteller

George Raft, Sylvia Sidney, Robert Cummings, Barton MacLane, Roscoe Karns

Regie
Fritz Lang
Farbe
s/w
Laufzeit
90 min
Bildformat
Vollbild
 

 

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 © Paramount Pictures  © Koch Media GmbH
 
Joe Dennis (George Raft) ist ein Verkäufer in der Sportabteilung des Kaufhauses von Jerome Morris (Harry Carey). Von seinen Kollegen wissen die meisten nicht, dass er ein ehemaliger Strafgefangener ist. Über 50 der 400 Angestellten des Warenhauses „Morris“ finden so den Weg zurück ins Leben. Nun ist Joe in eine Verkäuferin aus der Textilabteilung, die hübsche Helen (Sylvia Sidney) verliebt, die ihn trotz seiner Vergangenheit heiraten will. In einer Nacht des Überschwangs und der Geständnisse, nachdem Joe die Stadt beinahe schon verlassen hatte, schließen die beiden den Bund fürs Leben. Doch Helen will ihre Ehe bei „Morris“ nicht bekannt geben. Sie behauptet, dass eine Beziehung unter den Angestellten dort nicht gern gesehen sei. Joe, der inzwischen mit ihr unter einem Dach lebt, treibt bald der Argwohn, dass Helen ihm etwas verschweigt. Zugleich versucht sein alter Kumpan Mickey (Barton MacLane), neben Joe auch die Verkäufer Jim (Robert Cummings) und Gimpy (Warren Hymer) zu einer erneuten Beteiligung an einem Raubüberfall zu gewinnen…
 
Der dritte US-Film des deutschen Exilanten Fritz Lang – sein erster fürs Studio Paramount, das ihn just unter Vertrag genommen hatte - fokussiert auf die Mechanismen kapitalistischen Wirtschaftens. Gewinner und Verlierer, die Profiteure und die Habenmichtse, Rechtschaffende und Gangster treten ins Bild. Oftmals verschwimmen zwischen den Einen und den Anderen die Grenzen. Der in der Edition der Koch Media GmbH abgedruckte Essay Thomas Willmanns benennt die Intentionen und künstlerischen Visionen von Lang und seinem Komponisten Kurt Weill, dem Weggefährten Bertolt Brechts in den Zwanzigern, und ihre (teils schwierige) Zusammenarbeit an Du und ich. Der Film wurde der abschließende Teil von Fritz Langs sogenannter Sozialtrilogie, deren erste Werke Blinde Wut (1936) und Gehetzt / Du lebst nur einmal (1937) als Vorläufer des Film Noirs gelten dürfen. Du und ich, ein Film wider alle Genrekonventionen und voll europäischer Eigenarten, erschien als sechster Teil von Koch Medias Film Noir Collection – einer ästhetisch eleganten und filmhistorisch sorgfältig aufgearbeiteten Edition. Die Reihe müsste Schule machen, wäre nur die Auswahl der Filme selbst ein wenig zielsicherer.
 
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© Koch Media GmbH
 
Du und ich, im Jahr 1938 zugleich Fritz Langs dritte Kooperation mit der wunderbaren Sylvia Sidney, wurde der größte Flop seiner Laufbahn als Regisseur. Mit George Raft, damals ein Star, hochkarätig besetzt, und mit Kurt Weill und mit Lang selbst, von Paramount mit großen Freiheiten ausgestattet, waren exzellente Leute im Team, obgleich Raft hier einmal mehr hölzern wirkt. Historisch ist der Film allein deshalb interessant, weil er sich allen Schubladen mit Erfolg  widersetzt. Andererseits schafft er es nicht, die Ingredenzien, aus denen er gebraut ward, zu einem schlüssigen und gelungenen Ganzen zu vereinen. Gangsterfilm, Komödie, Musical, Melodram und Romanze reihen sich Einstellung nach Einstellung, Szene für Szene aneinander. Einfallsreich inszeniert und in vielen Details bis auf den heutigen Tag innovativ bleibt der Gesamteindruck eigentümlich unbefriedigend. Das Problem liegt im Skript. Ein junges Paar auf der Suche nach dem eigenen Plätzchen im unüberschaubaren Moloch der Gesellschaft! Schon in Langs ersten US-Filmen hatte solches (stets überzuckerte) Entree zu Schwächen geführt. Auch hier kommt es trotz angedeuteter Zynismen nicht ansatzweise auf den Punkt. Die seinerzeit negative Reaktion der Kritik und des Publikums ist noch heute gut nachvollziehbar. Ein Film Noir? Trotz stilbildender Elemente der Fotografie und einiger Einzelheiten im Themenkreis ist Du und ich das weniger als seine Vorläufer.
 
Herausragende Edition als DVD der Koch Media GmbH: bildtechnisch einwandfrei restauriert, ungekürzt im Originalformat, englischer Ton mit deutschen Untertiteln, denn der Film kam in Deutschland auch nach dem Krieg nie zur Aufführung, als Digipack mit eingeklebtem 10seitigem Booklet, einige Bildergalerien und der US-Kinotrailer als Extras.
 

Pre Noir | 1938 | USA | Fritz Lang | Charles B. Lang | Barton MacLane | George Raft | Richard Denning | Robert Cummings | Sylvia Sidney

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