12 Uhr mittags

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Bewertung
****
Originaltitel
High Noon
Kategorie
Western Noir
Land
USA
Erscheinungsjahr
1952
Darsteller

Gary Cooper, Grace Kelly, Lloyd Bridges, Katy Durado, Thomas Mitchell

Regie
Fred Zinnemann
Farbe
s/w
Laufzeit
80 min
Bildformat
Vollbild
 

 

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Es ist sein letzter Tag im Amt. Marshal Will Kane (Gary Cooper) ehelicht in Hadleyville seine junge Verlobte, die Quäkerin Amy Fowler (Grace Kelly). Das ganze Städtchen ist unterm Vorsitz des Bürgermeisters Jonas Henderson (Thomas Mitchell) auf den Beinen. Alles gratuliert dem hochverehrten Gesetzeshüter, der hier lange für Recht und Ordnung sorgte. In die allgemeine Hochstimmung platzt eine Besorgnis erregende Nachricht. Drei Mitglieder der Bande Frank Millers (Ian MacDonald), den Will Kane vor Jahr und Tag ins Gefängnis brachte, erwarten am außerhalb der Stadt gelegenen Bahnhof ihren Boss, den man vorzeitig aus dem Gefängnis entließ. Mit dem 12-Uhr-Zug soll er eintreffen, um an Will Kane Rache zu nehmen. Doch die Bürger beschwichtigen ihren Marshal auf dem Weg ins Rentenalter und er verlässt mit Amy die Stadt. Schon bald von Gewissensbissen geplagt, kehrt er zurück, um sich dieser letzten Herausforderung zu stellen. Davon will man in Hadleyville aber nichts wissen. Weder Deputy Harvey Pell (Lloyd Bridges) noch sonst jemand mag Kane in der aussichtslosen Sache beistehen. “This is just a dirty little village in the middle of nowhere. Nothing that happens here is really important”, fasst Richter Percy Mewttrick (Otto Kruger) zusammen, bevor auch er auf der Flucht vor Frank Miller Hadleyville verlässt…
 
"John Wayne hat High Noon gehasst. Howard Hawks auch.” So beginnt Jens Dehn seinen schlicht Western Noir betitelten Aufsatz - online zu finden bei Schnitt - über Fred Zinnemanns Kinoklassiker 12 Uhr mittags (im Original High Noon), der sich in Deutschland seit jeher großer Beliebtheit erfreut. John Wayne und Howard Hawks! Wenige Namen der US-amerikanischen Filmhistorie verbindet man mit dem Genre des Westerns wie die beiden. John Wayne sagte wörtlich über den Film, es sei “the most un-American thing I’ve ever seen in my whole life”. In seiner Argumentation fokussiert Dehn stark auf den Protagonisten selbst, Gary Coopers Rollencharakter Marshal Will Kane, den Zinnemanns Kamera in jenem in Realzeit gefilmten Drama begleitet. Jens Dehn vegleicht ihn zu Recht mit den „gebrochenen, desillusionierten Helden des Film noir, von dem High Noon tatsächlich mehr hat als von einem klassischen Western“. Den weiten Horizont, Inbegriff des Pioniergeistes und des Aufbruchs, sucht man in dem in kontrastreichem Schwarzweiß gefilmten 12 Uhr mittags zumeist vergebens. Die Bürger Hadleyvilles verkriechen sich in den Saloon, ins Hotel, in die Kirche und sogar in die Ställe. Einsam und leer liegt die staubige Straße im Sonnenlicht des Vormittags. Inmitten der Gesellschaft, der er sein Leben widmete, findet sich Kane, da es aufs Ende zugeht, von allen verlassen. Was er bestenfalls erwarten kann, sind ein paar Worte des Abschieds – von seiner Frau, die er an diesem Tag heiratete, und von seiner ehemaligen Geliebten Helen Ramirez (Katy Jurado), die auch mit Frank Miller verbandelt war und selbst Grund zur Angst hat.
 
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© Studiocanal GmbH
 
Dass der in Wien gebürtige Exilant Fred Zinnemann (Act Of Violence, USA 1948) dem ur-amerikanischen Genre des Westerns ein Film-Noir-Szenario unterjubelte und zwar auf dem Höhepunkt der erzreaktionären McCarthy-Ära, war ein Kunstgriff erster Güte. Es war ein Glück für Zinnemann, dass der Film sowohl bei der Kritik als auch beim Publikum eine überaus positive Aufnahme fand und eine Reihe von Filmpreisen einheimste. Für den Autor des Drehbuchs, Carl Foreman, ging es weniger gut aus. Er wurde vom Komitee für unamerikanische Umtriebe (HUAC) direkt nach der Uraufführung mit Berufsverbot belegt - allerdings war Foreman bereits zuvor nach England geflohen. Bei Wiederraufführungen wurde selbst auf Plakaten auf die Mitwirkung Lee Van Cleefs hingewiesen, der als Gangster Jack Colby mit 27 Jahren seine erste Filmrolle hatte – allerdings ohne Schnurrbart und ohne einen einzigen gesprochenen Satz.
 
Arthaus / Studiocanal bringt 12 Uhr mittags u.a. in der schön editierten DVD-Reihe Arthaus Premium - ungekürzt und im Orginalformat, Tonspuren auf Englisch und Deutsch, deutsche Untertitel, dazu einige Extras, die allerdings mit dem Film selbst wenig zu tun haben. Erstaunlich ist die bei allen deutschen Studiocanal-Editionen sichtbar schwache Bildqualität. In Sachen Restauration hat man – gerade auch bei der Studiocanal GmbH - schon besssere Resultate zu sehen bekommen. Insofern sind diese Ausgaben nur zu empfehlen, wenn man partout nicht ohne deutschen Ton oder deutsche Untertitel auskommt.
 

 

Western Noir | 1952 | USA | Fred Zinnemann | Gary Cooper | Harry Morgan | Harry Shannon | Howland Chamberlain | Jack Elam | James Millican | John Doucette | Lee Van Cleef | Lloyd Bridges | Otto Kruger | Paul Dubov | Thomas Mitchell | Grace Kelly

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